ZF Friedrichshafen

14.01.15
Finanzierungen

ZF Friedrichshafen begibt größtes Schuldscheindarlehen aller Zeiten

Der Getriebehersteller ZF Friedrichshafen hat mit der Ausfinanzierung für die Übernahme von TRW begonnen: Das Unternehmen sammelt durch einen Schuldschein 2,2 Milliarden Euro ein. Weitere Emissionen sollen schon bald folgen.

ZF Friedrichshafen rüstet sich für die anstehende Übernahme von TRW Automotive: Der Getriebehersteller hat ein Schuldscheindarlehen von 2,2 Milliarden Euro begeben. Es handelt sich nach FINANCE-Informationen um das größte, das je ein deutsches Industrieunternehmen begeben hat. Das Volumen verteilt sich auf sechs Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren. Die Zinsmargen wurden am unteren Ende der jeweiligen Vermarktungsspanne festgelegt.  

Begleitet wurde die Platzierung des Schuldscheindarlehens von der Bayerischen Landesbank und der Landesbank Baden-Württemberg. Die Emission ist das dritte Schuldscheindarlehen, im Oktober 2012 hat das Unternehmen zuletzt ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 400 Millionen Euro begeben. Ursprünglich war das Ziel, lediglich den bestehenden Schuldschein zu refinanzieren. Mit dem unerwartet hohen Emissionserlös kann ZF einen Teil der Brückenfinanzierung vorzeitig ablösen.

ZF: Schuldscheindarlehen mehrfach überzeichnet

Wie das Unternehmen berichtet, war das Darlehen mehrfach überzeichnet, insgesamt haben über 200 Investoren nachgefragt. Die Platzierung erfolgte bei Privat-, Landes- und Genossenschaftsbanken, größtenteils in Deutschland, teilweise auch im restlichen Europa und in Asien. „Das große Interesse der Investoren zeigt das Vertrauen in ZF – und in die strategische Weichenstellung, die wir mit der geplanten Übernahme von TRW vornehmen“, sagte CFO Konstantin Sauer.

Mit den Mitteln sollen Teile der Finanzierung für den Kauf von TRW gestemmt werden, weitere Teile der Finanzierung sollen durch die Ausgabe von Euro- und US-Dollar-Anleihen noch im ersten Halbjahr 2015 erfolgen.

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Herausforderung für ZF-CFO Konstantin Sauer

Im September vergangenen Jahres kündigte ZF den Megadeal mit dem US-Konzern TRW an, den das Unternehmen für 13,3 Milliarden Dollar (inklusive Schulden) übernehmen wird. Der Kaufpreis entspricht einem Ebitda-Multiple von 7,9x auf Basis der 2013er Zahlen. Der Deal soll „konservativ finanziert“ werden, sagte Konstantin Sauer damals.

Für Sauer, den FINANCE zum CFO des Monats November gewählt hat, ist der Deal ein Erfolg und eine Herausforderung zugleich, denn von ihm werden künftig eine hohe Präsenz und ausgeklügelte Hedging-Strategien gefragt sein. Bereits kurz nach der Ankündigung begann ZF damit, Balast abzuwerfen und verkaufte die ZF Lenksysteme an Bosch.  

julia.becker[at]finance-magazin.de

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