Persönlich & Personal
02.08.17

Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Solarworld-CFO Philipp Koecke geht

Von Julia Schmitt

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens kündigt Solarworld-Finanzchef Philipp Koecke. Er hatte noch mit CEO Frank Asbeck versucht, die Pleite durch eine Restrukturierung abzuwenden.

CFO Philipp Koecke verlässt den insolventen Solarkonzern Solarworld.

Solarworld

CFO Philipp Koecke verlässt den insolventen Solarkonzern Solarworld.

Philipp Koecke, Finanzvorstand von Solarworld, hat sein Amt sofort und fristlos niedergelegt, wie das Bonner Unternehmen verkündete. Zuvor hatte das Amtsgericht Bonn das Insolvenzverfahren eröffnet. Koecke kam 2002 zu Solarworld und wurde 2003 zum CFO berufen. Davor war er als Projektleiter bei der Techno Media Kapitalbeteiligungsgesellschaft tätig, einer Tochtergesellschaft der Stadtsparkasse Köln.

Der CFO begleitet das Unternehmen von der Hochzeit, in der Solarworld der Star der Branche war, über den Abstieg, als Subventionskürzungen und Billigkonkurrenz aus China immer schwerer auf dem Unternehmen lasteten. 2013 musste Solarworld seine Gläubiger um einen umfangreichen Schuldenerlass bitten, um der Pleite zu entgehen. Damals stieg der Golfstaat Katar bei der Firma ein, der über eine Beteiligungsgesellschaft immer noch 29 Prozent hält.

Doch Solarworld kam nicht aus den roten Zahlen. Im Mai musste das Unternehmen schließlich Insolvenz anmelden, nachdem der Versuch von Geschäftsführer Frank Asbeck und CFO Koecke, das Unternehmen mit einem Restrukturierungsprogramm zu retten, gescheitert war. Solarworld hatte erst im Februar eine großangelegte Restrukturierung samt Stellenstreichungen verkündet.

Solarworld-Chef Asbeck bleibt als einziges Vorstandsmitglied

Mit Ausnahme von Solarworld-Chef Asbeck erklärten auch alle anderen Vorstandsmitglieder nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ihren Rücktritt. Jetzt hat der erfahrene Insolvenzverwalter Horst Piepenburg das alleinige Sagen bei Solarworld, Asbeck darf dem Sanierer nur noch zuarbeiten.

Piepenburg muss nun den geplanten Verkauf abwickeln, es soll bereits Interessenten geben, die allerdings noch nicht namentlich genannt wurden. Der neue Eigentümer soll 450 Mitarbeiter übernehmen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf Finanzkreise beruft, will die Qatar Foundation die beiden Werke in Freiberg (Sachsen) und Arnstadt (Thüringen) übernehmen. Qatar Foundation steht hinter dem Solarworld-Großaktionär Qatar Solar.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Die gesamte Entwicklung der Solarikone in den vergangenen Jahren können sie auf unserer Themenseite Solarworld nachlesen.

Mehr über den Werdegang des Solarworld-CFOs gibt es im FINANCE-Köpfe-Profil von Philipp Koecke.