Im Familien-Clan Darboven geht es heiß her. Die Frage: Wer darf die Nachfolge von Patriarch Albert Darboven als Chef der Kaffee-Dynastie antreten?

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13.12.18
Wirtschaft

FINANCE-Resterampe: Chef-Wechsel per Adoption, Social-Media-CFOs, Börsen-Irrtum

Vorerst keine Adoption in der Darboven-Familie, Finanzchefs auf Social Media und der versehentliche SDax-Abstieg von DMG Mori: FINANCE ordnet die kuriosesten News aus der Finanzwelt der vergangenen Wochen ein.

Darboven will Nachfolge angeblich per Adoption regeln

Patriarch Albert Darboven versucht sich gerade an einer Unternehmensnachfolge der etwas anderen Art. Er würde übereinstimmenden Medienberichten zufolge gerne Andreas Jacobs adoptieren und ihn zum Nachfolger in seinem Hamburger Kaffee- und Tee-Imperium („Mövenpick“, „Eilles“) machen. Denn nur ein Familienmitglied darf das Traditionshaus führen. Jacobs entstammt ebenfalls einem Kaffee-Imperium („Jacobs Kaffee“), das seit 1990 zu Kraft Foods gehört.

Die Idee des Darboven-Patriarchs ist nicht neu: Albert Darboven wurde als Albert Hopusch geboren und in den Fünfzigern von seinem Großonkel adoptiert. Erst dadurch konnte er Chef der Kaffee-Dynastie werden.

Gegen die jüngste geplante Adoption gibt es in der Darboven-Familie nun jedoch Widerstand. Vor allem Sohn Arthur Darboven, der auf dem Weg als Nachfolger offenbar übergangen werden soll, spricht sich dem Vernehmen nach gegen den Schritt aus. Er soll durchaus bereit sein, neuer Darboven-Chef zu werden. Erster Erfolg für ihn: Das Amtsgericht Hamburg-Blankenese hat laut einem Bericht der „Welt“ zufolge nun in erster Instanz entschieden, den Adoptionsantrag zurückzuweisen. Jacobs darf also vorerst nicht Chef von J. J. Darboven werden. Gegen die Entscheidung kann allerdings noch Beschwerde eingelegt werden.

Finanzchefs entdecken soziale Netzwerke

Selten zeigen deutsche CFOs öffentlich private Seiten. Dabei sind die sozialen Netzwerke eine gute Möglichkeit, das Image des kühl kalkulierenden Zahlenmenschen etwas aufzulockern. Die Kollegen im angelsächsischen Raum haben das Potential schon länger erkannt, doch auch hierzulande bewegen sich Finanzchefs vereinzelt Richtung Social Media – und teilen zumindest die Erlebnisse in ihrem Berufsalltag.

Ein schönes Beispiel: Jörg Hönemann, seit August 2018 Finanzchef des Keksherstellers Bahlsen. Er hat auf LinkedIn seine ersten 100 Tage als Finanzchef Revue passieren lassen. Dort berichtete er unter anderem von Marktbesuchen in Belgien, Großbritannien und Polen. Auch die Produktion hat er sich angeschaut, wie er mit einem Foto im Hygieneschutzanzug belegte.

Aber auch andere CFOs teilen mittlerweile mehr von sich und ihrer Welt. ProSiebenSat.1-Finanzchef Jan Kemper etwa twittert regelmäßig von Events wie Kapitalmarkttagen oder retweetet den Spatenstich zum neuen Headquarter der Münchener. Zu sehen ist er bei letzterem mit Markus Söder, dem Ministerpräsidenten von Bayern, der Social Media freilich reger nutzt als CFOs.

Börse lässt DMG versehentlich absteigen

Einen kleinen Fauxpas hat sich vergangene Woche die Deutsche Börse geleistet. Sie hatte mitgeteilt, dass der Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori den SDax wegen zu geringer Handelsumsätze verlassen müsse. Das war allerdings ein Irrtum, wie die Börse am darauffolgenden Tag eingestand. Grund sei ein Fehler bei der Informationsübermittlung gewesen.

Denn DMG Mori liegt bei den Handelsumsätzen auf Rang 175 aller börsennotierten Konzerne in Deutschland und somit auf dem letzten noch ausreichenden Rang, um im SDax zu verbleiben. Ärgerlich ist das Hin und Her für Varta: Der Batteriehersteller sollte DMG Mori in dem Index ersetzen, darf nun aber doch nicht in den SDax aufrücken.

jakob.eich[at]finance-magazin.de