Personalrochade im Firmenkundengeschäft: Die Commerzbank verliert mit Roman Schmidt und Nikolaus Giesbert zwei prominente Firmenkundenmanager, wie der Branchennewsletter „Finanz-Szene“ zuerst berichtete. Beide Manager verabschieden sich zum Jahreswechsel in den Ruhestand. Ihre Nachfolger als Bereichsvorstände für die Segmente Capital Markets & Advisory sowie Institutionals/Transaction Banking stammen aus den eigenen Reihen, wie ein Sprecher der Bank auf FINANCE-Nachfrage bestätigte.
Eigengewächs Gernot Kleckner folgt auf Roman Schmidt
Mit Roman Schmidt scheidet ein Urgestein aus der Bank aus. Er war zuletzt seit Februar 2004 Bereichsvorstand der Division Capital Markets & Advisory. Der Manager ist seit 2000 bei der Commerzbank tätig, wo er seinem „LinkedIn“-Profil zufolge zunächst als Global Head im Bereich Debt Capital Markets eingestiegen war. Seine Karriere hatte Schmidt zuvor bei der Konkurrentin Deutsche Bank gestartet, für die er rund sieben Jahre tätig war.

Auf Schmidt folgt zum 1. Dezember 2022 Gernot Kleckner. Wie sein Vorgänger ist auch er ein Eigengewächs der Gelben, bei denen er bereits 1996 als Spezialist im Treasury begonnen hatte. Insgesamt ist Kleckner damit seit mehr als 26 Jahren für die Commerzbank tätig. Seit seinem Start hatte er verschiedene Führungspositionen inne, unter anderem als CEO der Commerzbank in Russland. 2016 machte die Bank Kleckner im Firmenkundengeschäft zum Head of Corporate Sales in der Geschäftssparte FICC.
Brigitte Réthier wird Bereichsvorstand Institutionals/Transaction Banking
Auch Nikolaus Giesbert verbindet eine langjährige Beziehung mit der Commerzbank. Giesbert war 1987 zunächst bei der Dresdner Bank eingestiegen, die später von der Commerzbank übernommen wurde. Nach Zwischenstationen bei der HSBC in London und Düsseldorf und Hornblower Fischer, agierte er von 2000 bis 2002 als Head of Origination Covered Bonds in Europa bei der Commerzbank. Anschließend war er rund acht Jahre bei Morgan Stanley. Im Jahr 2010 kehrte Giesbert schließlich endgültig zur Commerzbank zurück. Seit dem hatte er verschiedene Führungspositionen inne.

Seinen Posten als Bereichsvorstand Institutionals/Transaction Banking übergibt er nun ebenfalls mit Wirkung zum 1. Dezember an Brigitte Réthier. Réthier ist seit April vergangenen Jahres Leiterin der Sparte Transaction Banking, Sales International. Davor war sie ihrem „LinkedIn“-Profil zufolge von Juli 2019 bis März 2021 Head of Sales Management Institutional Clients und davor rund ein Jahr als Leiterin des Bereichs Business Strategy & Coordination, FICC tätig. Vor ihrer Zeit bei der Commerzbank war Réthier bei der Royal Bank of Canada, bevor sie 1995 zur damaligen Dresdner Bank wechselte.
Commerzbank kommt mit Umbau voran
Die personellen Veränderungen geschehen in Zeiten des Umbaus des Firmenkundengeschäfts der Commerzbank. Seit Anfang 2021 treibt die Bank ihre grundlegende Restrukturierung voran, die auch zahlreiche Veränderungen innerhalb der Firmenkundensparte mit sich bringt. Seitdem ist einiges passiert und es zeigen sich erste Erfolge. So lieferte die Bank seit dem Start des Umbaus gleich mehrmals in Folge Rekordergebnisse.
In der Firmenkundesparte verzeichnete die Commerzbank 2021 ein operatives Ergebnis in Höhe von 656 Millionen Euro, nachdem dieses im Jahr 2020 noch mit rund 428 Millionen Euro deutlich im Minus gelegen hatte. Die Fortschritte der Bank belegen auch die Ergebnisse des diesjährigen FINANCE-Banken-Survey, in dem die Commerzbank den ersten Platz im deutschen Firmenkundengeschäft zurückholen kann.
Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.
