Nur zur Hälfte platziert: Die Mittelstandsanleihe der Modefirma Rena Lange aus München.

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12.12.13
Finanzierungen

Rena Lange: Mittelstandsanleihe nur zur Hälfte platziert

Als einer der ersten Markenartikler überhaupt konnte die Modefirma Rena Lange ihre Mittelstandsanleihe nicht vollständig platzieren. Von den bis zu 10 Millionen Euro brachte das Unternehmen nur etwa die Hälfte unter. Investoren sind offenbar verunsichert.

Das Modeunternehmen Rena Lange hat eine Mittelstandsanleihe begeben. Doch der angepeilte Maximalbetrag von 10 Millionen Euro wurde nur gut zur Hälfte erreicht. Damit reiht sich die nach eigener Darstellung einzige Couture-Marke Deutschlands in die Riege der Unternehmen ein, für die es am Minibond-Markt derzeit nicht nach Plan verläuft. Creditreform bewertet das Unternehmen, das die vierjährige Anleihe mit einem Kupon von 8 Prozent begeben hat, mit BB- unterhalb des Investment Grades.

Es gab in diesem Jahr schon eine ganze Reihe von Mittelstandsanleihen, bei denen das angepeilte Emissionsvolumen nicht erreicht wurde, zum Beispiel beim Anlagenbauer Rena oder bei Karlie, einem Händler für Heimtierbedarf. Emittenten mit einer starken Retail-Marke haben ihre Mittelstandsanleihen hingegen fast immer voll platzieren können, zum Teil sogar mit mehrfachen Überzeichnungen. Dass bekannte Marken bei der Platzierung helfen, hatte unlängst erst Hallhuber-CFO Richard Lohner im Interview mit FINANCE-TV bestätigt.

Rena Lange hingegen ist es dennoch nicht gelungen, mehr als 5,4 Millionen Euro einzusammeln. Trotzdem  gibt sich Rena Lange-Chef Siegmund Rudigier selbstbewusst und zufrieden: „Auch wenn wir nicht ganz unser Maximalvolumen von 10 Millionen Euro erreicht haben, freue ich mich sehr über das Vertrauen, das unserer Gesellschaft auch in einem angespannten Marktumfeld entgegengebracht wurde."

Mittelstandsanleihen unter Druck

Mit dem Anleiheerlös will Rena Lange laut Mitteilung die wesentlichen Bausteine der Wachstumsstrategie „sicher umsetzen“. Als Beispiele nennt das Münchener Modeunternehmen die Entwicklung einer neuen Accessoire-Linie, den Markteintritt in China, den Aufbau internationaler Läden und den Kauf des Wettbewerbers St. Emile. Für weitere Schritte werden die „laufenden Gespräche mit interessierten Anlegern fortgesetzt“. Dies deutet auf Pläne für eine Nachplatzierung der Anleihe hin.

Die zähe Emission des Modehauses verstärkt den Eindruck, dass das Segment der Mittelstandsanleihen in den vergangenen Wochen – wie schon in der letzten Phase vor der Sommerpause – wieder unter Druck geraten ist. Daran haben auch diverse Hiobsbotschaften ihren Anteil: So steht den Investoren der Mittelstandsanleihe von 3W Power, der Holding des Solarzulieferers AEG Power Solutions, ein Schuldenschnitt bevor – die Gläubigerversammlungen laufen bereits. Die drei Emittenten FFK, Getgoods und hkw haben in den vergangenen Wochen sogar Insolvenz anmelden müssen. Auch beim Solarprojektierer S.A.G. Solarstrom befinden sich die Kurse der Mittelstandsanleihen im freien Fall.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

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