Die Funke Mediengruppe hat einen neuen Konsortialkredit abgeschlossen.

artisteer/iStock/Thinkstock/GettyImages

01.10.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Funke, Uniper, Exyte

Die Funke Mediengruppe stellt ihre Finanzierung neu auf, Uniper refinanziert einen Konsortialkredit vorzeitig und Exyte macht seine Börsenpläne konkreter – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Funke Mediengruppe stellt Finanzierung neu auf

Die Funke Mediengruppe hat einen neuen Konsortialkredit abgeschlossen. Das Essener Medienunternehmen hat ihren im Dezember 2013 abgeschlossenen und im April 2016 angepassten Konsortialkreditvertrag über 580 Millionen Euro vorzeitig refinanziert. Die Transaktion sei um ein Vielfaches überzeichnet gewesen, teilte Funke mit. Durch den neuen Kreditvertrag sei Funke bereits jetzt in der Lage, das bisherige Fälligkeitenprofil über das Jahr 2021 hinaus deutlich zu verlängern und die Fremdkapitalkosten zu senken. Zudem erhält das Unternehmen durch die neue Finanzierung mehr Spielraum für „Akquisitionen und die Aufnahme von zusätzlicher Liquidität“, sagt Funke-CFO Michael Wüller.

Das Bankenkonsortium wurde angeführt von Unicredit, BayernLB, Commerzbank und NordLB und umfasste neben sechs weiteren Banken aus dem bestehenden Konsortium auch eine neue Bank. Die Transaktion wurde von Rothschild Global Advisory und Milbank, Tweed, Hadley & McCloy begleitet.

Uniper refinanziert Konsortialkredit vorzeitig

Der Energiekonzern Uniper hat seinen bestehenden Konsortialkredit über 2,5 Milliarden Euro vorzeitig refinanziert. Die neue syndizierte Kreditlinie hat ein Volumen von 1,8 Milliarden Euro und verfügt über eine Laufzeit von fünf Jahren. Dabei besteht die Möglichkeit auf zwei Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr. Zudem kann das Kreditvolumen mit Zustimmung der Banken während der Laufzeit um 500 Millionen Euro erhöht werden.

Die Anzahl der Geldhäuser blieb beim Abschluss des neuen Darlehens mit insgesamt 15 Banken zwar stabil, jedoch veränderte sich die Zusammensetzung des Bankenkonsortiums. Commerzbank und ING wurden als Koordinatoren mandatiert. Die Kanzlei Linklaters (Federführung: Neil George Weiand und Urs Lewens) hat Uniper bei der Transaktion rechtlich beraten. 

Exyte plant IPO noch in diesem Jahr

Der Stuttgarter Anlagenbauer Exyte wird bei seinen Börsenplänen konkreter. So soll noch in diesem Jahr ein „bedeutender Minderheitsanteil“ an die Börse gebracht werden, teilte das früher als M+W Group bekannte Unternehmen mit. Exyte strebe eine Bewertung von 2,5 bis 3 Milliarden Euro an und wolle Insidern zufolge 25 bis 30 Prozent der Aktien verkaufen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters bereits Mitte August.

Von dem möglichen IPO-Erlös sähe das Stuttgarter Unternehmen jedoch nichts. Eine Kapitalerhöhung ist nicht geplant. Die frischen Mittel würden ausschließlich dem Eigentümer Georg Stumpf zufließen, der auch nach dem Börsengang die Mehrheit an dem Unternehmen halten wird. Bank of America Merrill Lynch und UBS begleiten den Börsengang als Joint Bookrunner und Joint Global Coordinator, Commerzbank und Crédit Agricole sind Joint Bookrunner.

Knorr-Bremse-IPO könnte 4,2 Milliarden Euro einbringen

Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse hat die Preisspanne für seinen geplanten Börsengang auf 72 bis 87 Euro je Aktie festgelegt. Demnach könnte das Münchener Unternehmen mit bis zu 14 Milliarden Euro bewertet werden. Insgesamt können bis zu 48,4 Millionen Aktien bis einschließlich 11. Oktober gezeichnet werden, wie Knorr-Bremse mitteilte. Die Papiere stammen alle aus dem Besitz des Mehrheitseigentümers Heinz Hermann Thiele, der bis zu 30 Prozent seiner Anteile verkaufen will. Bei vollständiger Ausplatzierung der Aktien und Ausübung der Mehrzuteilungsoption könnte ihm ein Erlös von bis zu 4,2 Milliarden Euro zufließen. Damit wäre der Börsengang ähnlich groß wie der von Siemens Healthineers, der im März ebenfalls 4,2 Milliarden Euro eingebracht hatte.

Tech-Investor Primepulse strebt an die Börse

Der Tech-Finanzinvestor Primepulse will noch im vierten Quartal dieses Jahres an die Frankfurter Börse. Das Münchener Unternehmen, das Beteiligungen an mittelständischen Technologie-Konzernen eingeht, will im Rahmen einer Kapitalerhöhung einen Bruttoemissionserlös von 250 Millionen Euro erzielen. Deutsche Bank und Hauck & Aufhäuser sind Joint Global Coordinators und Joint Bookrunner, die Mainfirst Bank begleitet den Börsengang als Joint Bookrunner.

Zudem wollen sich die Hauptaktionäre Stefan Kober, Raymond Kober und Klaus Weinmann – die Gründer des TecDax-Konzerns Cancom – von Aktien trennen. Sie halten derzeit rund 98 Prozent der Anteile. Die Papiere aus ihrem Bestand sollen im Rahmen der Mehrzuteilungsoption platziert werden, die 15 Prozent des Basisangebots umfasst. Dies entspricht Aktien im Wert von 37,5 Millionen Euro. Auch nach dem Börsengang werden die drei Hauptaktionäre weiterhin die Mehrheit an dem Unternehmen halten. 

Weitere Meldungen

Der dänische Pharmahändler Abacus Medicine, für den Deutschland der wichtigste Absatzmarkt ist, will in Frankfurt an die Börse. Das Angebot des Kopenhagener Unternehmens soll aus neuen und bestehenden Aktien bestehen. Die Kapitalerhöhung soll einen Erlös von rund 40 Millionen Euro einbringen. Der bisherige Mehrheitsaktionär, die Wagner Family Holding, will nach dem Börsengang noch „eine bedeutende Beteiligung“ halten, teilt das Unternehmen mit. Hinter der Wagner Holding steht der Vorstandsvorsitzende Flemming Wagner mit seiner Familie. Der Streubesitz soll nach dem IPO bei rund 50 Prozent liegen. Je nach Marktumfeld könnte der Schritt aus Parkett noch vor Jahresende erfolgen.

Das Immobilienunternehmen DIC Asset hat eine Unternehmensanleihe über 150 Millionen Euro platziert. Ursprünglich war ein Volumen von 100 Millionen Euro angestrebt worden. Der Bond hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 3,5 Prozent verzinst. Als Joint Lead Manager der Transaktion fungierte das Bankhaus Lampe sowie Citi.

Der Elektro-Scooter-Hersteller Govecs hat die Zeichnungsfrist für seinen geplanten Börsengang bis zum 8. November verlängert. Ursprünglich hätte die Frist vergangenen Donnerstag enden sollen. Das Unternehmen befinde sich derzeit noch in Verhandlungen mit Kunden und strategischen Partnern, die Auswirkungen auf das operative Geschäft von Govecs haben könnten. Den Investoren soll durch die verlängerte Zeichnungsfrist die Möglichkeit gegeben werden, diese Veränderungen mit Blick auf den Börsengang zu berücksichtigen, teilte das Unternehmen mit.

Das Immobilienunternehmen Eyemaxx Real Estate hat den vorzeitigen Rückkauf ihrer Unternehmensanleihe 2013/2019 abgeschlossen. Im Rahmen des öffentlichen Angebots seien Teilschuldverschreibungen im Volumen von insgesamt rund 1,3 Millionen Euro zurückerworben worden, teilte Eyemaxx mit.

Die im Gastransportbereich tätige Beteiligungsgesellschaft Vier Gas Transport, Alleingesellschafter des Erdgastransporteurs Open Grid Europe, hat im Rahmen ihres Debt Issuance Programms eine Anleihe begeben. Der Bond über 500 Millionen Euro hat eine Laufzeit von zehn Jahren und wird mit einem Kupon von 1,5 Prozent fest verzinst. Vier Gas Transport wurde bei der Emission von der Kanzlei White & Case (Federführung: Jochen Artzinger-Bolten) beraten.

Das Immobilienunternehmen Deutsche Konsum verlängert die Laufzeit ihrer beiden ausstehenden Wandelanleihen 2015/2020 um weitere fünf Jahre bis Ende Januar 2025. Zudem wird der Zinskupon der Anleihe über 30 Millionen Euro von 5 auf 1,35 Prozent reduziert, was die Fremdfinanzierungskosten des Unternehmens senkt. Der Bond mit einem Volumen von 7 Millionen Euro wird weiterhin mit 1 Prozent verzinst. Darüber hinaus sollen die jeweiligen Wandlungspreise um 7 beziehungsweise 5 Prozent angehoben werden, teilte die Deutsche Konsum mit. 

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Baa2-Rating des Zuckerproduzenten Südzucker unter Beobachtung für eine mögliche Herabstufung gesetzt. In der Begründung verweist die Ratingagentur auf Südzuckers Ankündigung, dass der Gewinn bis Februar 2019 deutlich geringer ausfallen werde als erwartet.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.