Sinn Leffers meldet Insolvenz an. Das Hagener Modeunternehmen, das die selben Eigentümer wie der angeschlagene Modehändler Wöhrl hat, muss diesen Schritt bereits zum zweiten Mal gehen.

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13.09.16
Wirtschaft

Sinn Leffers ist insolvent

Das nächste Modeunternehmen ist pleite. Mit dem Insolvenzantrag von Sinn Leffers gerät nach dem Mini-Bond-Emittenten Wöhrl das zweite Unternehmen der Eigentümerfamilie Wöhrl ins Straucheln.

Das Modeunternehmen Sinn Leffers hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Das Unternehmen selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Es soll ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung werden. Sanierungsgeschäftsführer ist Rechtsanwalt Thomas Kluth, als vorläufiger Sachwalter fungiert der Jurist Rolf Weidmann aus Essen.

Für das Düsseldorfer Modehaus ist es bereits die zweite Insolvenz der Firmengeschichte. 2008 musste das Unternehmen schon einmal Zahlungsunfähigkeit anmelden und hat im Zuge der Sanierung sein Filialnetz deutlich verkleinert. Die Familie Wöhrl, der auch der gleichnamige Modehändler gehört, hatte Sinn Leffers 2013 von der DIH Deutsche Industrie-Holding übernommen. Die Modehäuser Wöhrl und Sinn Leffers kooperieren, sind jedoch rechtlich eigenständige Unternehmen.

Sinn-Leffers-Insolvenz soll Wöhrl-Sanierung nicht erschweren

Auch das Nürnberger Modehaus Wöhrl kämpft derzeit ums Überleben. Vergangene Woche hatte das Familienunternehmen Gläubigerschutz im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Der Mini-Bond-Emittent, der 2013 eine 30 Millionen Euro schwere Anleihe begeben hatte, hat drei Monate Zeit, um neue Geldgeber zu finden und eine Insolvenz zu vermeiden. Die Familie Wöhrl ist im Rahmen der Investorensuche auch bereit, ihren Mehrheitsanteil abzugeben.

Die Insolvenz von Sinn Leffers sei keine Störung für die laufende Suche nach Geldgebern. Sie habe „keinen Einfluss auf die operativen Geschäfte und die laufende Sanierung der Rudolf Wöhrl AG“, teilte der Modehändler Wöhrl mit. Weder Standorte, Mitarbeiter noch Geschäftsbeziehungen seien betroffen. Im Geschäftsjahr 2014/2015 hatte der Modehändler Wöhrl die Zusammenarbeit mit Sinn Leffers ausgebaut, um zum Beispiel im administrativen Bereich Kostensynergien zu heben. Der Dienstleistungsvertrag, der dies regelt, wird im Rahmen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit von Sinn Leffers weitergeführt, teilte der Modehändler Wöhrl mit.

Sinn Leffers nur die neueste Pleite im Modesektor

Mit dem Beginn des Schutzschirmverfahrens bei Wöhrl und der Insolvenz von Sinn Leffers setzt sich die Krise in der Modebranche fort. In diesem Jahr hatte schon der Modekonzern Steilmann Insolvenz angemeldet.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de