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Finanzierungen: Delivery Hero, Takko, Vossloh

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Die Delivery-Hero-Tochter Talabat geht an die Börse. Foto: Elena_Alex – stock.adobe.com
Die Delivery-Hero-Tochter Talabat geht an die Börse. Foto: Elena_Alex – stock.adobe.com

Delivery Hero: Talabat-IPO noch in diesem Jahr

Der Börsengang der Delivery-Hero-Tochter Talabat wird konkret: Noch im Dezember will der deutsche Essenslieferdienst 15 Prozent der Anteile an seiner in Dubai beheimateten Tochter an die Börse bringen. Beobachter erwarten, dass der Deal Delivery Hero bis zu zwei Milliarden Euro einbringen könnte. Die Erlöse will der MDax-Konzern für allgemeine Unternehmenszwecke sowie die Optimierung der Kapitalstruktur verwenden.  

Takko mit umfassender Refinanzierung

Gute Nachrichten für Takko Fashion: Der kriselnde Textildiscounter hat eine umfangreiche Refinanzierung abgeschlossen, die laut Unternehmensgaben die Kapitalstruktur durch verlängerte Kreditlaufzeiten und günstigere Konditionen erheblich verbessere.  

Neben der Verlängerung einer Letter of Credit Facility um fünf Jahre sowie der Aufnahme einer Revolving Credit Facility umfasst die Refinanzierung die Emission einer Anleihe in Höhe von 350 Millionen Euro.

Vossloh bringt Kapitalerhöhung auf die Schiene

Vossloh hat neue Aktien im Gegenwert von 72 Millionen Euro platziert. Der Bahnausrüster beabsichtigt, den Erlös zu einem Teil für den geplanten Erwerb der Sateba-Gruppe einzusetzen. Die Platzierung erfolgte bei institutionellen Anlegern, der Preis pro Anteil lag bei 41 Euro. Die KB Holding GmbH, Hauptaktionärin des Unternehmens, beteiligte sich an der Kapitalerhöhung gemäß ihres Anteils von 50,09 Prozent am Grundkapital der Gesellschaft. 

Die Aktien sind im regulierten Markt der Düsseldorfer Wertpapierbörse gelistet. Vossloh unterliegt für die Dauer von sechs Monaten einer Lock-up-Verpflichtung mit marktüblichen Ausnahmeregelungen. Als Joint Global Coordinators & Joint Bookrunners waren Commerzbank und Deutsche Bank tätig. 

Weitere Finanzierungsmeldungen

Der Energiekonzern EnBW hat zwei Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro begeben. Davon ist eine als grüne Tranche gestaltet. Beide Kapitalmarktinstrumente dienen der Finanzierung für das Geschäftsjahr 2025. Aufgrund des Aus– und Umbaus der Energieinfrastruktur steht das Unternehmen vor erheblichen Investitionen. Die Anleihen haben eine Laufzeit von 4,5 und 11 Jahren sowie einen Kupon von 3,0 beziehungsweise 3,75 Prozent. 

Der frisch gewählte Oberbürgermeister von Friedrichshafen und neue Eigentümervertreter beim Autozulieferer ZF, Simon Blümcke, lehnt einen Börsengang des Autozulieferers ab. Der Kern der ZF ist und bleibt der Stiftungsgedanke“, sagte der parteilose Politiker der FAZ. Der ehemalige Aufsichtsratschef Giorgio Behr hatte vorgeschlagen, ZF als Gesamtunternehmen an die Börse zu bringen und so neue Wege zu eröffnen, Kapital zu beschaffen. Bereits Blümckes Vorgänger an der Stadtspitze hatte dies kategorisch abgelehnt. 

Der Konzern gehört zu 98,3 Prozent der Zeppelin-Stiftung der Stadt Friedrichshafen. Deren Oberbürgermeister ist qua Amt der Vorsitzende des Stiftungsrats und der Vertreter des Gesellschafters in der Hauptversammlung. ZF plant, bis 2028 die Zahl der Mitarbeitenden in Deutschland um bis zu 14.000 zu reduzieren. Aktuell beschäftigt der Konzern hierzulande rund 54.000 Menschen. Den Umsatz bezifferte das Unternehmen für 2023 auf rund 46,6 Milliarden Euro.  

Die Mainova Webhouse hat sich eine Konsortialfinanzierung über 475 Millionen Euro gesichert. Der Betreiber von Rechenzentren plant, die Mittel für den Bau mehrerer Anlagen in der Region Frankfurt einzusetzen. Die Finanzierung stemmt ein Bankenkonsortium, das sich aus ING, Investec Bank, KfW, KfW IPEX-Bank, Kommunalkredit Austria, LBBW, NordLB und SEB zusammensetzt. Die KfW IPEX-Bank schlüpfte in die Rolle der Agentin und Sicherheitenagentin. Als Finanzberater war Rothschild für die Geldgeber tätig, als Rechtsberater Ashurst. Mainova mandatierte für die Begleitung der Kreditfinanzierung Anwälte von Hogan Lovells. Die Mehrheit an Mainova Webhouse hält seit Sommer 2024 ein Fonds des Asset Managers Blackrock. 

Die Deutsche Lufthansa hat im Rahmen einer Saleand-leaseback-Transaktion insgesamt acht Flugzeuge verkauft und zurückgemietet. Der Deal, der drei Flugzeuge des Typs Airbus 321neo und fünf Airbus A320neo umfasst, spült der Lufthansa Erlöse in Höhe von rund 400 Millionen US-Dollar in die Kassen. 

Rating-Meldungen

Scope hat das „BB“-Rating der LR Group bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf negativ geändert.

Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.

Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.