VTG soll von der Börse genommen werden. Gleichzeitig führt der Waggonvermieter eine Kapitalerhöhung über 290 Millionen Euro durch.

VTG

04.03.19
Finanzierungen

Finanzierungen: VTG, BMW, Siemens

VTG wird von der Börse genommen und BMW und Siemens zapfen den Anleihemarkt an – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

VTG verschwindet von der Börse

Das Hamburger Logistikunternehmen VTG steht vor dem Börsenrückzug: Der mit 71 Prozent beteiligte Großaktionär Warwick, ein Beteiligungsvehikel des Infrastrukturfonds der US-Investmentbank Morgan Stanley, hat allen Aktionären ein Abfindungsangebot in Höhe von 53 Euro je Aktie unterbreitetet. Anschließend soll das Delisting erfolgen, teilten die Unternehmen mit. 

Gleichzeitig kündigte VTG die Durchführung einer Kapitalerhöhung in Höhe von 290 Millionen Euro an, um damit eine 2015 begebene Hybridanleihe abzulösen. Im Rahmen der Kapitalerhöhung, die im zweiten Quartal 2019 erfolgen soll, wird Warwick seine „Bezugsrechte im Rahmen der Kapitalerhöhung voll ausüben.“ Die Holding hat sich zudem verpflichtet, sämtliche nicht bezogenen Aktien zu übernehmen. VTG wird bei der Transaktion von Hengeler Mueller (Federführung: Daniela Favoccia und Lucina Berger) beraten. 

BMW platziert zwei neue Anleihen

Der Autokonzern BMW hat über die BMW International Investment BV zwei neue Anleihen über insgesamt 600 Millionen Schweizer Franken (rund 528 Millionen Euro) begeben. Die erste Tranche über 335 Millionen Franken wird mit 0,3 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von 5,5 Jahren. Die zweite Tranche, die 8,5 Jahre läuft, hat ein Volumen von 265 Millionen Franken und der Zinssatz beläuft sich auf 0,75 Prozent. Bei beiden Anleihen besteht eine Aufstockungsmöglichkeit. Die Credit Suisse hat die Transaktion federführend begleitet.

Siemens begibt vier Unternehmensanleihen

Der Technologiekonzern Siemens hat vier neue Anleihen mit einem Emissionsvolumen von insgesamt 3 Milliarden Euro am Kapitalmarkt platziert. Die erste Anleihe über 750 Millionen Euro hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 0,3 Prozent verzinst. Die zweite Anleihe ist mit einer Laufzeit von neun Jahren und einem festen Zinskupon von 0,9 Prozent versehen. Die bis Februar 2031 laufende dritte Anleihe über 800 Millionen Euro wird mit 1,25 Prozent verzinst. Als vierte Tranche platzierte Siemens noch eine zwanzigjährige Anleihe mit einem Emissionsvolumen von ebenfalls 800 Millionen Euro, die über einen Kupon von 1,75 Prozent verfügt.

Weitere Meldungen

Die Aktionäre des Schweizer Biotechnologie- und Pharmakonzerns Novartis haben den geplanten Börsengang der Augenheilsparte Alcon genehmigt. Das eigenständige Unternehmen soll an den Börsen in Zürich und New York gelistet werden. Die Ausgliederung und der Börsengang sollen im zweiten Quartal erfolgen.

Das Logistik- und Technologieunternehmen R-Logitech hat die Aufstockung seiner im April 2018 begebenen Anleihe beschlossen. Der mit 8,5 Prozent verzinste 2023 fällige Bond soll um bis zu 100 Millionen auf 125 Millionen Euro aufgestockt werden. Die neuen Schuldverschreibungen sollen im Rahmen einer internationalen Privatplatzierung bei institutionellen Investoren platziert werden. Mit der Privatplatzierung wurde die BankM beauftragt. Als Selling Agents fungieren die GBR Financial Services und die STX Fixed Income.

Der Prozessautomatisierungsspezialist Onoff hat seinen geplanten Börsengang verschoben. Grund für die Verschiebung sei das schwierige Kapitalmarktumfeld, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Eine Wiederaufnahme des Börsengangs zu einem späteren Zeitpunkt sei jedoch möglich.

Der Tiefkühlkostproduzent Frostkrone-Gruppe refinanziert sich. Dafür und für die Finanzierung der Übernahme der Rite Stuff Foods Grupp erhält das Portfoliounternehmen der Beteiligungsgesellschaft Emeram eine Unitranche-Laufzeitfazilität von dem Vermögensverwalter Pemberton. Zudem beteiligt sich Berenberg mit einer „Super-Senior“-Laufzeitfazilität und einer revolvierenden Fazilität an der Gesamtfinanzierung. Pemberton wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Milbank (Federführung: Mathias Eisen) beraten.

Das Softwareunternehmen Shopimore AG hat einen Insolvenzantrag eingereicht. Wie das Unternehmen mitteilte, führte eine bevorstehende Bedienung eines Darlehens sowie Anwaltskosten im Zusammenhang mit einem Verfahren dazu, dass Shopimore seine Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen kann. Die Tochtergesellschaften Mc-mycard, IK Innovative Kartensysteme und die Shopimore GmbH seien von der Insolvenz jedoch nicht betroffen.

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating des Windanlagenbauers Senvion von B3 auf Caa1 herabgestuft. Der Ausblick ist negativ. Als Begründung führte die Ratingagentur die Ankündigung des Unternehmens an, die Veröffentlichung des Geschäftsberichts wegen laufenden Gesprächen mit den Geldgebern zu verschieben. Das Unternehmen hat ein Sanierungsgutachten nach dem Standard IDWS6 in Auftrag gegeben. Erst vergangene Woche hatte Moody’s das Rating Senvions um eine Notch auf B3 verschlechtert.

Scope hat das Rating der Deutsche Konsum REIT auf BB+ angehoben. Der Ausblick ist stabil. In der Begründung verwies die Ratingagentur auf eine stärkere kurzfristige Liquidität des Unternehmens, die durch die Verlängerung einer Wandelanleihe bis 2025 und der Refinanzierung kurzfristiger Verbindlichkeiten durch einen langfristigen Bond erreicht wurde.  

Moody’s hat das Rating des Maschinen- und Anlagenbauers Gea bei Baa2 bestätigt. Gleichzeitig änderte die Ratingagentur jedoch den Ausblick von stabil auf negativ. Moody’s begründete diese Verschlechterung mit einer abnehmenden Profitabilität, einem negativen free Cash Flow und mehreren Gewinnwarnungen Geas in den vergangenen Monaten.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.