Heidelberg Cement platziert am Jahresanfang eine Anleihe über 750 Millionen Euro.

Heidelberg Cement

16.01.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Heidelberg Cement, Deutsche Telekom, Berentzen

Heidelberg Cement platziert eine neue Euro-Anleihe, die Deutsche Telekom begibt Dollar Bonds und Berentzen refinanziert eine Anleihe durch einen Konsortialkredit – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Investorenkonferenz 2017

Private Equity fließt immer mehr Geld zu. Die Folge: Die Konkurrenz um Zukaufsziele wird schärfer. Das treibt Kaufpreise und Leverage-Grade in die Höhe und macht es den Private-Equity-Häusern damit immer schwerer, den Wert ihrer Beteiligungen über die Haltedauer hinweg zu steigern. Wie die Branche damit umgeht, diskutieren namhafte Fondsmanager auf der Deutschen Investorenkonferenz am 13. November in Frankfurt. Hier geht es zu Programm und Anmeldung »

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Heidelberg Cement sichert sich 750 Millionen Euro

Der Baustoffkonzern Heidelberg Cement hat eine Euro-Anleihe mit einem Volumen von 750 Millionen Euro platziert. Die Verzinsung der vierjährigen Anleihe liegt bei 0,5 Prozent im Jahr. Der Bond wurde zu 99,822 Prozent platziert. Daraus ergibt sich eine Rendite von 0,545 Prozent für die Investoren

Die Platzierung wurde von der Bank of America Merrill Lynch, Bayern LB, Commerzbank, Danske Bank und Standard Chartered Bank begleitet. Mit den neuen Mittel will Heidelberg Cement allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren und anstehende Fälligkeiten zurückzahlen. Der Konzern hatte zuletzt im Dezember eine Benchmark-Anleihe platziert.

Telekom sammelt 3,5 Milliarden Dollar ein

Die Deutsche Telekom hat Anleihen über 3,5 Milliarden Dollar (rund 3,3 Milliarden Euro) platziert. Die Laufzeiten der einzelnen Tranchen betragen drei, fünf und zehn Jahre. Die dreijährige Anleihe wird mit einem Kupon von 2,225 Prozent verzinst. Bei den Tranchen über fünf und zehn Jahre liegt der Kupon bei 2,82 beziehungsweise 3,6 Prozent.

Mit den neuen Mitteln will das Unternehmen allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren und Fälligkeiten refinanzieren. Kurz vor Jahresende hatte die Telekom ihrer US-Tochter einen Milliardenkredit zur Verfügung gestellt, für den sie nach eigener Aussage kein neues Kapital aufnehmen musste.

Berentzen wendet sich von Mittelstandsanleihe ab

Die Berentzen-Gruppe hat die Refinanzierung ihrer Mittelstandsanleihe in Höhe von 50 Millionen Euro gesichert. Die Anleihe wird durch einen Konsortialkredit unter der Führung der Deutschen Postbank ersetzt, die BayernLB und die spanische Großbank Santander vervollständigen das Konsortium. Der Kredit hat ein Volumen von 25,5 Millionen Euro. Die restliche Summe zahlt der Getränkehersteller aus Eigenmitteln.

Durch diese Transaktion kehrt ein weiterer Qualitätsemittent dem in Verruf geratenen Mini-Bond-Segment den Rücken. CFO Ralf Brühöfner hatte diesen Schritt im vergangenen Jahr bereits angekündigt.

Hapag-Lloyd löst Highyield mit neuem Euro-Bond ab

Die Reederei Hapag-Lloyd plant die Ausgabe einer neuer Anleihe mit einem Volumen von 150 Millionen Euro. Ein Drittel der geplanten Einnahmen will CFO Nicolas Burr dafür nutzen, einen Teil der ausstehenden US-Dollar-Anleihe zurückzuzahlen, die im Oktober diesen Jahres fällig wird und einen Wert von 125 Millionen Dollar umfasst. Dieses Papier ist an heutigen Maßstäben sehr teuer: Sein Kupon liegt bei 9,75 Prozent. Die übrigen 100 Millionen Euro reserviert Burr für allgemeine Unternehmenszwecke, zu denen er auch die Rückzahlung weiterer Finanzschulden zählt. 

Weitere Finanzierungen

Im Jahr 2016 musste der Private-Debt-Markt Einbußen hinnehmen. Der Marktanteil von Leveraged-Buyout-Finanzierungen ist im vergangenen Jahr auf 18 Prozent eingebrochen. In den Vorjahren lag er bei 26 Prozent. Die Entwicklung zeigt der aktuelle Mid Cap Monitor der Investmentbank GCA Altium.

Die Beratungsgesellschaft Capmarcon stellt dem Markt für Mittelstandsanleihen ein verheerendes Zeugnis aus. Das platzierte Neuemissionsvolumen sackte auf 200 Millionen Euro ab, 2015 waren es noch 539 Millionen Euro. Die Zahl der Mini-Bonds in Schieflage stieg dagegen drastisch an. Die Beratungsgesellschaft zählt 19 solcher Fälle.

Der Finanzinvestor Deutsche Private Equity hat seinen dritten Fonds geschlossen.
Nach einem Fundraising von weniger als sechs Monaten hat der Investor ein Volumen von 575 Millionen Euro erreicht, die das Haus jetzt für Beteiligungen an deutschen Mittelständlern ausgeben kann. Die Transaktion wurde von der Monument Group als Financial Advisor begleitet.

Der Immobilienkonzern Immofinanz platziert eine neue Wandelanleihe. Das Volumen des Papiers wurde von 200 auf 300 Millionen Euro aufgestockt. Die Wandlungsprämie liegt bei 30 Prozent, der Kupon beträgt 2 Prozent. Die Verzinsung wird jedoch um 0,5 Prozent reduziert, wenn die Gesellschaft ein Investmentgrade-Rating erhalten sollte. Das Bezugsrecht bestehender Aktionäre wurde ausgeschlossen. Gleichzeitig lädt der Konzern die institutionellen Investoren der 515,1 Millionen Euro schweren Wandelanleihe, die 2018 fällig wird, ein, ihre Papiere in Aktien der Buwog umzutauschen oder einen Geldbetrag dafür zu erhalten. Die Gesellschaft will bis zu 45 Prozent der ausstehenden Bonds annehmen. Mit dem Angebot will die Gesellschaft ihre Kapitalstruktur vereinfachen.

Der Autokonzern Daimler platziert eine Sterling-Anleihe. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5 Jahren und ein Gesamtvolumen von 450 Millionen Pfund. Die zum 13. Januar platzierte Anleihe weist einen jährlichen Zinskupon von 1,5 Prozent auf und ist in Luxemburg gelistet. Das Wertpapier wird als stabil bewertet.

Die Kraftwerke Oberhasli (KWO) haben eine Anleihe über 120 Millionen Schweizer Franken (rund 112 Millionen Euro) begeben. Die Laufzeit des Bonds beträgt 9 Jahre, der Kupon liegt bei 0,7 Prozent. Die Platzierung wurde federführend von der UBS arrangiert. Der Erlös der Anleihe soll Berichte zufolge der Refinanzierung einer Anleihe über 130 Millionen Franken dienen, welche im April 2017 fällig wird und mit 2,75 Prozent verzinst ist.

Die Technologie-Holding Max 21 hat eine Kapitalerhöhung beschlossen. Durch die Ausgabe von bis zu 2,5 Millionen Stückaktien zum Nennbetrag von je 1,72 Euro soll das Kapital um bis zu 2,5 Millionen Euro erhöht werden. Mit dem Erlös will das Unternehmen die Expansion der beiden Kernbeteiligungen Binect und KeyIdentity vorantreiben.

Das auf Stoffwechselerkrankungen fokussierte Unternehmen Eternygen hat eine Serie-A-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Dabei nahm das Berliner Unternehmen 8 Millionen Euro ein. Zu den Investoren gehörten neben Lead Investor Epidarex Capital auch Evotec, VC Fonds Technologie Berlin und zwei Family Offices.

Strasser Capital platziert gemeinsam mit ihrer Partnerbank NIBC Bank Deutschland einen Climate-Bond-zertifizierte Green Loan beim niederländischen Vermögensverwalter Delta Lloyd Asset Management. Die Tranche in Höhe von 30 Millionen Euro ist Teil ihres MEP Green Financing Programms. Besichert ist die Anleihe mit einem granularen Solar-Mietforderungsportfolio der Strasser Capital-Tochter MEP Werke. Die NIBC Bank Deutschland und Delta Lloyd Asset Management wurden bei der Transaktion von Clifford Chance unter Federführung von Arne Klüwer beraten.

Das Investmenthaus Verianos erhöht sein Grundkapital auf 10.350.000 Euro. Die Kapitalerhöhung erfolgt ohne die Altaktionäre, stattdessen wird sie in erster Linie durch den neuen Partner Nikolaus von Blomberg gezeichnet. Von Blomberg wird zum 1. Februar Partner bei Verianos und gleichzeitig Mitglied des Vorstands.

Die Übernahme des Drahtspezialisten Drahtzug Stein durch die Beteiligungsgesellschaft Emeram wird durch ein Konsortium aus 12 Sparkassen finanziert. Federführend wurde der Deal durch die Kreissparkasse Biberach und der Sparkasse Rhein-Nahe arrangiert. Neben dem neuen Investor Emeram wird auch die Unternehmerfamilie weiter an dem Unternehmen beteiligt sein.

Michelin Travel Partner
, eine Tochter des Reifenherstellers Michelin, investiert im Rahmen einer Series-C-Finanzierungsrunde in das Berliner Start-up Campanda, das online als Wohnmobil-Mietplattform auftritt. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 17 Millionen Euro, wozu auch die bisherigen Investoren Accel, Idinvest, Le Peigné, Ringier Digital Ventures, b-to-v Partners und Atlantic Labs beitragen. Michelin Travel Partner wurde bei dem Investment von Reed Smith beraten.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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