Zamek wechselt die Geschäftsführung aus. Bei dem Hersteller von Fertigprodukten läuft es seit Monaten nicht rund.

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04.02.14
Finanzierungen

Kursrutsch: Gläubiger zweifeln offenbar an Zamek-Mittelstandsanleihe

Beim Fertiggerichtehersteller Zamek dreht sich das Personalkarussell weiter: Fünf Monate verbrachte Petra Zamek alleine an der Unternehmensspitze, nun scheidet sie aus der Geschäftsführung aus. Sie soll das Unternehmen künftig als externe Beraterin bei der Kapitalmarktkommunikation unterstützen. Dabei kann der Emittent einer Mittelstandsanleihe dringend Hilfe gebrauchen.

Zamek stellt seine Führung neu auf: Petra Zamek, die Frau des Mehrheitsgesellschaftes Bernhard Zamek, scheidet aus der Geschäftsführung des Fertiggerichteherstellers aus. Ihr Nachfolger wird Reiner Wenz, der zuletzt die Geschäfte des Wurstherstellers Höll leitete. Es ist bereits die zweite Umstellung innerhalb weniger Monate: Erst im vergangenen September hatte Petra Zamek die alleinige Geschäftsführung übernommen, nachdem Co-Chef Michael Krüger das Unternehmen überraschend verlassen hatte.

Hintergrund des Wechsels ist offenbar auch das schlechte Bild, das Zamek am Kapitalmarkt abgibt: Petra Zamek soll sich nun künftig als externe Beraterin des Unternehmens insbesondere der Kapitalmarktkommunikation widmen, während sich der neue Geschäftsführer Wenz auf das operative Geschäft konzentrieren wird.

Mittelstandsanleihe in freiem Fall

Der Kurs der 45 Millionen Euro umfassenden Mittelstandsanleihe, die Zamek im Mai 2012 emittiert und im Februar 2013 aufgestockt  hat, notiert derzeit gerade einmal bei 30. Bis zum vergangenen September pendelte der Kurs noch um 90, seit dem Rückzug von Geschäftsführer Krüger ging es jedoch nahezu stetig nach unten. Nach einer Ratingherabstufung von Creditreform von B+ auf B- und der Veröffentlichung schlechter Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2012/2013 brach der Kurs im Dezember und Januar zwischenzeitlich sogar auf 25 ein.

Der Kursrutsch spricht dafür, dass viele Anleihezeichner das Vertrauen in das Unternehmen und die Mittelstandsanleihe verloren haben. Im Mai muss Zamek das nächste Mal den Kupon der mit 7,75 Prozent verzinsten Anleihe zahlen. Woher das Geld dafür kommen soll, ist nach dem aktuellen Geschäftsbericht für den Zeitraum von Juli 2012 bis Juni 2013 zumindest fraglich: Demnach sank der Umsatz im Berichtszeitraum um gut 8 Prozent auf 73,72 Millionen Euro, der Verlust summierte sich auf 10,65 Millionen Euro und auch der Cashflow aus betrieblichen Tätigkeiten war mit einem Minus von 8,448 Millionen Euro tief im roten Bereich. Zamek begründete die Zahlen mit einem langen Streik sowie mit höheren Logistikkosten.

Ob angesichts dieser Zahlen die Ernennung einer Beraterin für Kapitalmarktkommunikation ausreicht, um die Gläubiger zu beruhigen, ist fraglich. Auch für den Nachfolger an der Spitze gibt es einiges zu tun: Für das aktuelle Geschäftsjahr, das bereits zur Hälfte vergangenen ist, hat Zamek eine bessere Geschäftsentwicklung versprochen. Zahlen, die dies untermauern, legte das Unternehmen allerdings noch nicht vor.

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