Der mit großer Spannung erwartete Börsengang von Thyssenkrupp Nucera am morgigen Freitag hat nun ein offizielles Preisschild: 20 Euro wird die Aktie der Wasserstoff-Tochter von Thyssenkrupp zum Start kosten. Dies entspreche einer initialen Marktkapitalisierung von 2,53 Milliarden Euro, teilte Thyssenkrupp Nucera gestern Abend mit.
Die Ende Juni kommunizierte Preisspanne von 19 bis 21,50 Euro wurde damit nicht ganz ausgereizt. Immerhin können mit knapp 30,3 Millionen Stück aber wie geplant sämtliche Aktien bei Investoren platziert werden. Beim Großteil (26,3 Millionen) handelt es sich um neue Aktien, die aus einer Kapitalerhöhung stammen. Die restlichen knapp vier Millionen Papiere werden von den beiden bisherigen Eigentümern Thyssenkrupp und De Nora angedient. Das entspricht einer IPO-Größe von rund 605 Millionen Euro.
IPO-Erlöse dienen operativem Wachstum von Nucera
Der Börsengang spült Nucera somit rund 526 Millionen Euro in die Kassen. Die frischen Gelder sollen vollumfänglich dem operativen Geschäft von Nucera zugutekommen. Das Dortmunder Unternehmen mit seinen mehr als 600 Mitarbeitern ist spezialisiert auf Technologien zur Wasserelektrolyse, mit Hilfe derer sich grüner Wasserstoff produzieren lässt. Der Umsatz belief sich im ersten Halbjahr 2023 auf 306 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 176 Millionen Euro).
„Wir sind stolz, dass Thyssenkrupp Nucera gemessen am Platzierungsvolumen der größte globale Wasserstoff-Börsengang aller Zeiten ist“, kommentiert Werner Ponikwar, CEO von Thyssenkrupp Nucera, die Transaktion, bei der Citigroup und Deutsche Bank als Joint Global Coordinators agieren.
Mutter Thyssenkrupp bleibt Hauptaktionärin
Keine Überraschung sind die geplanten Ankeraktionäre: Wie schon im Vorfeld angekündigt, werden die Fondstochter der BNP Paribas, BNP Paribas Asset Management UK, und der saudi-arabische Staatsfonds PIF diese Rolle ausüben. Sie erwerben zum finalen Angebotspreis 4,25 beziehungsweise 7,58 Millionen Nucera-Aktien.
Die Mutter Thyssenkrupp, die bis dato rund zwei Drittel der Anteile an Nucera hielt, wird auch nach dem morgigen IPO mit 50,2 Prozent Mehrheitsaktionärin von Nucera bleiben. Gleiches gilt für den italienischen Elektrodenhersteller De Nora, auf den bislang das verbleibende Drittel der Nucera-Anteile entfiel. Der Streubesitz wird nach dem Börsengang etwa 24 Prozent betragen.
Ursprünglich wollte Thyssenkrupp seine Wasserstofftochter bereits im vergangenen Jahr an die Börse bringen. Diesen Plan musste der Stahlkonzern aufgrund des damals besonders anspruchsvollen Marktumfelds jedoch zunächst auf Eis legen. Mitte Juni dieses Jahres nahm Thyssenkrupp das Projekt dann erneut ins Visier – morgen wird es seinen Abschluss finden.
Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.
