Management-Vergütung: Deutschland auf Platz 3

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iStock / Thinkstock / Getty Images

Die Vergütungslandschaft in Europa wächst langsam zusammen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner (hkp), die die Vergütungen der in den Börsenindices STOXX Europe 50 und EURO STOXX 50 geführten Unternehmen für das Geschäftsjahr 2011 ausgewertet hat. Die höchsten Vergütungen werden demnach in der Schweiz, in Großbritannien und in Deutschland gezahlt, wobei sich die deutschen Vorstände mit dem dritten Platz begnügen müssen. Die durchschnittliche CEO-Vergütung auf europäischem Niveau beläuft sich der hkp-Analyse zufolge auf rund 5,7 Millionen Euro, die der sonstigen Geschäftsleitungsmitglieder einschließlich des CFOs auf rund 3,3 Millionen Euro. Der Wert für den Vorstandsvorsitzenden von Volkswagen, der 2011 16,6 Millionen Euro verdiente, nimmt mit deutlichem Abstand die Spitzenposition in Europa ein. VW-CFO Hans Dieter Pötsch bekam im vergangenen Jahr mit 7.745.613 Euro aber auch noch eine stolze Direktvergütung und liegt damit über der durchschnittlichen CEO-Direktvergütung in Europa.

CFO verdient deutlicher weniger als CEO

Ein Finanzvorstand verdient dennoch nach wie vor deutlich weniger als sein Vorstandsvorsitzender. Die Vergütung der CEOs liegt zwischen dem Doppelten (Deutschland, 2,05) und dem Eineinhalbfachen (Frankreich, 1,57) über dem Vergleichswert für die jeweiligen sonstigen Mitglieder der Geschäftsleitungen einschließlich der CFOs. Dies sei vor allem auf den größeren Anteil der langfristigen variablen Vergütung zurückzuführen, heißt es seitens hkp. Dieser beträgt bei den CEOs in Großbritannien fast zwei Drittel der Direktvergütung (65 Prozent), in der Schweiz liegt er bei 62 Prozent und in Deutschland bei ungefähr der Hälfte (53 Prozent). Die geringsten Anteile an der Langfristvergütung sind mit 32 Prozent in Spanien und mit 38 Prozent in Frankreich zu beobachten, für die wiederum der höchste Anteil an einjährigen variablen Vergütungen (29 Prozent bzw. 33 Prozent) ermittelt wurde.

Zudem wird der Studie zufolge die Vergütungshöhe maßgeblich durch die Unternehmensgröße und Branche sowie den Standort des Konzernsitzes beeinflusst wird. Auch die internationale Wettbewerbsintensität spielt eine wichtige Rolle. So ist der Pharma-Sektor die Industrie mit den höchsten Vergütungsniveaus im europäischen Vergleich. „Wir sehen ähnliche Vergütungsstrukturen und -höhen innerhalb der führenden Unternehmen einer Branche, aber nach wie vor große Unterschiede im Ländervergleich“, bilanziert Michael H. Kramarsch, Managing Partner bei hkp.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.