Pepco beendet Restrukturierung
Pepco Germany hat seine Restrukturierung in Rekordzeit abgeschlossen. Ein halbes Jahr nach Beginn des Eigenverwaltungsverfahrens stimmte die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan einstimmig zu, wie es in der Mitteilung der Sanierer heißt. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg bestätigte den Plan, sodass das Verfahren zum 28. Februar endet. Operativ wurde das Filialnetz des Discounters von 64 auf 36 Standorte reduziert und demnach die Mitarbeiterzahl von 500 auf 350 verkleinert, um eine solide Basis für zukünftiges Wachstum zu schaffen.
Nach Abschluss des Verfahrens beendet Sanierungsgeschäftsführer Christian Stoffler (Gerloff Liebler Rechtsanwälte) sein Mandat. Als Sachwalter agierte Gordon Geiser (Greenberg Traurig).
Die Pepco Group betreibt über 4.000 Filialen in 18 Ländern und wird an der Warschauer Börse gehandelt. Seit 2022 ist sie in Deutschland aktiv und betreibt Geschäfte hauptsächlich in Ostdeutschland. Die Kette verkauft vorwiegend Kleidung, aber auch Spielzeug und Deko-Artikel.
Autozulieferer Ultinon Motion restrukturiert sich
Ultinon Motion Germany, ehemals Lumileds Lampen & Accessoires, hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet, das Anfang Februar bestätigt wurde. Das Aachener Unternehmen produziert Fahrzeuglampen und beschäftigt über 1.700 Mitarbeitende in über 30 Ländern. Grund für die Krise sei die angespannte Lage im Automotive-Sektor und die Belastung durch das Insolvenzverfahren der US-Mutter First Brands Group, heißt es in der Unternehmungsmitteilung. Gespräche mit Konzerngesellschaften seien Teil der Fortführungsstrategie.
Wolfgang Piroth (Husemann) wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Sein Ziel ist es, ein zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln, das dem Unternehmen langfristige Perspektiven bietet.
Metallbauer Mafo Systemtechnik ist insolvent
Mafo Systemtechnik ist insolvent. Neben der allgemeinen wirtschaftlichen Schwäche in der Industrie haben vor allem die erheblichen Preissteigerungen bei den laufenden Betriebskosten die Liquidität des Unternehmens belastet. Zudem führte ein Sanierungsverfahren bei einem vormaligen Hauptkunden zu einem signifikanten Umsatzrückgang, da dieser wesentliche Geschäftsaktivitäten ins Ausland verlagert hatte. In der Folge musste der Metallbauer im Geschäftsjahr 2025 nach über 20 Jahren erstmals einen Verlust ausweisen, heißt es in der Mitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters, Michael Verken (Anchor).
Der Metallbauer beschäftigt 97 Mitarbeitende, darunter neun Auszubildende, die den Geschäftsbetrieb derzeit aufrechterhalten. Der Insolvenzverwalter sucht für das auf Metallverarbeitung und Sondermaschinenbau spezialisierte Traditionsunternehmen im Rahmen eines strukturierten M&A-Prozesses nach einem strategischen Investor, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern.
Investorensuche für SFS Personalservice
Ein unerwarteter Auftragsverlust bei einem Großkunden machte bei dem Erfurter Personaldienstleister SFS Personalservice eine Insolvenz unumgänglich. Die dadurch entstandene Liquiditätslücke konnte nicht schnell genug durch Neuaufträge und Personal- und Restrukturierungsmaßnahmen geschlossen werden. Das gab der Insolvenzverwalter der Erfurter, Christoph Rothämel (Schultze & Braun), bekannt. Rothämel begibt sich nun auf Investorensuche. Ziel sei es, einen Käufer zu finden, um möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern.
Bereits mehrere Interessenten haben sich gemeldet, und Gespräche im Rahmen eines geordneten M&A-Prozesses laufen. Die Turnaround- und Transaktionsspezialisten Daniel W. Flade und Alexander Riwosch (Exnet-Gruppe) begleiten den Prozess. SFS ist seit 2005 in der Arbeitnehmerüberlassung und im Sicherheitsgewerbe tätig. Aktuell sind rund 120 Personen beschäftigt. Aufgrund des Auftragsverlusts mussten Arbeitsverhältnisse von etwa 60 Beschäftigten auslaufen.
Webesan unter Druck des Fachkräftemangels
Der Spezialist für Sanierung von Brand- und Wasserschäden Webesan ist insolvent. Susanne Berner (Dr. Berner & Partner) wurde zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellt. Das geht aus einer Mitteilung der Kanzlei hervor. Hintergrund des Insolvenzantrags sind interne Umstrukturierungen und der Fachkräftemangel, der die Branche belastet. Das bundesweit tätige Familienunternehmen, das zudem auf die Beseitigung von Schadstoffen und Schimmelpilzbefall an Gebäuden spezialisiert ist, beschäftigt rund 260 Mitarbeitende an elf Standorten. Berner bereitet derzeit einen strukturierten Investorenprozess vor, um einen Investor zu finden, der das Unternehmen weiterentwickelt.
Atlas stellt sich in Eigenverwaltung neu auf
Der Baumaschinenhersteller Atlas geht in die Eigenverwaltung. Die Marktschwäche in der Baumaschinenbranche führte bei dem seit 1919 tätigen Unternehmen zu Liquiditätsengpässen, trotz vorheriger Maßnahmen. Ein Investorenprozess soll laut Mitteilung des Unternehmens zusätzliche Optionen eröffnen. Die Geschäftsführung wird unterstützt von den Sanierungsexperten Malte Köster und Hans-Joachim Berner (Köster Berner). Hendrik Gittermann (Reimer) überwacht als vorläufiger Sachwalter die Sanierung. Atlas beschäftigt rund 400 Mitarbeitende und setzte zuletzt Unternehmensangaben zufolge 150 Millionen Euro um.
Automobilzulieferer Teknia geht in Insolvenz
Der Stuttgarter Automobilzulieferer Teknia hat Anfang Februar ein Insolvenzverfahren eröffnet. Ilkin Bananyarli (Pluta) wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. Teknia Stuttgart ist mit rund 100 Mitarbeitenden spezialisiert auf hochpräzise Fahrwerks- und Lenkungskomponenten. Das Team um Bananyarli arbeitet laut Mitteilung an einer langfristigen Lösung und wird von SGP Schneider Geiwitz Corporate Finance beim Investorenprozess unterstützt. Seit 1992 gehören die Stuttgarter zur spanischen Teknia Gruppe. Der Insolvenzantrag gilt allerdings nur für die deutsche Gesellschaft.
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Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.
