Solarworld-Chef Frank Asbeck konnte die Insolvenz des Photovoltaikkonzerns nicht mehr abwenden.

Solarworld

11.05.17
Wirtschaft

Solarworld stellt Insolvenzantrag

Deutschland ehemals bedeutendster Solarkonzern steht vor dem Aus: Solarworld beantragt Insolvenz. Chef Frank Asbeck hatte noch versucht, die Pleite mit einer Restrukturierung abzuwenden.

Der Photovoltaikkonzern Solarworld geht in die Insolvenz. Das hat das Bonner Unternehmen am Mittwoch Abend verkündet. „Im Zuge des aktuellen Geschäftsverlaufs und der weiter voranschreitenden Preisverwerfungen“ bestehe keine positive Fortführungsprognose, hieß es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Solarworld werde prüfen, ob der Konzern auch für Tochtergesellschaften die Insolvenz beantragt, hieß es weiter. Medienberichten zufolge soll noch im Laufe des heutigen Donnerstags der Antrag beim zuständigen Amtsgericht gestellt werden.

Damit scheitert der Versuch von Geschäftsführer Frank Asbeck und CFO Philipp Koecke, die Firma mit einem Restrukturierungsprogramm zu retten. Solarworld hatte im Februar einen großangelegten Umbau samt Stellenstreichungen verkündet.

Solarworld-Anleihen verlieren die Hälfte ihres Werts

Im Jahr 2016 war Solarworld tief in die roten Zahlen gerutscht. 28,2 Millionen Euro hat das Unternehmen verloren, der Eigenkapitalanteil sank in der Folge auf 2,6 Millionen Euro. Es war das sechste Verlustjahr in Folge für das einstige TecDax-Unternehmen.

Solarworld-Chef Frank Asbeck war einst der Star der Branche in Deutschland. Doch Kürzungen der Subventionen für Ökostrom und Billigkonkurrenz aus China lasteten seit 2010 auf dem Unternehmen. 2013 wendete Asbeck die Pleite durch einen Schuldenschnitt ab, die Aktionäre verzichteten auf mehr als 95 Prozent ihres Kapitals. Damals stieg Katar bei der Firma ein, über eine Beteiligungsgesellschaft hält der Golfstaat immer noch 29 Prozent. Knapp 21 Prozent von Solarworld gehören Frank Asbeck, der Rest ist in Streubesitz.

Die beiden Anleihen von Solarworld sind auf die Bekanntgabe der Insolvenzpläne hin am Donnerstag Vormittag um rund 50 Prozent auf etwa ein Viertel des Nennwerts abgestürzt. Die Finanzinstrumente, die das Unternehmen im Rahmen seiner Restrukturierung Anfang 2014 begab, laufen beide bis Anfang 2019. Solarworld schuldet seinen Anleihegläubigern insgesamt 530 Millionen Euro. 

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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