MT Energie

08.11.13
Finanzierungen

MT Energie bekommt Eigenkapitalspritze

Christoph Martens, Hauptgesellschafter des angeschlagenen Biogasanlagenherstellers MT Energie, will dringend benötigtes Eigenkapital einschießen. Das und die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen haben Banken und Kreditversicherer bewogen, dem Unternehmen die Stange zu halten. Die Mittelstandsanleihe könnte profitieren.

Der angeschlagene Biogasanlagenhersteller MT Energie stärkt seine Eigenkapitalbasis. Das teilte das Zevener Unternehmen am Freitag mit. Demnach will Hauptgesellschafter Christoph Martens Eigenkapital zuschießen, „um die finanzielle Basis des Unternehmens weiter zu stabilisieren“, hieß es in der dazu veröffentlichten Pressemitteilung. Über die Höhe der Einlage Martens, der 85 Prozent der Anteile an MT Energie hält, schwieg sich das Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt aus. Per Ende Juni lag die Eigenkapitalquote bei bedrohlich mageren 1,9 Prozent – auch wenn das Unternehmen im Halbjahresbericht darauf hinwies, dass Gewinne üblicherweise in der zweiten Jahreshälfte realisiert werden, so dass die Eigenkapitalausstattung erst zum Jahresende aussagekräftig sei.

Davon abgesehen gibt es aber weitere positive Nachrichten aus Zeven. So haben sich in dieser Woche die finanzierenden Banken und Kreditversicherer einvernehmlich dazu bekannt, die Finanzierung von MT-Energie weiterhin sicherzustellen. Entscheidend zu dem Commitment beigetragen hätten die Restrukturierungsmaßnahmen der vergangenen Monate, ließ MT Energie wissen. So wurde im Zuge der Restrukturierung unter anderem die bisherige Geschäftsführung des Unternehmens komplett ausgetauscht.  CEO ist seit Anfang Oktober der 50-jährige Markus Niedermayer. Das Amt des Finanzvorstands hat Sören Schleider übernommen.

Mittelstandsanleihe: Covenant-Bruch vermeidbar?

Neben der personellen Rochade und Änderungen in den Bereichen Organisation und Prozesse gibt es laut MT Energie aber auch Hoffnungsschimmer im operativen Geschäft. So würden die Einnahmen aus dem Servicegeschäft per 31. Oktober 2013 mit 16,5 Millionen Euro um gut 10 Prozent über Plan liegen. Die für das Jahr 2014 angestrebte Marke von 20 Millionen Euro bei den Serviceumsätzen werde aller Voraussicht nach schon in diesem Jahr überschritten. Und auch der Auftragseingang für den Neubau von Biogasanlagen würde mit 104,3 Millionen Euro per Ende Oktober um 15 Prozent über Plan liegen.

Ob der im Halbjahresbericht in Möglichkeit gestellte Eigenkapitalcovenant-Bruch damit aus der Welt geschafft ist, ließ das Unternehmen jedoch offen. Laut Wertpapierprospekt besitzen die Gläubiger der 2012 begebenen Mittelstandsanleihe über knapp 14 Millionen Euro ein Sonderkündigungsrecht, sofern die Eigenkapitalquote unter die garantierten 20 Prozent fällt. Der Kurs der Anleihe erholte sich dramatisch und lag am Nachmittag bei 38 Prozent des Nennwerts mehr als doppelt so hoch wie zum Vortagesschluss.

andreas.knoch[at]finance-magazin.de

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