Finanzierungen: Renk, Nordex, Westconnect

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Renk liefert Antriebstechnik unter anderem für Militärfahrzeuge und Marineschiffe. Foto: K – stock.adobe.de
Renk liefert Antriebstechnik unter anderem für Militärfahrzeuge und Marineschiffe. Foto: K – stock.adobe.de

Renk holt sich 1 Milliarde Euro für neues Wachstum

Der Rüstungszulieferer Renk hat seine Finanzierung neu aufgestellt und sich dafür ein unbesichertes Kreditpaket über 1,05 Milliarden Euro gesichert. Das teilte das Augsburger Unternehmen mit, das unter anderem Antriebs- und Getriebesysteme für Militärfahrzeuge und Marineschiffe herstellt. Mit der neuen Struktur löst Renk die bisherigen Konsortialkreditverträge vollständig ab.

Konkret setzt sich das Finanzierungspaket aus drei Bausteinen zusammen: einem langfristigen syndizierten Konsortialkredit über 450 Millionen Euro, einer revolvierenden Kreditlinie über 225 Millionen Euro und einer syndizierten Garantielinie über 375 Millionen Euro. Alle drei Elemente haben eine Laufzeit von fünf Jahren und können zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden.

Für Renk bedeutet die Refinanzierung auch einen Schritt weg aus der früheren Leveraged-Buy-out-Struktur. Künftig kommt die Finanzierung ohne Besicherung aus. Das soll dem Unternehmen laut eigenen Angaben mehr Flexibilität geben, um strategische Entscheidungen schneller umzusetzen und den eigenen Wachstumskurs bis 2030 voranzutreiben.

Hinter der Finanzierung steht ein Konsortium aus deutschen und internationalen Banken. Rechtlich beraten wurde Renk von der Wirtschaftskanzlei Linklaters.

Nordex stärkt Windgeschäft mit 2,5 Milliarden Euro

Nordex hat einen neuen ESG-gebundenen Garantierahmen über 2,475 Milliarden Euro abgeschlossen. Das teilte der Windkraftanlagenbauer mit. Die Finanzierung läuft über fünf Jahre und soll dem Unternehmen bis 2031 verlässlichere und günstigere Bedingungen für sein internationales Projektgeschäft sichern.

Der Rahmen kann in mehreren Währungen genutzt werden und dient unter anderem dazu, Garantien für Kundenprojekte und weitere vertragliche Verpflichtungen abzusichern. Insgesamt beteiligen sich 15 Finanzinstitute. Eine führende Rolle bei der Transaktion übernahmen Commerzbank, Intesa Sanpaolo und Unicredit.

Rechtlich beraten wurde Nordex von Freshfields. Die Kreditgeber wurden von der Wirtschaftskanzlei Clifford Chance beraten.

Westconnect finanziert nächsten Glasfaserausbau

Westconnect hat eine Finanzierung über 1,2 Milliarden Euro für den weiteren Glasfaserausbau abgeschlossen. Das teilte der Glasfaseranbieter vergangene Woche mit. Die Mittel sollen in den Ausbau des Glasfasernetzes im Westen Deutschlands fließen. Zugleich wird eine bestehende Finanzierung erweitert und bis 2033 verlängert.

Das frische Kapital setzt sich aus Fremdkapital des Bankenkonsortiums sowie Eigenkapital der Anteilseigner Westenergie und Igneo Infrastructure Partners zusammen. Mit der Finanzierung will Westconnect die nächste Phase seines flächendeckenden Ausbaus vorantreiben.

Das bestehende Bankenkonsortium bleibt an Bord und wird um zwei neue Kreditgeber erweitert. Insgesamt stehen damit 13 Finanzierungspartner hinter der Transaktion. Westconnect setzt beim weiteren Ausbau auf Open Access, also den offenen Zugang zum Netz für verschiedene Anbieter, um eine hohe Auslastung zu erreichen.

Evercore begleitete Westconnect als Debt Advisor. Rechtlich beraten wurde das Unternehmen von der Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins. Die Kreditgeber wurden von der Wirtschaftskanzlei Simpson Thacher & Bartlett beraten.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Pentixapharm hat mit einer Kapitalerhöhung brutto rund 20,4 Millionen Euro eingeworben. Das Berliner Biopharma-Unternehmen platzierte dafür rund 11 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 1,85 Euro je Aktie. Nach Unternehmensangaben war das Angebot deutlich überzeichnet. Die Mittel sollen vor allem die geplante Panda-Phase-3-Studie voranbringen sowie die weitere Unternehmensentwicklung und den Ausbau des US-Geschäfts finanzieren.

Das Solarunternehmen Helios Solar hat sein Börsendebüt in Frankfurt gegeben. Der erste Kurs lag bei 4,15 Euro je Aktie, woraus sich zum Handelsstart eine Marktbewertung von rund 126 Millionen Euro ergab. Zusätzlich platzierte Helios Solar 4 Millionen Aktien zu je 4 Euro bei einem namentlich nicht genannten institutionellen Investor in Asien. Die Aktien stammten aus dem öffentlichen Angebot im Rahmen des Börsengangs und waren dort nicht bezogen worden.

Das Berliner Proptech-Unternehmen Metr hat sich 10,5 Millionen Euro Wachstumskapital gesichert. Metr entwickelt eine Plattform, mit der Bestandsgebäude energieeffizienter betrieben werden sollen. Neuer Investor ist die SBG-Sächsische Beteiligungsgesellschaft, außerdem beteiligten sich bestehende Investoren erneut. Mit dem Kapital will das Unternehmen seine Plattform weiter skalieren, einen Standort in Sachsen aufbauen und die internationale Expansion vorbereiten. Die Wirtschaftskanzlei Heuking hat die Berliner bei der Finanzierungsrunde beraten.

Rating-Meldungen

Moody’s hat das langfristige „Baa1“-Rating von EnBW bestätigt. Der Ausblick ist stabil.

Moody’s prüft die Ratings von Delivery Hero auf eine mögliche Heraufstufung. Das langfristige Unternehmensrating liegt bislang bei „B3“.

Katharina Kleint ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen. Sie hat Politikwissenschaften und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität studiert. Parallel arbeitete sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau sowie die Mediengruppe Offenbach-Post. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei F.A.Z. Business Media.