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CFO Marcus Wassenberg verlässt Heidelberger Druck

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Marcus A. Wassenberg
Marcus A. Wassenberg hat einen neuen Vorstandsposten in Aussicht (Foto: Heidelberger Druckmaschinen AG)

Die Heidelberger Druckmaschinen suchen einen neuen CFO. Wie das Unternehmen mitteilt, verlässt CFO und Arbeitsdirektor Marcus A. Wassenberg den Konzern „im gegenseitigen Einvernehmen“ spätestens zum 31. März 2023. Der Aufsichtsrat wird in einem strukturierten Prozess eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für den CFO-Posten suchen.

Sollte sich schon früher ein Nachfolger finden, werde Wassenberg diesen einarbeiten und gegebenenfalls zu einem früheren Zeitpunkt das Unternehmen verlassen, erklärten die Wieslocher. Der Aufsichtsrat plant eine rasche Neubesetzung der Position.

Marcus Wassenberg legte eine steile Karriere hin

Wassenberg arbeitete nach seinem Diplom in Wirtschaftswissenschaften zunächst für die Deutsche Warentreuhand in Düsseldorf und wechselte bereits nach einem Jahr dort zu der PR-Agentur Kohtes Klewes, wo er von 1996 bis 2006 als Geschäftsführer agierte. Von 2006 bis 2012 führte er als CEO die Münchener Luftfahrtgruppe Cirrus.

Seit 2012 hat er in verschiedenen Unternehmen den Posten des Finanzvorstandes innegehabt, zunächst bei Senvion in Hamburg. Dort war er drei Jahre, bevor Wassenberg wieder nach Süddeutschland wechselte, um Finanzchef bei Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen zu werden. Seit September 2019 gehört der Manager als CFO zum Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen in Wiesloch bei Heidelberg.

In seinen drei Jahren als Finanzvorstand bei Heideldruck hat Wassenberg das Unternehmen intensiv saniert, indem er Produkte eingestellt und Stellen gestrichen hat. Ungewöhnlich ist, dass er Liquiditätsreserven von 375 Millionen Euro in die Konzernbilanz aus dem Treuhandvermögen des 2005 gegründeten Heidelberg Pension-Trust-Fonds zurückzog. Wenig später hat Wassenberg die betriebliche Altersversorgung neu aufgestellt. Durch diese Maßnahme konnte er dem zuvor schwach aufgestellten Eigenkapital des Konzerns 65 Millionen Euro hinzufügen. Auf Hilfskredite wollte er dabei bewusst nicht zugreifen. Zu seinen Plänen und Erfolgen äußerte er sich im Jahr 2020 ausführlich im FINANCE-Interview.

Bemerkenswerte Erfolge

Wassenberg war auch für den Verkauf der Lackproduktions-Sparte „Hi-Tech Coatings“ an den US-Mitbewerber ICP Group für knapp 39 Millionen Euro verantwortlich.

Zuletzt feierte das Unternehmen große Erfolge mit Ladesäulen für E-Fahrzeuge, den Wallboxen. Diese machen derzeit nur 2,5 Prozent des Geschäfts aus, das dafür aber umso stärker wächst. Jüngst erst erklärte Wassenberg im Interview mit FINANCE-TV, welche Strategien sein Unternehmen derzeit verfolgt.

Vorstand dankt CFO Wassenberg für seine Leistungen

„In den vergangenen drei Jahren hat Marcus Wassenberg sowohl in der Restrukturierung des Unternehmens als auch im Vorantreiben der Transformation wirkungsvolle Arbeit geleistet“, stellt Aufsichtsratschef Martin Sonnenschein fest. „Sein bevorstehender Wechsel ist auch Ausdruck der erreichten Meilensteine, der erzielten finanziellen Erfolge und der wiedergewonnenen Zukunftsfähigkeit von Heidelberg.“ Sonnenschein nennt Wassenberg „einen engagierten Erneuerer“.

Der Vorstandsvorsitzende Ludwin Monz ergänzt:„ Er hat trotz unerwarteter Herausforderungen der Pandemie und der aktuell unsicheren geopolitischen Lage die robuste wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens mit den Kollegen wiederhergestellt.“

Wassenberg wird künftig eine Vorstandstätigkeit in einem anderen Industrieunternehmen aufnehmen. Wohin genau es den Manager hin verschlägt, ist bislang nicht bekannt.

Erika von Bassewitz ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Philosophie und Französisch an der Humboldt-Universität in Berlin sowie an der Université de Genève studiert und mit einem Magister Artium abgeschlossen. Vor FINANCE war sie mehr als acht Jahre Redakteurin in der Multimediaredaktion des Medienhauses der EKHN. Davor war sie unter anderem Redakteurin beim HR-Magazin von monster, freie Autorin bei Deutsche Welle TV und freie Mitarbeiterin bei der Westdeutschen Zeitung.