Henkel hat als erstes deutsches Unternehmen einen Green Loan über 1,5 Milliarden Euro platziert.

Henkel

17.12.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Henkel, Verbund, Leoni

Henkel und Verbund treiben den Markt für grüne Finanzierungen voran und schließen Green Loans ab und Leoni begibt einen Schuldschein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Henkel platziert Green Loan über 1,5 Milliarden Euro

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat den nach eigenen Angaben ersten Green Loan eines deutschen Unternehmens abgeschlossen. Die syndizierte Kreditlinie hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro und löst zwei bestehende Kreditlinien über 700 beziehungsweise 800 Millionen Euro ab.

Der Kredit läuft über sieben Jahre. Bei dem grünen Kredit sind die Zinskonditionen an vorab definierte Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt. Im Fall von Henkel sind das Sustainability Ratings. 15 Banken sind an der Transaktion beteiligt. Banco Santander und Unicredit waren als aktive Bookrunner beteiligt. Bank of America, BNP Paribas, Citibank, Deutsche Bank, HSBC, ING, JP Morgan, RBS, Société Générale und Standard Chartered Bank waren als Bookrunner dabei. BayernLB, Commerzbank und Goldman Sachs haben als Lead Arranger teilgenommen.

Verbund emittiert Green Loan

Auch der österreichische Stromversorger Verbund platziert einen Green Loan. Der Zinssatz ist über die gesamte Laufzeit ausschließlich an das Nachhaltigkeitsrating gekoppelt. 12 Banken waren an der Transaktion beteiligt. Für Verbund ist dies nur der jüngste Schritt im Bereich Green Finance. Das Unternehmen hat bereits 2014 als nach eigenen Angaben erstes Unternehmen im deutschsprachigen Raum einen Green Bond begeben. Im Frühjahr 2018 folgte der erste digitale Green Schuldschein. 

Leoni holt mit Schuldschein 331 Millionen Euro

Der Automobilzulieferer Leoni hat ein Schuldscheindarlehen über mehr als 300 Millionen Euro platziert. Ursprünglich plante das Unternehmen, das Darlehen nur über 200 Millionen Euro zu begeben. Wie Leoni mitteilte, konnte das Volumen jedoch aufgrund einer deutlichen Überzeichnung durch mehr als 50 Investoren auf 331 Millionen Euro erhöht werden. Der Schuldschein mit Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren wird sowohl fest als auch variabel verzinst. Hengeler Mueller (Federführung: Ralph Defren und Caspar Schmelzer) hat Leoni bei der Transaktion beraten. Erst im Juni hatte das Unternehmen erstmals einen Konsortialkredit über 750 Millionen Euro abgeschlossen.

Freenet baut Unternehmensfinanzierung um

Das Telekommunikationsunternehmen Freenet hat seine Finanzierung neu aufgestellt. Zum einen wird der seit März 2016 bestehende Konsortialkredit um 200 Millionen auf 910 Millionen Euro aufgestockt und dessen Laufzeit bis mindestens November 2023 verlängert. Zudem könnte die Laufzeit des Darlehens durch zwei Verlängerungsoptionen auf sieben Jahre ausgedehnt werden. Der Kredit setzt sich aus einem 610 Millionen Euro schweren Tilgungsdarlehen und einer aktuell noch nicht gezogenen Kreditlinie (Revolving Credit Facility, RCF) über 300 Millionen Euro zusammen. Beide Tranchen sind variabel verzinst. BayernLB Commerzbank, LBBW und Unicredit haben die Transaktion arrangiert und begleitet.

Außerdem platzierte Freenet einen 100 Millionen Euro schweren Schuldschein. Die erste Tranche mit einer Laufzeit von fünf Jahren wird dabei mit 1,20 Prozent verzinst, die zweite Tranche hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit 1,30 Prozent verzinst. Begleitet wurde die Transaktion von der DZ Bank und den beiden Landesbanken Hessen und Baden-Württemberg sowie der Unicredit. Die frischen Mittel will Freenet zur vorzeitigen Rückführung des im Juli dieses Jahres aufgenommen Brückenkredit über 277 Millionen Euro verwenden. 

Weitere Meldungen

Das Fernbusunternehmen Flixbus treibt Finanzkreisen zufolge die Vorbereitungen für einen Börsengang voran. Die Flixbus-Mutter Flixmobility habe die Investmentbank PJT als Berater für einen möglichen IPO mandatiert, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Gang an die Börse könnte Reuters zufolge bereits im kommenden Jahr erfolgen.

Das Immobilienunternehmen Erwe Immobilien hat eine Barkapitalerhöhung gestartet. Dabei soll sich das Grundkapital der Gesellschaft durch die Ausgabe von bis zu 20,3 Millionen neuen Aktien auf rund 30,5 Millionen Euro erhöhen. Der Bezugspreis wurde auf 2,85 Euro je neue Aktie festgelegt. Erwe Immobilien rechnet mit einem Emissionserlös von rund 30 Millionen Euro, von denen bereits 15,5 Millionen Euro in Form von verbindlichen Verpflichtungserklärungen bestehender Aktionäre gesichert sind.

Der Hauptaktionär des Schweizer Industrieunternehmens Von Roll Holding hat die von ihm gehaltenen Wandelanleihen in einem Gesamtvolumen von 163,4 Millionen Schweizer Franken (rund 144,8 Millionen Euro) gewandelt. Damit stärkt das Unternehmen seine Kapitalstruktur. Die Privatbank IHAG Zürich fungiert als Lead Manager und Wandelagent der Von Roll Holding.

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating des Zuckerproduzenten Südzucker von Baa2 auf Baa3 herabgestuft. Der Ausblick ist negativ. In der Begründung verweist die Ratingagentur auf eine anhaltende schwache operative Performance des Unternehmens aufgrund niedriger Zuckerpreise in Europa. Moody’s hatte das Rating Südzuckers Ende September unter Beobachtung gesetzt.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.