Zur Finanzierung der Innogy-Übernahme hat E.on nun einen Kredit über 5 Milliarden Euro syndiziert.

E.on

18.06.18
Finanzierungen

Finanzierungen: E.on, Home24, Leoni

E.on syndiziert einen Kredit über 5 Milliarden Euro, Home24 schafft den Sprung an die Börse und Leoni schließt zum ersten Mal einen Konsortialkredit ab - der wöchentliche FINANCE-Ticker.

E.on syndiziert Kredit über 5 Milliarden Euro

Der Energiekonzern E.on hat die Syndizierung eines Kredits über 5 Milliarden Euro abgeschlossen. Der Kredit, der ursprünglich von BNP Paribas zur Verfügung gestellt worden war, dient der Finanzierung der Innogy-Übernahme. E.on hatte sich mit RWE über einen weitreichenden Tausch von Geschäftseinheiten geeinigt. Innogy wird im Zuge dessen zwischen den beiden Konzernen aufgeteilt. E.on hatte einem Kreis von Kernbanken Tranchen von jeweils 400 Millionen Euro an der Kreditlinie angeboten, die allesamt angenommen wurden. Das Angebot war somit deutlich überzeichnet, teilt E.on mit.

Die Kreditlinie setzt sich aus einer Brückenfinanzierung in Höhe von 3 Milliarden Euro und einem endfälligen Darlehen mit einer fünfjährigen Laufzeit über 2 Milliarden Euro zusammen. E.on wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Linklaters (Federführung: Neil George Weiand und Urs Lewens) beraten.

Home24 schafft den Sprung an die Börse

Der Online-Möbelhändler Home24 ist an der Börse. Am vergangenen Freitag fand der erste Handelstag für die Beteiligung von Rocket Internet statt. Das Debüt verlief erfolgreich, die Aktien starteten mit deutlichen Kursgewinnen. Der Online-Händler konnte den finalen Ausgabepreis für seine Aktien im oberen Bereich der Preisspanne bei 23 Euro je Aktie festlegen. Insgesamt gibt das Unternehmen rund 6,5 Millionen neue Aktien aus, wodurch ein Bruttoerlös von 150 Millionen Euro erzielt wird. Bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption würde Home24 weitere Erlöse von rund 22,5 Millionen Euro erhalten und 7,5 Millionen neue, zusätzliche Aktien platzieren.

Der bisherige Großaktionär Rocket Internet (41 Prozent) beabsichtigt im Zuge des Börsengangs Aktien zu kaufen. Home 24 erwäge, Rocket Internet bis zu 22 Millionen Euro zuzuteilen, teilte Home 24 mit. Rocket Internet will dadurch seinen Anteil über der Schwelle von 30 Prozent halten. Berenberg, Citigroup und Goldman Sachs International agierten bei der Transaktion als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners.

Leoni schließt ersten Konsortialkredit ab

Der Autozulieferer Leoni hat erstmals einen Konsortialkredit abgeschlossen. An der neuen Finanzierung sind acht Banken beteiligt. Die Kreditlinie umfasst ein Volumen von 750 Millionen Euro und hat eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren. Es besteht die Möglichkeit auf zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr. Leoni löst damit seine bisherigen bilateralen Kreditlinien ab.
 
Der neue Konsortialkredit soll laut Leoni-CFO Karl Gadesmann der allgemeinen Unternehmensfinanzierung dienen sowie zusätzlichen Handlungsspielraum für Akquisitionen schaffen. Leoni wurde bei der Transaktion von Hengeler Mueller (Federführung: Ralph Defren und Miriam Peter) unterstützt.

Schmolz + Bickenbach stockt Anleihe auf

Der Stahlproduzent Schmolz + Bickenbach hat über seine Luxemburger Finanztochter eine neue vorrangig besicherte Anleihe über 150 Millionen Euro begeben. Es handelt sich dabei um eine Aufstockung eines 2017 begebenen Bonds mit einem bisherigen Volumen von 200 Millionen Euro, der mit 5,625 Prozent verzinst wird und eine Laufzeit bis 2022 hat. Der Emissionserlös soll unter anderem der Rückzahlung von Verbindlichkeiten aus einer vorrangig besicherten syndizierten Kreditvereinbarung dienen, die Schmolz + Bickenbach im Zuge der Übernahme von Teilen des französischen Unternehmens Asco Industries aufgenommen hatte. 

Creditshelf schließt erste digitale M&A-Finanzierung ab

Das Frankfurter Fintech Creditshelf hat die nach eigenen Angaben erste digitale M&A-Finanzierung in Deutschland abgeschlossen. Finanziert wurde der Carve-out von Intega, einem Anlagenbauer im Bereich der Reinstmedien-Technologien, für das Private-Equity-Haus Nimbus. Intega gehörte bisher zum französischen Großkonzern Air Liquide. Für den Carve-out wurde von einem internationalen Konzernverbund Fremdkapital bereitgestellt.

Creditshelf hatte erst vor wenigen Monaten angekündigt, auch größere Darlehen mit längeren Laufzeiten zu arrangieren und sich so als digitaler Mittelstandsfinanzierer für Übernahmen ins Spiel gebracht.  Das Fintech will sich mit hoher Flexibilität und Prozessgeschwindigkeit als Konkurrent der Banken bei Small-Cap-Transaktionen bis zu 5 Millionen Euro positionieren.

Weitere Meldungen

Der Wiener Öl- und Gaskonzern OMV hat neue unbefristete, nachrangige Hybridschuldverschreibungen mit einem Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Der Emissionspreis der Hybridschuldverschreibungen beträgt 100 Prozent und wird mit 2,875 Prozent verzinst. Das Closing und die Aufnahme der Schuldverschreibungen an der Luxemburger und der Wiener Börse  sind für den 19. Juni geplant.

Der Darmstädter Batteriesystem-Anbieter Akasol hat die Preisspanne des geplanten Börsengangs auf 48,50 bis 64,50 Euro je Aktie festgelegt. Insgesamt sollen 2,1 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 150.000 bestehenden Aktien der derzeitigen Aktionäre platziert werden. Zudem können 10 Prozent der Aktien durch eine Greenshoe-Option zugeteilt werden. Der Streubesitz werde nach dem Börsengang voraussichtlich bei 40 Prozent liegen. Akasol rechnet mit einem Bruttoerlös von 100 Millionen Euro. Mit dem IPO-Erlös will Mehrheitseigner und CEO Sven Schulz unter anderem die Produktionskapazitäten ausbauen und ein Werk in den USA errichten. Citigroup und Commerzbank fungieren als Joint Global Coordinators und gemeinsam mit dem Bankhaus Lampe als Joint Bookrunner. Lazard ist finanzieller Berater Akasols.

Aevis Victoria, eine Investmentfirma im Gesundheitssektor, hat eine Anleihe über 45 Millionen Schweizer Franken (rund 38,78 Millionen Euro) platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird mit 2,25 Prozent verzinst. UBS agierte als Lead Manager und die Zürcher Kantonalbank als Co-Manager der Transaktion. Der Nettoerlös soll zusammen mit bereits zur Verfügung stehenden Mitteln der Rückzahlung einer im Juli fälligen Anleihe über 100 Millionen Schweizer Franken dienen. Durch die Refinanzierung und Rückzahlung reduzieren sich die jährlichen Finanzierungskosten deutlich, teilte das Unternehmen mit.

Der IT-Leasingspezialist Grenke hat eine Barkapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte mit einem Volumen von rund 200 Millionen Euro platziert. Hierzu wurden Aktien im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens angeboten. Mit dem Nettoerlös der Kapitalerhöhung will Grenke sein Wachstum in den Kernmärkten und die Internationalisierungsstrategie weiter vorantreiben. Zudem soll die Eigenkapitalquote langfristig weiterhin auf über 16 Prozent gehalten werden.

Capsensixx, eine Tochter der Beteiligungsgesellschaft PEH Wertpapier, hat bekanntgegeben, dass die Erstnotiz des geplanten Börsengangs im Prime Standard der Frankfurter Börse voraussichtlich am 21. Juni erfolgen soll. Insgesamt sollen bis zu 986.125 Aktien angeboten werden, von denen 330.000 aus einer Kapitalerhöhung stammen. PEH Wertpapier bietet 527.500 Aktien sowie bis zu 128.625 weitere Aktien im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption an. Das Platzierungsvolumen beläuft sich bei voller Ausübung des Greenshoe auf rund 18,7 Millionen Euro, der Streubesitz würde in diesem Fall bei 28,7 Prozent liegen. Vergangene Woche legte der Finanzdienstleister die Preisspanne des Ausgabepreises mit 16 bis 19 Euro fest. Die ICF Bank fungiert bei der Transaktion als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner.

Das Immobilienunternehmen Consus Real Estate plant eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen. Bis zu 39,9 Millionen neue Aktien sollen ausgegeben werden. Das würde basierend auf dem Schlusskurs vom 14. Juni einem Bruttoerlös von 300 Millionen Euro entsprechen. Consus-Großaktionär Aggregate Deutschland verzichtet mit seiner derzeitigen Beteiligung von 68,6 Prozent auf neue Aktien der Immobilienfirma. CEO Andreas Steyer unterstützt die Kapitalerhöhung durch eine Kauforder von 2 Millionen Euro. Deutsche Bank, J.P. Morgan und UBS agieren bei der Transaktion als Joint Global Coordinators, die Baader Bank als Joint Lead Manager.

Das Luxusimmobilienunternehmen Timeless Hideaways hat die Durchführung eines Initial Coin Offering (ICO) in der Schweiz beschlossen. Es soll im Laufe des zweiten Halbjahres erfolgen. Durch den ICO soll die Eigenkapitalbasis von Timeless gestärkt werden. Im Rahmen dieses virtuellen Börsengangs werden Security-Token auf Basis der Blockchain-Technologie ausgegeben, durch die Investoren direkt am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Die Token seien hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Funktion wie eine Aktie zu werten, teilte das Unternehmen mit.

Der Schweizer Anlagenbauer Oerlikon plant sein Getriebegeschäft Drive Systems abzuspalten und an die Schweizer Börse SIX zu bringen. Der IPO soll im dritten Quartal 2018 erfolgen und das neue Unternehmen unter dem Namen Graziano Fairfield firmieren, teilte der Konzern in einer Pressemitteilung mit. Bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption will sich Oerlikon von sämtlichen Geschäftsteilen trennen. UBS agiert bei dem Börsengang als  Sole Global Coordinator  und  Bookrunner. Berenberg, Jefferies, Vontobel und die Zürcher Kantonalbank fungieren als Co-Bookrunners. Die Banken Kepler Cheuvreux und Mainfirst sind Co-Managers und Octavian Selling Agent.

Die beiden Großaktionäre der Demire Deutsche Mittelstand Real Estate, Apollo Global Management und die Wecken-Gruppe, haben Wandelschuldverschreibungen über insgesamt 10,27 Millionen Euro vor Ende der Laufzeit am 30. Dezember in DEMIRE-Aktien umgewandelt.

Ratingmeldungen

Scope hat das Rating des Energiekonzerns Uniper bei BBB+ mit stabilem Ausblick bestätigt. In der Begründung verweist die Ratingagentur auf ein gestärktes Geschäftsprofil und ein sehr solides Finanzrisikoprofil. Scope betont außerdem, dass Uniper nach wie vor ein unabhängiges Unternehmen sei. Der finnische Energiekonzern Fortum versucht derzeit, das Unternehmen zu übernehmen.

Scope hat das Rating des Autokonzerns Daimler bei stabilem Ausblick mit A bestätigt. Die Agentur begründet ihre Entscheidung mit der guten Marktposition der Daimler-Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars und Daimler Trucks. Zudem sei das starke Finanzrisikoprofil Daimlers ausschlaggebend für das A-Rating.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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