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18.09.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Voltabox, Synlab, Baloise Group

Voltabox will im Herbst an die Börse gehen, Synlab schließt einen Term Loan über 300 Millionen Euro ab und die Baloise Group begibt Hybridanleihe über insgesamt 500 Millionen Schweizer Franken – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Voltabox plant Börsengang im Herbst

Voltabox, ein Systemanbieter für Elektromobilität und Tochterunternehmen des Autozulieferers Paragon, will noch in diesem Herbst an die Börse gehen. Die Aktien des Unternehmens sollen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet werden. Insgesamt sollen fünf Millionen Aktien zuzüglich einer Mehrzuteilungsoption von 825.000 Aktien aus einer Kapitalerhöhung und zusätzliche 500.000 Titel aus dem Paragon-Bestand platziert werden. Der Streubesitz soll bei etwa 40 Prozent liegen. Mit dem Erlös beabsichtigt Voltabox unter anderem seine Produkte weiterzuentwickeln, die Produktionskapazitäten auszubauen und ein Gesellschafterdarlehen der Muttergesellschaft  zurückzuzahlen. Auch zukünftige Akquisitionen sollen mit dem Erlös finanziert werden. Bankhaus Lampe ist Sole Global Coordinator bei der Transaktion und agiert gemeinsam mit Hauck & Aufhäuser als Joint Bookrunner.

Synlab schließt Term Loan ab

Die Laborkette Synlab, ein Portfoliounternehmen des PE-Investors Cinven, hat einen Term Loan über 300 Millionen Euro abgeschlossen. Der neue Kredit ist mit 3 Prozent über Euribor gepreist und besitzt eine Laufzeit bis 2022. Nach eigenen Angaben war das Angebot überzeichnet und die Transaktion konnte schneller als geplant abgeschlossen werden. Synlab beabsichtigt den Erlös für die weitere Umsetzung seiner Konsolidierungsstrategie zu verwenden, über die Synlab-Chef Bartl Wimmer im Interview mit FINANCE sprach.

Baloise Group begibt Hybridbonds

Der Schweizer Versicherungskonzern Baloise Group hat erstmals eine Hybridtransaktion über insgesamt 500 Millionen Schweizer Franken platziert. Diese wurde von der Basler Leben emittiert und auf einer nachrangigen Basis durch die Bâloise Holding garantiert. Die Transaktion teilt sich in zwei nachrangige Hybridanleihen auf. Die erste besitzt ein Volumen von 300 Millionen Schweizer Franken, der Zinskupon liegt bei 1,75 Prozent. Der Bond kann erstmals im Juni 2023 gekündigt werden.

Die zweite Anleihe umfasst 200 Millionen Schweizer Franken, der erste Rückzahlungstermin liegt im Juni 2028. Der Bond wird mit 2,2 Prozent verzinst. Mit dem Geld will die Baloise Group unter anderem allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren, bestehenden Verbindlichkeiten refinanzieren sowie für das laufenden Aktienrückkaufprogramm verwenden. UBS war bei der Transaktion der Strukturierungsberater und Credit Suisse, UBS sowie die Zürcher Kantonalbank die Joint Lead Manager. Die Basler Kantonalbank agierte als Co-Manager.

UBM Development begibt neue Anleihe

Der österreichische Immobilienentwickler UBM Development wird eine neue Anleihe emittieren. Der Bond besitzt ein Volumen von bis zu 100 Millionen Euro, kann aber auch auf bis 120 Millionen Euro aufgestockt werden. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre, der Zinskupon liegt bei 3,25 Prozent. Inhaber der Unternehmensanleihe 2014/2019 können die Papiere in einem Verhältnis von 1:1 gegen neue Teilschuldverschreibungen eintauschen. Zusätzlich erhalten sie einen Barausgleichsbetrag von 28,78 Euro je umgetauschter Teilschuldverschreibung. Der Ausgabekurs der Anleihe liegt bei 101,5 Prozent.

Weitere Finanzierungen

Im Streit um die geplante Restrukturierung der Mittelstandsanleihe von Sanha haben sich das Management und die Gläubiger in der vergangenen Woche geeinigt. Die Mittelstandsanleihe wird wie von Sanha angestrebt um fünf Jahre verlängert. Beim Zinssatz und weiteren Details der Vereinbarung konnten allerdings die Gläubiger ihre Forderungen durchsetzen.

Nestlé Finance International
, eine Finanzierungstochter des Lebensmittelkonzerns, hat laut einem Bericht der Nachrichtenplattform „cash.ch“ zwei neue Bonds geben. Die erste Tranche über 550 Millionen Schweizer Franken hat demnach einen Kupon von 0,25 Prozent und läuft bis 2027. Die zweite, kleinere Tranche über 150 Millionen Euro wird mit 0,55 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit bis 2032. Beide Bonds wurden über par begeben. UBS und Credit Suisse agierten als Bookrunner der Transaktion, heißt es weiter.

Der Minibond-Emittent Sympatex schockt seine Gläubiger. Um eine Insolvenz des Outdoor-Ausrüsters abzuwenden sollen sie auf 90 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Das teilte der Mutterkonzern des Unternehmens, Smart Solutions, mit. Die Mittelstandsanleihe hat ein Volumen von 13 Millionen Euro.

Der Rettungsplan des Stahlzulieferers SKW Stahl droht zu scheitern. Grund dafür ist ein alternativer Rettungsvorschlag des Großaktionärs Olaf Marx. Er hat einen Gegenantrag zu dem geplanten Debt-Equity-Swap gestellt.


Der dänische Metallveredler Norican und seine deutsche Tochtergesellschaften haben sich im Zusammenhang mit der Übernahme der Light Metal Casting Solutions Group refinanziert. Dabei haben die Unternehmen zum einen Schuldverschreibungen über 340 Millionen Euro ausgegeben. Diese laufen bis 2023 und sind mit 4,5 Prozent verzinst. Zum anderen wurde eine Kreditfazilität über 75 Millionen Euro abgeschlossen. Oppenhoff & Partner standen den Unternehmen bei der Transaktion beratend zur Seite.

Der Wohnimmobilienbauträger Euroboden hat weitere Details zu seiner geplanten Anleihe bekannt gegeben. Diese soll 25 Millionen Euro umfassen und einen Zinskupon zwischen 5,5 Prozent und 6,5 Prozent besitzen. Die Laufzeit wird fünf Jahre betragen. Das Unternehmen will die Anleihe im Rahmen eines öffentlichen Angebots und einer Privatplatzierung emittieren. Inhaber der Schuldverschreibung 2013/2018  können die Papiere in einem Verhältnis von 1:1 gegen neue Anleihe eintauschen. Zusätzlich zu den Stückzinsen erhalten sie eine Sonderzahlung von 20 Euro je umgetauschter Schuldverschreibung.

Manomano, ein Online-Marktplatz für Heimwerker- und Gartenprodukte, hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 60 Millionen Euro eingesammelt. Zu den Investoren gehörten General Atlantic, Piton Capital, Partech Ventures und Bpifrance. Mit dem Geld will das Unternehmen sein Wachstum vorantreiben.

Der Solarstromproduzent Edisun Power-Gruppe hat seine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Insgesamt gab das Unternehmen 170.788 neue Aktien zu einem Bezugspreis von 30 Schweizer Franken je Aktie aus. Der Emissionserlös lag daher bei rund 5,1 Millionen Schweizer Franken. Bei der Kapitalerhöhung wurden 72 Prozent der Bezugsrechte der Aktionäre ausgeübt. Dabei berechtigten zwei Bezugsrechte zum Bezug einer neuen Aktie. Die restlichen Anteile zeichnete die beiden größten Aktionäre der Edison Power-Gruppe. Die Zürcher Kantonalbank begleitete die Transaktion.

Über die Online-Forderungsbörse des Frankfurter Fintechs Debitos wurden in der vergangenen Woche erstmals Forderungen gegen den insolventen Stromanbieter Teldafax versteigert. Für die notleidenden Forderungen konnte ein Erlös von 18 Prozent erreicht werden. Teldafax befindet sich seit 2011 in einem Insolvenzverfahren, in das auch rund eine halbe Million Gläubiger involviert sind.

Poolworks, der Betreiber der sozialen Netzwerke Studi VZ und Mein VZ, hat beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz angemeldet. Der Rechtsanwalt Jesko Stark von der Kanzlei GT Restructuring ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt worden.

Ratingmeldungen

Scope bestätigt das Rating des Chemiekonzerns BASF und dessen Finanztochter BASF Finance Europe bei A. Der Ausblick ist stabil. Die Ratingagentur begründet dies unter anderem mit der starken Marktposition sowie mit der hohen Diversifikation des Unternehmens in verschiedene Märkte.

Moody’s bewertet die unbesicherten Anleihen (Senior Unsecured Notes), die von Brenntag Finance ausgegeben und vom Chemiehändler Brenntag garantiert werden, mit Baa3. Der Ausblick ist stabil. In der Begründung weist Moody’s unter anderem auf das solide Geschäftsmodell des Unternehmens hin.

S&P bewertet die Hybridanleihen des Finanzdienstleisters Grenke mit BB-. S&P begründet dies unter anderem mit dem Kreditprofil des Unternehmens sowie mit den Bedingungen der Anleihe.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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