Mitten in der Abwehr des Übernahmeangebots von Unicredit hat die Commerzbank ihre Strategie fortgeschrieben und aktualisiert. Ihr Nettoergebnis plant sie, bis 2030 auf 5,9 Milliarden Euro mehr als zu verdoppeln, 2025 lag es noch bei 2,6 Milliarden Euro. Teil der neuen Strategie „Momentum 2030“ ist auch der Abbau von weiteren 3.000 Stellen über „Altersprogramme, natürliche Fluktuation und Demografie“ vorgesehen, teilte die Bank am Freitagmorgen mit. Eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat bestehe dazu bereits.
Zum Kern des Plans der Frankfurter Großbank gehört auch, dass das Verhältnis von Aufwand und Ertrag deutlich sinken soll und 2030 nur mehr 43 Prozent beträgt. Das sind 14 Prozentpunkte weniger als die Bank für 2025 meldete, ein erheblicher Einschnitt bei den Kosten also. Gleichzeitig sollen die Erträge in den kommenden Jahren um durchschnittlich 6 Prozent steigen.
Commerzbank will Auslandsgeschäft ausbauen
Im Firmenkundengeschäft setzt die Commerzbank mit ihrer neuen Strategie unverändert auf das Geschäft mit deutschen Kunden und will das Auslandsgeschäft ausbauen. Auch Künstliche Intelligenz (KI) will die Bank in dem Bereich verstärkt einsetzen, wie auch im Segment der Privat- und kleinen Geschäftskunden (PSBC). Dazu sind zwischen 2026 und 2030 Investitionen in KI von rund 600 Millionen Euro vorgesehen.
Im ersten Quartal erzielte die Commerzbank Erträge von gut 3,2 Milliarden Euro, ein Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Firmenkundengeschäft stiegen die Erträge ebenfalls leicht auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Insbesondere die Provisionen fielen um 7,7 Prozent höher aus und beliefen sich auf 377 Millionen Euro. Das operative Ergebnis im Firmenkundengeschäft konnte damit allerdings nicht mithalten. Es fiel um knapp 6 Prozent auf 567 Millionen Euro.
Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.
