KNDS bringt sich für Multimilliarden-Börsengang in Stellung

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Der Rüstungskonzern KNDS geht in Frankfurt und Paris an die Börse. Foto: johannes86 - stock.adobe.com
Der Rüstungskonzern KNDS geht in Frankfurt und Paris an die Börse. Foto: johannes86 - stock.adobe.com

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS steuert auf die Börse zu. Die Aktien des Herstellers des Kampfpanzers Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000 sollen im Rahmen einer Doppelnotierung in Frankfurt und Paris platziert werden, wie das Unternehmen am heutigen Mittwoch mitteilte. Weitere Details, unter anderem der geplante Zeitpunkt der Notierung, sollen mit dem Prospekt zum Börsengang veröffentlicht werden.

Mit einer geschätzten Unternehmensbewertung zwischen 15 und 18 Milliarden Euro dürfte der geplante IPO einer der größten europäischen Börsengänge im Verteidigungssektor des Jahres werden. Marktbeobachter rechnen im Juli mit dem Gang aufs Parkett.

Vorausgegangen war eine Einigung zwischen der deutschen und der französischen Regierung über die künftige Eigentümerstruktur des Unternehmens. Danach erwerben die Bundesrepublik Deutschland und der französische Staat jeweils einen Anteil von 40 Prozent an KNDS. Die verbleibenden 20 Prozent sollen im Zuge des Börsengangs an institutionelle Investoren veräußert werden. Eine Zeichnung für Privatanleger ist nicht vorgesehen.

Goldene KNDS-Aktie soll Eingriffsrechte der Länder sichern

Verkäufer der Anteile sind die bisherigen Eigentümer: die französische Staatsholding GIAT sowie die Wegmann-Holding. Den deutschen Anteil übernimmt die Förderbank KfW von Wegmann. Das hat die EU-Kommission erst vor wenigen Tagen genehmigt. Die Kosten dafür trägt laut Mitteilung allein der deutsche Staat.

Sowohl GIAT als auch die KfW verpflichten sich nach Angaben des Konzerns außerdem, ihre jeweils 40-prozentige Beteiligung mindestens zehn Jahre lang zu halten, beziehungsweise diese nicht ohne gegenseitige Abstimmung unter die 30-Prozent-Marke fallen zu lassen.

Beide Staaten behalten sich zudem direkte Eingriffsrechte vor: Frankreich kann über eine Goldene Aktie schon jetzt bei sicherheitsrelevanten Entscheidungen in den dortigen KNDS-Werken mitreden, etwa bei Waffen und Munition. Mit dem deutschen Einstieg soll Berlin ein ganz ähnliches Vetorecht für die Standorte hierzulande bekommen.

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Ex-CFO von Renk unterstützt KNDS beim IPO

Bereits Ende 2025 wurde zudem bekannt, dass sich der Panzerbauer für die Vorbereitung des Börsengangs personell verstärkt: Zum 1. Januar 2026 zog Christian Schulz in den Verwaltungsrat ein und ersetzte dort Werner Frank. Schulz war zuvor Finanzvorstand beim Rüstungskonzern Renk und brachte das Unternehmen 2024 an die Börse – er besitzt damit also Kapitalmarkt- und Branchenerfahrung, die KNDS nun zugutekommen soll.

KNDS rechnet für 2026 mit 30 Prozent mehr Umsatz

Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro. Das sind 16 Prozent mehr als im Jahr zuvor, bei einem operativen Gewinn von 661 Millionen Euro. Der Auftragsbestand liegt bei 33,1 Milliarden Euro – genug, um mittelfristig auf einen Jahresumsatz von 11 bis 12 Milliarden Euro zu kommen, wie der Konzern in Aussicht stellt.

Für das laufende Jahr rechnet KNDS mit rund 30 Prozent mehr Umsatz. Während das Frankreich-Geschäft nur moderat zulegen dürfte, soll es in Deutschland deutlich schneller vorangehen als in den vergangenen Jahren.

KNDS entstand 2015 durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Aktuell befindet sich KNDS im Besitz der deutschen Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann und des französischen Staates. Der Konzern beschäftigt gut 11.000 Menschen.