Nach Millionenabschreibungen: Six holt Ex-UBS-Banker als CFO

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Markus Habbel löst Daniel Schmucki als CFO von Six ab. Foto: Six
Markus Habbel löst Daniel Schmucki als CFO von Six ab. Foto: Six

Markus Habbel wird neuer CFO und Mitglied der Konzernleitung der Six Group. Er werde sein Amt bei dem Schweizer Börsenbetreiber zum 1. Juni antreten, teilte das Unternehmen am Dienstagmorgen mit.

Six hat als Dienstleister und Infrastrukturbetreiber eine zentrale Rolle am eidgenössischen Finanzplatz und gehört weit überwiegend den Schweizer Banken. Seit der Übernahme der Credit Suisse entfällt mehr als ein Drittel der Anteile auf die UBS.

Markus Habbel löst Daniel Schmucki als Six-CFO ab

Habbel löst bei Six den langjährigen CFO Daniel Schmucki ab. Im Januar war bekannt geworden, dass dieser das Unternehmen nach neun Jahren im Amt Ende Juli verlassen wird. Der künftige Finanzchef kommt von der Unternehmensberatung Bain & Company, wo er seit März 2021 als Senior Partner und globaler Leiter für die Bereiche Wealth & Asset Management sowie Financial Services Market Infrastructure tätig war. Als solcher beriet er europäische FMIs und Vermögensverwalter in den Bereichen Strategie, technologische Transformation und M&A.

Bevor er zu Bain wechselte, war Habbel bei der UBS in Zürich als CFO der UBS Group EMEA sowie als CFO Global Wealth Management tätig. Im Dezember 2020 verließ er die Bank, bei der er seit 2012 aktiv war. In dieser Zeit war er unter anderem an der Errichtung eines Post-Brexit-Hubs für die Bank in Frankfurt beteiligt. Frühere Karrierestationen des Bankenspezialisten waren McKinsey & Company, wo er als Partner und Leiter des Bereichs Corporate Finance tätig war, sowie die Investmentbank Morgan Stanley.

Six kämpfte zuletzt mit Abschreibungen in Millionenhöhe

Six-CEO Bjørn Sibbern hebt in einer Mitteilung Habbels bisherige Erfolgsbilanz hervor. „Seine umfassende Expertise in den Bereichen Finanzen, Strategie und Transformation wird entscheidend dazu beitragen, dass wir unsere Wachstumsziele weiter umsetzen können“, ist der Unternehmenschef überzeugt.

Allerdings: Schon seit drei Jahren hat Six wiederkehrende, millionenschwere Abschreibungen als Knüppel zwischen den Beinen. Zuletzt musste das Unternehmen den Wert seiner 10,5-Prozent-Beteiligung an dem französischen Zahlungsdienstleister Worldline um 560,9 Millionen Schweizer Franken berichtigen. Das drückte dann auch trotz eines Rekordbetriebsergebnisses das Konzernergebnis im Jahr 2025 mit 313,7 Millionen Schweizer Franken tief ins Minus.

An der von Worldline angekündigten Kapitalerhöhung will sich Six nicht beteiligen, wodurch die aktuelle Beteiligung auf etwa 1,3 Prozent verwässert wird. Nach Medienberichten stehen zudem auch Verkäufe einzelner Geschäftsbereiche im Raum.

Lena Scherer ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Publizistik, Anglistik und Komparatistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz studiert und nebenbei für verschiedene Redaktionen gearbeitet. Bevor sie zu FINANCE kam, war sie mehr als acht Jahre lang beim Branchen-Fachdienst buchreport aktiv, zuletzt als Co-Chefredakteurin. Dort hat sie unter anderem Marktanalysen vorgenommen sowie die Bereiche Fachinformation, Recht/Wirtschaft/Steuern und Digitales betreut.