Auf Rekordkurs: Das Exportfactoring legte um 24,2 Prozent zu.

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17.03.16
Wirtschaft

Factoring-Markt knackt 200-Milliarden-Marke

Noch nie wurden so viele Forderungen weiterverkauft wie im vergangenen Jahr. Angetrieben wird der Boom der Branche von der deutschen Exportstärke.

Der deutsche Factoring-Markt freut sich über zweistellige Wachstumsraten. Wie die Zahlen des Deutschen Factoring-Verbandes zeigen, ist der Markt für Forderungsverkauf im vergangenen Jahr um gut 10 Prozent auf 209 Milliarden Euro gewachsen – eine historischen Bestmarke.

Aber nicht nur das Volumen der Forderungsverkäufe, sondern auch die Anzahl an Kunden stieg im vergangenen Jahr, und zwar auf 20.300. Das entspricht einem Plus von 7,6 Prozent.

Der Factoring-Markt profitierte vor allem von der anhaltend guten Konjunktur: Die deutsche Wirtschaft exportierte Waren im Wert von knapp 1,2 Billionen Euro und damit 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Offenbar lagerten viele der Verkäufer ihre Forderungen an Factoring-Dienstleister aus – denn das Exportfactoring steigerte sich um 24,2 Prozent auf 55,7 Milliarden Euro.

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Osteuropa wichtigster Factoring-Partner für Deutschland

Im Ranking der wichtigsten Partnerländer und -regionen im Factoring führen unverändert Osteuropa sowie die Beneluxstaaten. Aufgrund seiner nachlassenden Wirtschaftskraft fällt Frankreich von Platz 3 auf Platz 4. Asien holte hingegen 2015 auf den dritten Platz auf. Rückläufige Umsatzzahlen gab es in Spanien, in der Türkei und in Griechenland.

Zu den für den Factoringmarkt bedeutendsten Branchen zählten 2015 Handel und Handelsvermittlung (26 Prozent), Fahrzeugbau (13,2 Prozent) und Herstellung Metallerzeugnisse und Maschinenbau (9,5 Prozent).

Der Trend zum Inhouse-Factoring setzte sich weiter fort. Mit einem Anteil von knapp 80 Prozent und einer Wachstumsrate von 3,8 Prozent verdrängte es das Full-Service-Factoring noch weiter. Dieses hat nur noch einen Anteil von 13,5 Prozent. Das Fälligkeits-Factoring legte auf knapp 7 Prozent leicht zu.

Angesichts dieser Zahlen wundert es wenig, dass der Deutsche Factoring-Verband optimistisch ins laufende Jahr blickt. Knapp die Hälfte der Verbandsmitglieder rechnen mit einer „sehr guten“ (12 Prozent) oder „guten“ Tendenz (32 Prozent). Die knappe Mehrheit geht von einer „befriedigenden“ Geschäftsentwicklung aus (52 Prozent). Nur 4 Prozent rechnen mit ausreichenden Umsatzzahlen.

vanessa.wilke[at]finance-magazin.de

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