Restrukturierung: Scholz mit roten Zahlen

Scholz

30.09.13
Finanzierungen

Restrukturierung: Scholz mit roten Zahlen

Wertberichtigungen sowie deutliche Preis- und Mengenrückgänge verhageln Scholz das erste Halbjahr. Der Schrottrecycler muss einen hohen Verlust ausweisen. Doch die Restrukturierung läuft.

Dem Schrottrecycler Scholz weht ein rauer Wind ins Gesicht. Das Unternehmen aus Essingen musste das erste Halbjahr 2013 mit einem hohen Verlust beenden. Wie Scholz mitteilte, erzielte die Unternehmensgruppe in den ersten sechs Monaten einen Konzernumsatz von 2 Milliarden Euro, was einem Rückgang von rund einem Fünftel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Den Rückgang begründet Scholz vor allem mit einem signifikant geringerem Preis- und Mengenniveau.

Das EBITDA sank um 36 Prozent auf 70,2 Millionen Euro im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit brach sogar noch mehr ein. Waren es noch 23,2 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, so muss Scholz nun einen Verlust von 3,1 Millionen Euro ausweisen.

Das außerordentliche Ergebnis des Schrottrecyclers beträgt sogar minus 75,5 Millionen Euro. Es entfällt „fast vollständig auf Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Geschäftsbeziehung mit dem australischen Recyclingunternehmen CMA“, teilte Scholz mit. Das Ergebnis nach Steuern zeigt einen deutlichen Fehlbetrag von 82,5 Millionen Euro für die ersten sechs Monate dieses Jahres. Im ersten Halbjahr 2012 konnte Scholz nach Steuern noch ein Ergebnis von 14,4 Millionen Euro ausweisen.

Neuer Kredit sichert Finanzierung des laufenden Geschäfts

Der Schrottrecycler Scholz befindet sich derzeit in einer harten Restrukturierung. Wie die Unternehmensgruppe nun aber mitteilte, sollen im ersten Halbjahr die „bilanziellen Belastungen aus der Restrukturierung und Neuausrichtung weitgehend verarbeitet“ worden sein. Erst Mitte September hat Scholz mit dem Abschluss einer neuen Kreditlinie zur Finanzierung des laufenden Geschäfts eine Verschnaufpause verschafft.

Zusammen mit dem Ende August vereinbarten Stillhalteabkommen mit den Finanzgläubigern sei damit die finanzielle Basis geschaffen, um das Konzept für die operative Restrukturierung und Neuausrichtung der Gruppe umzusetzen, hieß es damals. Die Ratingagentur Euler Hermes honorierte diesen Erfolg und setzte den Ausblick für das B-Rating von Scholz unbestimmt auf stabil hoch. Die 2017 fällige Mittelstandsanleihe ist nicht von den Restrukturierungsverhandlungen betroffen.

Scholz hat sich noch einiges auf die Agenda gesetzt: Durch die Restrukturierung will der Schrottrecycler bis 2015 wieder eine nachhaltige Profitabilität erreichen und seine Nettofinanzverschuldung auf rund 700 Millionen Euro reduzieren. Der Verschuldungsgrad soll auf einen Faktor unter 4 sinken.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

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