FINANCE Awards 2026: Commerzbank gelingt der Dreifachsieg

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Die Gewinner der FINANCE Awards 2026 stehen fest. Foto: F.A.Z. Business Media GmbH/Dirk Beichert BusinessPhoto
Die Gewinner der FINANCE Awards 2026 stehen fest. Foto: F.A.Z. Business Media GmbH/Dirk Beichert BusinessPhoto

Welche ist die beste Bank im deutschen Firmenkundengeschäft? Die Antwort auf diese Frage lieferten die FINANCE Awards 2026, bei denen bereits zum dritten Mal Deutschlands beste Firmenkundenbanken ausgezeichnet wurden. Grundlage für die Auszeichnungen ist der FINANCE Banken-Survey, den FINANCE gemeinsam mit F.A.Z. Business Media | research seit 2015 jährlich durchführt. In diesem Jahr bewerteten 240 CFOs und Treasurer ihre Firmenkundenbanken unter anderem beim Kundenservice, in der Kreditvergabe und in ausgewählten Kapitalmarktdisziplinen. Das vollständige Ranking gibt es hier.

Commerzbank holt drei Titel

Dabei setzte sich die Commerzbank gleich in drei Kategorien durch. Sie verteidigte nicht nur den Titel „Beste Bank im deutschen Firmenkundengeschäft“ gegen die zweitplatzierte Deutsche Bank, sondern gewann darüber hinaus die Auszeichnungen für die „Beste Bank im Mittelstand“ und für das beste Servicelevel im Firmenkundengeschäft.

Zwei Gewinner im Investmentbanking

In den kapitalmarktnahen Disziplinen verteilten sich die Auszeichnungen auf zwei Institute. Goldman Sachs gewann den FINANCE Award als „Beste Bank Mergers & Acquisitions“. Die Deutsche Bank setzte sich in der Kategorie „Beste Bank Debt Capital Markets“ durch.

Damit gehen die beiden Investmentbanking-Auszeichnungen an Banken, die in ihren jeweiligen Kategorien von den befragten Finanzentscheidern in den vergangenen 12 Monaten als führend angesehen wurden. Während Goldman Sachs bei der Begleitung von Unternehmenstransaktionen überzeugte, lag die Deutsche Bank bei der Beratung und Umsetzung von Fremdkapitalmarkttransaktionen vorn.

ING überzeugt im Kreditgeschäft, NORD/LB steigt auf

Als „Beste Auslandsbank im Kreditgeschäft mit Firmenkunden“ wurde die ING Deutschland ausgezeichnet. Das Institut setzte sich damit unter den ausländischen Banken durch, die deutsche Unternehmen bei Finanzierungen begleiten. Den Award als „Aufsteiger des Jahres im deutschen Firmenkundengeschäft“ sicherte sich die NORD/LB.

Die FINANCE Awards 2026 liefern damit eine Momentaufnahme der Kräfteverhältnisse im deutschen Firmenkundengeschäft. Wie stabil diese in der Zukunft langfristig bleiben, dürfte künftig auch davon abhängen, wie konsequent die Banken ihre technologische Transformation vorantreiben.

KI unterstützt die Kundenbetreuer

Denn im Wettbewerb um die Gunst von CFOs und Treasurern dürften künftig nicht mehr allein Konditionen, Produkte und persönliche Beratung den Ausschlag geben. Ein zentraler Punkt im Werben um Kundschaft wird darüber hinaus der Einsatz von Technologie. Wie Künstliche Intelligenz das Firmenkundengeschäft verändern und Banken im Wettbewerb unterstützen kann, erläuterte Keynote-Speaker Erich Suess, Managing Director und Partner bei der Boston Consulting Group (BCG).

BCG-Partner Erich Suess zeigte in seiner Keynote, wie generative KI das Firmenkundengeschäft verändern kann. Foto: F.A.Z. Business Media GmbH/Dirk Beichert BusinessPhoto

Bevor die Awards vergeben wurden, zeigte Suess anhand verschiedener, teils noch konzeptioneller Anwendungen, wie generative KI die Arbeit im Firmenkundengeschäft schon bald wesentlich erleichtern könnte. Ein hilfreicher KI-Agent könne dabei etwa ein „Meeting Prep Assistant“ sein: Dieser durchsucht Kunden-, Markt- und Transaktionsdaten, identifiziert relevante Entwicklungen und bereitet daraus Unterlagen für das nächste Kundengespräch vor. Relationship Manager sollen dadurch weniger Zeit für Recherche und Präsentationserstellung benötigen und sich stärker auf die Beratung konzentrieren können.

Besonders weitreichend können laut Suess aber insbesondere sogenannte „Next-Best-Action Agents“ sein. Diese werten Kundenverhalten, bisherige Kontakte und Geschäftsprioritäten aus und empfiehlt dem Firmenkundenbetreuer den nächsten sinnvollen Schritt. Das kann ein Gespräch über eine bevorstehende Refinanzierung, eine Absicherungslösung oder ein bislang nicht genutztes Bankprodukt sein.

Voraussetzung dafür sind jedoch verlässliche Daten, klare Kontrollmechanismen und eine konsequente Einbindung der Mitarbeiter. „Der Wettbewerb um KI im Firmenkundengeschäft entscheidet sich nicht an einzelnen Anwendungsfällen, sondern an der Fähigkeit, sie sicher zu skalieren – mit belastbaren Daten, klaren Leitplanken und konsequentem Change Management“, so der BCG-Partner. Welchem Finanzinstitut dies am besten gelingen wird, dürfte sich im kommenden Jahr zeigen, wenn es wieder heißt: „And the Winner is…”.

Katharina Kleint ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen. Sie hat Politikwissenschaften und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität studiert. Parallel arbeitete sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau sowie die Mediengruppe Offenbach-Post. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei F.A.Z. Business Media.