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Bain steigt aus Wettstreit um Software AG aus

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Der Finanzinvestor Bain verkauft seine Anteile an der Software AG an Silver Lake. Foto: Timon -stock.adobe.com

Das Tauziehen um die Software AG hat ein vorläufiges Ende gefunden: Der US-Finanzinvestor Bain Capital zieht sich aus dem Bieterwettstreit um den Software-Konzern aus Darmstadt zurück. Wie Bain am gestrigen Montagabend mitteilte, gibt das Unternehmen seine Bestrebungen auf, die Software AG über seine Beteiligung Rocket Software zu übernehmen.

„Trotz der Bestrebungen und der Überzeugung von Rocket Software, dass ein Zusammenschluss mit der Software AG hohen Mehrwert schaffen würde, wurde Rocket Software nicht die Möglichkeit gegeben, gemeinsam mit dem Vorstand und dem Transaction Committee der Software AG einen solchen Zusammenschluss zu prüfen“, schreibt Rocket Software dazu in einer Mitteilung.

Software AG: Silver Lake will Mehrheitseigner werden

Den Zuschlag bekommt damit zunächst das Private-Equity-Haus Silver Lake. Rocket verkauft seine Anteile von 10,2 Prozent an der Software AG an den Investor. Damit hält Silver Lake nun 41 Prozent an dem Unternehmen – der US-Investor will in einem nächsten Schritt die Mehrheit an der Software AG übernehmen und das Unternehmen dann von der Börse nehmen. Silver Lake hatte sich bereits Ende 2021 minderheitlich an der Software AG beteiligt.

Die Aktionäre der Darmstädter können nun ihre Aktien zu je 32 Euro das Stück an Silver Lake verkaufen. Die Aktie der Software AG gab mit Bekanntwerden des Ergebnisses der Verhandlungen leicht nach, das Papier notierte mit zwischenzeitlich 31,70 Euro rund 1,7 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages.

Zweiter Korb in kurzer Zeit für Bain Capital

Der nun erfolgten Einigung ging ein Bieterwettstreit zwischen den beiden Investoren um die Software AG voraus. Ursprünglich hatte Silver Lake das hessische Unternehmen übernehmen wollen, der Private-Equity-Investor hatte Ende April ein Übernahmeangebot abgegeben. Anfang Mai hatte dann Bain Capital mit einer Gegenofferte seinen Hut in den Ring geworfen.

Der Software-AG-Vorstand hatte sich auf der Seite von Silver Lake positioniert, unklar war aber bisher gewesen, wie die Aktionäre entscheiden würden. Diese hatten angesichts eines möglichen neuen Gegenangebots von Bain noch abgewartet. Um die Erfolgsaussichten der Offerte zu steigern, hatte Silver Lake kürzlich die Mindestannahmeschwelle des Angebots gestrichen.

Für Bain Capital ist es indes schon der zweite Misserfolg in kurzer Zeit: Vor wenigen Tagen hatte der Finanzinvestor ein Übernahmeangebot für das Schweizer Unternehmen Softwareone lanciert, welches das Management aber bereits als zu niedrig abgewiesen hat.

Paul Siethoff ist Redakteur bei Finance und schreibt vorrangig über Transformations-Themen. Er hat Kommunikationswissenschaften und Journalismus in Erfurt und in Mainz studiert. Vor seiner Zeit bei FINANCE schrieb Paul Siethoff frei für die Frankfurter Rundschau für die Ressorts Wirtschaft und Politik.