Die Zinskosten zu senken ist ein erklärtes Ziel von Heideldruck-CFO Dirk Kaliebe. Eine Teilrückzahlung des High-Yield-Bonds über 55 Millionen Euro ist nun der erste Schritt.

Heidelberger Druckmaschinen

19.06.18
Finanzierungen

Heideldruck beginnt mit Abbau der Hochzinsanleihe

Heidelberger Druckmaschinen beginnt mit der Rückführung des teuren High-Yield-Bonds: Mitte Juli will CFO Dirk Kaliebe 55 Millionen Euro der mit 8 Prozent verzinsten Hochzinsanleihe tilgen. Aber was kommt danach?

Heideldruck kann einen Teil seiner Hochzinsanleihe abwerfen: Der High-Yield-Bond über rund 205 Millionen Euro läuft noch bis 2022, eine Teilsumme von 55 Millionen Euro will CFO Dirk Kaliebe nun aber schon zum 18. Juli dieses Jahres zurückzahlen. Damit sinkt das Restvolumen auf 150 Millionen Euro. Auf die 2015 emittierte Hochzinsanleihe muss Heideldruck noch einen Kupon von stolzen 8 Prozent zahlen. Eine Reduzierung des Volumens um 55 Millionen Euro spart dem SDax-Unternehmen damit mehr als 4 Millionen Euro an Zinsen.

Die Rückzahlung erfolgt zu einem Kurs von 104 Prozent und damit zu etwas weniger, als die Anleihe aktuell gehandelt wird. Den finanziellen Spielraum für die teilweise Rückzahlung verdankt Heideldruck einer im Frühjahr abgeschlossenen syndizierten Kreditlinie über insgesamt 320 Millionen Euro. Im Gespräch mit FINANCE sagte Kaliebe damals sogar, es ergäbe sich die Möglichkeit, das Volumen des High-Yield-Bonds vorzeitig um rund 100 Millionen Euro zu reduzieren.

Warum CFO Kaliebe nur einen Teilschritt geht

Dass Kaliebe nun einen deutlich kleineren Schritt geht, könnte darauf hindeuten, dass der Maschinenbauer noch andere Verwendungszwecke, etwa M&A-Gelegenheiten, prüft. Die Übernahme von Unternehmen sowie Investitionen in die digitale Transformation des Traditionskonzerns würden einen anderen Einsatz der Mittel erfordern.

Und diese sind nicht unbegrenzt vorhanden: Die Nettofinanzverschuldung des Unternehmens liegt bei 236 Millionen Euro und entspricht dem 1,4-fachen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Dies ist moderat, doch Heideldruck leidet zusätzlich unter enorm hohen Pensionslasten von über 500 Millionen Euro, die die Eigenkapitalquote auf 15 Prozent drücken.

Erst wenn sich abzeichnet, dass sich am M&A-Markt keine großen Gelegenheiten bieten, dürfte Kaliebe mit der Rückführung des teuren Bonds fortfahren. Die Gelegenheit dazu wäre jederzeit kurzfristig und unkompliziert vorhanden, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Heideldruck will Zinskosten fast halbieren

Tatsache ist jedoch, dass CFO Kaliebe noch weitere Tilgungsschritte umsetzen müsste, um sein Ziel zu erreichen. Insgesamt will er die Zinskosten des Unternehmens – zuletzt ein Betrag von rund 35 Millionen Euro – mittelfristig auf rund 20 Millionen Euro senken und sie damit annähernd halbieren. „Wir arbeiten kontinuierlich daran, unseren Finanzierungsrahmen und die Kapitalstruktur zu optimieren“, lässt sich Kaliebe anlässlich der jetzt erfolgten Teilrückzahlung zitieren. Ihm zufolge verfügt der Industriekonzern auch nach dieser Transaktion noch über einen Finanzrahmen von rund 700 Millionen Euro.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Alles über den Werdegang und die Karrierehighlights des Heideldruck-Finanzchefs finden Sie im FINANCE-Köpfe-Steckbrief von Dirk Kaliebe.