Finanzierungen: Ista, Sixt, Smag

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Ista ist auf die Abrechnung von Energiekosten spezialisiert. Foto: nmann77 – stock.adobe.com
Ista ist auf die Abrechnung von Energiekosten spezialisiert. Foto: nmann77 – stock.adobe.com

Ista refinanziert Term Loan B und besorgt sich S&P-Rating

Der Essener Energiedienstleister Ista hat seine syndizierte Kreditfazilität refinanziert. Die neu abgeschlossene Linie hat ein Gesamtvolumen von 1,55 Milliarden Euro, wie Ista auf Anfrage von DerTreasurer mitteilte. Laut einem Report der Ratingagentur Moody’s soll gut zwei Drittel des Volumens auf einen Term Loan B entfallen, der Rest auf eine Revolving Credit Facility (RCF). Damit refinanzieren die Essener unter anderem einen Term Loan B in Höhe von rund 750 Millionen Euro, der 2027 zur Fälligkeit steht. 

Anlässlich des neuen Syn Loan hat S&P der Trionista SE, die Holdinggesellschaft der Ista Gruppe, erstmals ein langfristiges Investment-Grade-Rating von „BBB“ mit stabilem Ausblick zugewiesen.  

Sixt mit neuer Bestmarke bei Benchmark-Anleihe

Sixt hat eine neue Unternehmensanleihe in Höhe von 500 Millionen Euro begeben. Das Papier hat eine Laufzeit bis Januar 2031 und trägt einen Kupon von 3,75 Prozent. Laut Unternehmensangaben betrug der Spread bei Zuteilung 90 Basispunkte, was die bislang günstigsten Konditionen in der Sixt-Geschichte seien. Das Orderbuch war mit einem Volumen von 1,6 Milliarden Euro mehr als dreifach überzeichnet. Die Ratingagentur S&P bewertet die Anleihe mit „BBB“, was dem unteren Bereich des Investment-Grade-Spektrums entspricht. 

Die Erlöse will der Münchener Mobilitätsdienstleister vor allem in den Ausbau der Fahrzeugflotte, die Erweiterung des internationalen Standortnetzes sowie in Technologieinvestitionen stecken. Als Joint Lead Manager der Emission fungierten BayernLB, Commerzbank, Deutsche Bank, ING sowie Unicredit. 

Rüstungsunternehmen Smag stolpert an die Börse

Smag Mobile Antenna Masts ist Anfang vergangener Woche an die Frankfurter Börse gegangen und wird dort in dem KMU-Segment Scale gelistet. Das Unternehmen aus Salzgitter ist ein Hersteller von mobilen Mastsystemen für Militär- und Verteidigungsanwendungen. Der Ausgabepreis der Aktie betrug 46 Euro und spülte Smag rund 30 Millionen Euro brutto in die Kasse.  

Das Papier geriet allerdings gleich zu Beginn massiv unter Druck: Allein am ersten Handelstag fiel der Preis um rund 40 Prozent. Zum Ende der Woche betrug das Kursminus immer noch knapp 10 Prozent. 

Weitere Finanzierungsmeldungen

Europäische Rüstungs-Start-ups sammeln weiter große Summen ein: Helsing hat eine neue Series-E-Runde über 1,8 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, was umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro entspricht. Die Bewertung des 2021 gegründeten Münchener Drohnen- und Softwareherstellers steigt damit auf 18 Milliarden US-Dollar (etwa 15,7 Milliarden Euro). Zu den Investoren zählen unter anderem Growth Equity at Goldman Sachs Alternatives, JP Morgan Chase und Stepstone. Die Finanzierungsrunde folgt wenige Monate nach dem Amtsantritt von CFO Anita Szarek. 

Der Online-Autoteilehändler Autodoc hat sich erstmals auf den institutionellen Kreditmarkt begeben und ein Finanzierungspaket von insgesamt 580 Millionen Euro gesichert. Das Kernstück bildet ein Term Loan B über 530 Millionen Euro mit siebenjähriger Laufzeit und einem Zinssatz von 3,5 Prozent. Ergänzend wurde eine revolvierende Kreditfazilität (RCF) über 50 Millionen Euro zu 3 Prozent mit einer Laufzeit von sechseinhalb Jahren vereinbart. Mit dem frischen Kapital aus dem Term Loan B will Autodoc den Rückkauf von Aktien der Autodoc SE finanzieren, die zurzeit noch vom Private-Equity-Investor Apollo gehalten werden, sowie zur Begleichung der mit der Transaktion verbundenen Gebühren und Aufwendungen. Die Transaktion dient der Neustrukturierung der Gruppe: Mit dem Kapital wurde die Autodoc Holding SE als neue Konzernmutter gegründet. Alleinige Eigentümerin der Holding ist Autotech, die Investmentgesellschaft der drei Autodoc-Gründer.

Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aton hat erstmals einen Schuldschein begeben. Das Unternehmen sammelte dabei 87 Millionen Euro. Das angestrebte Volumen habe aufgrund hohen Investoreninteresses übertroffen werden können, teilte Aton mit.  

Der Erdölkonzern OMV hat sich eine Finanzierung bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) gesichert. Die Fazilität hat ein Volumen in Höhe von 450 Millionen Euro und dient dem Bau einer neuen Produktionsstätte von grünem Wasserstoff südlich von Wien. 

Eurogrid, die Muttergesellschaft des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz, hat einen EU Green Bond mit Fälligkeit 2040 um 104 Millionen Euro aufgestockt. Die zusätzlichen Mittel sollen für Investitionen in die Stromnetzinfrastruktur genutzt werden. Der ursprüngliche Bond wurde im Herbst 2025 als Teil der ersten Emission eines EU Green Bond nach dem neuen europäischen Standard durch ein deutsches Unternehmen begeben. Das Volumen lag damals bei 1,1 Milliarden Euro. 

Der Münchner Hersteller von Quantensensoren Forschungsingenieur QuantumDiamonds hat eine Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 91 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Die Eigenkapitalrunde von 15 Millionen Euro wurde von dem Climate-Tech-Investor World Fund angeführt, während unter anderem IQ Capital als Co-Investor beteiligt war. Zusätzlich stellen das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie der Freistaat Bayern 76 Millionen Euro an nicht-dilutiven Fördermitteln bereit. Mit dem frischen Kapital plant das im Jahr 2022 gegründete Start-up, seine auf Quantensensoren basierende Inspektionstechnologie für Halbleiter auszubauen. Taylor Wessing hat in diesem Zusammenhang IQ Capital rechtlich beraten. 

Das auf Quantencomputing spezialisierte Unternehmen Aqarios ist an die Börse gegangen. Das Unternehmen wählte dafür eine Spac-Transaktion, bei der die Fonterelli SPAC 4 AG als Mantelgesellschaft fungierte. Aqarios wurde 2021 als Spin-off der Ludwig-Maximilians Universität München (LMU) gegründet.  

Das auf Immobiliensoftware spezialisierte Startup Nestermind aus Zürich hat eine Seed-Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich abgeschlossen. Getragen wurde diese von nicht näher genannten Investoren aus der Schweizer Immobilienbranche. Das frische Kapital fließt in die Produktentwicklung und den Ausbau des Teams. 

Rating-Meldungen

Fitch hat das Rating „BBB“ von Bayer bestätigt, der Ausblick ist unverändert negativ.  

S&P hat den Ausblick für die Bonität der Commerzbank von positiv auf stabil gesenkt, das Rating liegt weiter bei „A“. 

S&P hat Trionista, der Holdinggesellschaft des Energiedienstleisters Ista, ein initiales Rating „BBB” mit stabilem Ausblick gegeben.   

Katharina Kleint ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen. Sie hat Politikwissenschaften und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität studiert. Parallel arbeitete sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau sowie die Mediengruppe Offenbach-Post. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei F.A.Z. Business Media.

Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.