Geld & Liquidität
18.06.15

Sammelanleihe mehrerer Airlines geplant

Etihad will Air Berlin neue Millionen zuschustern

Von Michael Hedtstück

Offenbar kann Air Berlin darauf hoffen, dass der Großaktionär Etihad dem Unternehmen am Kapitalmarkt 250 Millionen Euro besorgt. Der Deal trägt die Handschrift von Ex-CFO Ulf Hüttmeyer, der inzwischen von Abu Dhabi aus die Strippen zieht.

Das Bündnis von Air Berlin und Etihad funktioniert offenbar auch am Kapitalmarkt. Der Großaktionär legt sich ins Zeug, den Deutschen 250 Millionen Euro zu besorgen.

Air Berlin

Das Bündnis von Air Berlin und Etihad funktioniert offenbar auch am Kapitalmarkt. Der Großaktionär legt sich ins Zeug, den Deutschen 250 Millionen Euro zu besorgen.

Air Berlin winkt angeblich dank tatkräftiger Mithilfe des Großaktionärs Etihad eine neue Finanzspritze. Wie das „Manager-Magazin“ berichtet, soll Etihad bei internationalen Großinvestoren gerade das Interesse an einer speziellen Anleihe im Volumen von 800 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro ausloten.

Über dieses Papier will Etihad dem Bericht zufolge gleich mehreren Beteiligungsunternehmen frisches Kapital verschaffen. Dazu zählen neben Air Berlin auch Alitalia, die indische Jet Airways sowie Darwin Air aus der Schweiz. Auf Air Berlin könnten davon rund 250 Millionen Euro entfallen, mutmaßt das Blatt. Unterstützt wird Etihad dem Vernehmen nach von dem Luxemburger Emissionshaus Anoa Capital.

Dies könnte der erste große Finanzierungscoup des früheren Air-Berlin-CFOs Ulf Hüttmeyer sein, seit er im vergangenen Herbst zum Deputy CFO des Air-Berlin-Großaktionärs Etihad aufgestiegen ist. Dort ist es seine Kernaufgabe, die Partnerunternehmen von Etihad „bei der Strukturierung der Bilanzen und der Finanzplanung zu unterstützen“. Offenbar erfüllen sich jetzt schon nach wenigen Monaten die Hoffnungen im Umfeld von Air Berlin, dass sich die neue Position Hüttmeyers in der Schaltzentrale von Etihad als großer Faustpfand für die Konzernfinanzierung von Air Berlin entpuppen könnte.    

Bonds von Air Berlin sind hoch volatil

Gelingt der Deal, könnte dies die Stimmung im Umfeld von Air Berlin spürbar beruhigen. Zuletzt war die Nervosität der Investoren sprunghaft angestiegen, vor allem als der neue Air-Berlin-Chef Stefan Pichler selbst Zweifel am Rückhalt durch Etihad weckte. Damit schickte der Manager die Air-Berlin-Bonds auf Talfahrt, wenig später erholten sich die Papiere aber wieder und notieren inzwischen allesamt wieder auf oder über ihrem Nennwert.

Akuten Handlungsbedarf auf Finanzierungsseite hat der für Hüttmeyer angetretene Neu-CFO Arnd Schwierholz aber nicht: Die nächsten Anleihen von Air Berlin werden erst 2018 und 2019 fällig. Die Refinanzierung des in diesem November auslaufenden Bonds hat Air Berlin schon im vergangenen Jahr unter Dach und Fach gebracht.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de