SAP AG / Stephan Daub

27.11.17
Finanzierungen

Finanzierungen: SAP, Hochdorf, Südzucker

SAP refinanziert eine milliardenschwere Kreditlinie, Hochdorf platziert eine Hybridanleihe über 125 Millionen Schweizer Franken und Südzucker begibt einen Anleihe über 500 Millionen Euro – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

SAP schließt revolvierenden Kredit ab

Der Softwarekonzern SAP hat eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 2,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Das geht aus einer Meldung von Allen & Overy hervor, die das Unternehmen bei der Transaktion beraten hat. Mit der Kreditlinie refinanziert das Unternehmen eine Linie aus dem November 2013 über 2 Milliarden Euro. Aufgrund des günstigen Marktumfelds sei die Refinanzierung vorzeitig erfolgt.

Der neue Kredit hat eine Laufzeit von fünf Jahren und kann insgesamt bis zu zwei Jahre verlängert werden. Er konnte nach Angaben von Allen & Overy zu weiter verbesserten Konditionen abgeschlossen werden. 

Hochdorf platziert Hybridanleihe

Das Schweizer Nahrungsmittelunternehmen Hochdorf hat eine nachrangige öffentliche Hybridanleihe über 125 Millionen Schweizer Franken (rund 107 Millionen Euro) primär bei Schweizer Investoren platziert. Der Bond besitzt einen Zinskupon von 2,5 Prozent und eine ewige Laufzeit, wobei er das erste Mal nach fünfeinhalb Jahren zurückgezahlt werden kann.

Ein Teil des Geldes soll zur Finanzierung der  Barmittelkomponente für die Übernahme von 51 Prozent an den Pharmalys-Gesellschaften, einem Anbieter von Babynahrung, genutzt werden. Darüber hinaus wollen die Schweizer den Erlös zur teilweisen Rückzahlung von Bankkrediten sowie für allgemeine Geschäftstätigkeiten und für mögliche zukünftige Übernahmen verwenden. UBS und die Luzerner Kantonalbank haben die Transaktion federführend begleitet. Bereits im März dieses Jahres hatte Hochdorf eine Pflichtwandelanleihe über 218,5 Millionen Schweizer Franken platziert.

Südzucker: Platzierung einer 500-Millionen-Euro-Anleihe

Der Mannheimer Zuckerproduzent Südzucker hat über seine niederländische Tochtergesellschaft Südzucker International Finance eine nicht nachrangige Anleihe über 500 Millionen Euro bei europäischen Investoren platziert. Der Bond wird mit 1 Prozent verzinst und läuft acht Jahre. Südzucker garantiert die Anleihe. 

P & C begibt einen Schuldschein über 150 Millionen Euro

Das Modeunternehmen Peek & Cloppenburg hat den Schuldscheinmarkt angezapft. Ursprünglich hatte das Unternehmen ein Volumen von 75 Millionen Euro angestrebt, konnte das Volumen aber aufgrund der großen Nachfrage auf 150 Millionen Euro aufstocken. Rund ein Dutzend Investoren haben das Papier gezeichnet.

Die Transaktion erfolgt im Rahmen der Neuausrichtung der Bilanzstruktur, teilte das Unternehmen mit. Durch die Diversifizierung der Finanzierungsstruktur verschafft P & C sich nach eigenen Angaben langfristigen Planungs- und Investitionssicherheit. Commerzbank und Deutsche Bank haben die Transaktion arrangiert.

Hochtief sichert sich Milliardenkredit

Der Baukonzern Hochtief hat sich eine Kreditfazilität über 15 Milliarden Euro gesichert. Mit dieser soll die Übernahme des spanischen Infrastrukturanbieters Abertis gestemmt werden. Noch konkurriert Hochtief mit dem italienischen Mitbewerber Atlantia um die Abertis-Übernahme. Nach eigenen Angaben ist die Finanzierung „zu sehr günstigen Konditionen“ syndiziert worden, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. An der Syndizierung haben sich insgesamt 17 Banken aus dem In- und Ausland beteiligt. Konsortialführer waren JP Morgen, Commerzbank, HSBC, Mizuho Bank und Société Générale. Nach Angaben von Hochtief war die Finanzierung überzeichnet.  

Corestate platziert Wandelschuldverschreibungen

Der Immobilien-Investmentmanager Corestate Capital hat nicht eine nachrangige unbesicherte Wandelanleihe über 200 Millionen Euro platziert. Sie läuft bis 2022 und besitzt einen Zinskupon von 1,375 Prozent. Der Wandlungspreis liegt bei 61,9580 Euro, was einer Prämie von 27,5 Prozent über dem Referenzaktienpreis entspricht. Nach eigenen Angaben war das Angebot überzeichnet.

Mit dem Erlös will das Unternehmen bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren sowie einen Teil des Geldes für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Credit Suisse, Morgan Stanley und Berenberg agierten als Joint Global Coordinators und gemeinsam mit Jefferies als Joint Bookrunners.

Weitere Finanzierungen

TLG Immobilien, ein Spezialist für Gewerbeimmobilien, hat eine unbesicherte, festverzinsliche Anleihe mit einem Volumen von 400 Millionen Euro platziert. Die Anleihe besitzt eine Laufzeit bis Ende November 2024 und einen Zinskupon von 1,375 Prozent. Den Erlös beabsichtigt TLG Immobilien unter anderem zur Refinanzierung von Darlehen und für zukünftige Akquisitionen zu verwenden. Deutsche Bank und JP Morgan waren Joint Bookrunners der Transaktion. Victoriapartners hat TLG Immobilien bei der Transaktion beraten.

Der Immobilienentwickler Consus Real Estate hat seine erste Anleihe platziert. Dieser unbesicherte Bond besitzt ein Volumen von 200 Millionen Euro und wird mit 4 Prozent verzinst. Der Laufzeit beträgt fünf Jahre. Consus Real Estate hat die Anleihe bei institutionellen Anlegern platziert. Das Geld will das Leipziger Unternehmen unter anderem für den Erwerb weiterer Anteile an dem Projektentwickler CG-Gruppe sowie zur Akquisition von Gewerbeimmobilien verwenden. JP Morgan und UBS waren Joint Bookrunners der Transaktion und Hauck & Aufhäuser agierte als Co-Bookrunner. White & Case (Federführung: Karsten Wöckener) hat das Unternehmen bei der Transaktion beraten.

Die DVA Group, ein Anbieter integrierter Dienstleistungen rund um Handel und Produktentwicklung in den Bereichen Thermoplaste und Compounds, Pflanzenschutz sowie Gesundheit und Ernährung, hat sich refinanziert. Von einem Bankenkonsortium unter der Führung der Deutschen Bank hat das Hamburger Unternehmen eine revolvierende Kreditlinie über 55 Millionen US-Dollar erhalten. White & Case (Federführung: Florian Degenhardt und Matthias Bochum) stand dem Bankenkonsortium beratend zur Seite.

Das Biotechunternehmen Kuros Biosciences hat mit einem von Investmentmanager Yorkville Advisors Global verwalteten Fonds eine Eigenkapitalfinanzierung (Standby Equity Distribution Agreement) abgeschlossen. Diese sieht vor, dass Yorkville über einen Zeitraum von 36 Monaten bis zu 30 Millionen Schweizer Franken in Form von Eigenkapital zur Verfügung stellt. Dabei wird das Geld in Tranchen von bis zu 1 Million Schweizer Franken ausgegeben. Im Gegenzug erhält Yorkville Kuros-Aktien, zu einem Preis, der jedes Mal neu bestimmt wird.

Der Wettanbieter Mybet Holding plant die Begebung einer Wandelanleihe über bis zu 4,99 Millionen Euro. Der Ausgabepreis je Teilschuldverschreibung soll bei 100 Euro liegen. Der Zinssatz beträgt 6,25 Prozent und die Wandelanleihe läuft bis 2020. Das Papier ist mit Anteilen der maltesischen Konzerngesellschaft Personal Exchange International besichert. Mit dem Geld will die Mybet Holding unter anderem ihre Restrukturierungsmaßnahmen abschließen und ihr Marketing verstärken. Lang & Schwarz Broker begleiten die Transaktion.

Das Düsseldorfer Softwareunternehmen Cognigy hat in seiner ersten Finanzierungsrunde einen siebenstelligen Betrag eingesammelt. Zu den Investoren gehörten die Management- und Technologieberatung Digital Incubation and Growth sowie Bjarne Hansen, der Präsident des Content-Management-System-Herstellers Sitecore USA.

Das biopharmazeutische Unternehmen Heidelberg Pharma hat die geplante Kapitalerhöhung und die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen abgeschlossen. Durch die Emission von rund 7,5 Millionen neuen Aktien und rund 15 Millionen Wandelschuldverschreibungen floss dem Unternehmen insgesamt ein Bruttoemissionserlös von rund 34,4 Millionen Euro zu. Nach eigenen Angaben war das Angebot überzeichnet. Mit dem Erlös will Heidelberg Pharma unter anderem die klinische Entwicklung eines Projekts finanzieren.

Die Finanztochter des Autobauers Volkswagen, Volkswagen Financial Services, hat zum achten Mal chinesische Auto-Asset-Backed-Securities platziert. Die Verbriefung hat ein Gesamtvolumen von 3,5 Milliarden Renminbi (rund 449 Millionen Euro), wobei sie sich in zwei Tranchen unterteilt. Der Zins der Tranche A liegt bei 5,14 Prozent, während die Tranche B mit 5,6 Prozent verzinst ist. Tranche A umfasst 3,07 Milliarden Renminbi und Tranche B besitzt ein Volumen von 132 Millionen Renminbi. Die Transaktion ist mit Fahrzeugfinanzierungen der Volkswagen Finance China besichert.

Das Erdölraffinerie-Unternehmen Raffinerie Heide hat eine Hochzinsanleihe über 250 Millionen Euro platziert. Das Papier läuft bis 2022 und wird mit 6,375 Prozent verzinst.

Ratingmeldungen

Die Raffinerie Heide hat zudem zum ersten Mal ein Rating von Moody's erhalten: Die Agentur bewertet das Erdölraffinerie-Unternehmen mit B3. Der Ausblick ist stabil. Die Ratingagentur verweist in ihrer Begründung unter anderem auf den strategischen Standort der Raffinerie sowie auf das integrierte Infrastruktur-Geschäftsmodell des Unternehmens.

S&P bestätigt das Rating des Schweizer Börsenbetreibers Six Group bei AA-. Die Ratingagentur begründet dies unter anderem mit der breiten Diversifikation, der soliden Bilanzstruktur sowie der hohen Liquidität des Unternehmens. Gleichzeitig senkte S&P den Ausblick des Ratings von stabil auf negativ. In der Begründung verwies die Ratingagentur auf den steigenden Margendruck und auf den zunehmenden Wettbewerb.

Moody’s bestätigt das Rating des Windanlagenbauers Senvion bei B1. In ihrer Begründung verweist die Ratingagentur unter anderem auf die Größe und die Marktposition von Senvion. Gleichzeitig verschlechterte Moody’s den Ausblick von positiv auf negativ. Grund hierfür sei unter anderem das veränderte industrielle Umfeld für Windanlagenbauer, durch das die Unternehmen mit mehr Wettbewerbsdruck konfrontiert seien.
 
antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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