Eurogrid platziert grüne Anleihe über 500 Millionen Euro
Eurogrid hat eine grüne Anleihe über 500 Millionen Euro am europäischen Kapitalmarkt platziert. Die Stromnetz-Holding teilte mit, dass die Emission trotz der ruhigen Sommerphase auf hohe Nachfrage gestoßen sei: In der Spitze habe das Orderbuch bei 4,2 Milliarden Euro gelegen, am Ende sei die Anleihe noch immer 5,4-fach überzeichnet gewesen.
Die Anleihe läuft bis August 2038 und wurde als europäische grüne Anleihe begeben. Eurogrid bündelt die Aktivitäten von 50 Hertz, einem der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber. 50 Hertz betreibt das Stromübertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands und garantiert nach Angaben von Eurogrid die Anleihe.
Nach Angaben des Netzwerkbetreibers spiegelte sich die starke Nachfrage auch in den Konditionen wider. Die Vermarktung startete mit einer Preisindikation von 140 bis 145 Basispunkten über Mid-Swap. Am Ende wurde die Anleihe bei 108 Basispunkten platziert. Begleitet wurde die Emission von ABN Amro, BNP Paribas, Mizuho und Rabobank.
Otto sammelt 325 Millionen Euro am Schuldscheinmarkt ein
Die Otto Group hat zum dritten Mal seit 2022 eine breit vermarktete Schuldscheintransaktion abgeschlossen. Das teilte der Versand- und Onlinehändler mit. Das finale Volumen liegt bei 325 Millionen Euro und damit deutlich über dem ursprünglich angestrebten Betrag von 100 Millionen Euro.
Die Schuldscheindarlehen laufen über drei, fünf und sieben Jahre. Nach Unternehmensangaben beteiligten sich mehr als 30 nationale und internationale Investoren, darunter Geschäftsbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Besonders gefragt war die fünfjährige Laufzeit, auf die der Großteil des Volumens entfiel.
Mit den Mitteln will Otto allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren. Der Schuldscheinmarkt ist inzwischen ein fester Bestandteil der Finanzierungsstrategie der Gruppe: Seit dem Debüt im Jahr 2022 hat Otto über drei Transaktionen knapp 1 Milliarde Euro aufgenommen.
Begleitet wurde die Platzierung von BNP Paribas, DZ Bank, ING und LBBW als Arrangeure. Rechtlich beriet die Kanzlei Dentons ihren Mandanten Otto.
Moss steigt mit Series-C-Finanzierung zum Einhorn auf
Das Berliner Fintech Moss hat in einer Series-C-Runde 35 Millionen Euro eingesammelt. Laut Unternehmensangaben steigt die Bewertung damit auf 1 Milliarde Euro, insgesamt hat Moss inzwischen mehr als 200 Millionen Euro von Investoren erhalten.
Die Runde führte Portage an, die auf Fintech spezialisierte Investmenteinheit des Vermögensverwalters Sagard. Auch Bestandsinvestor Cherry Ventures beteiligte sich erneut.
Mit dem Kapital will Moss seine KI-gestützte Finanzplattform weiter ausbauen. Das Unternehmen hatte sich zunächst auf Ausgabenmanagement spezialisiert und entwickelt sich nun stärker in Richtung Finanzsoftware für Unternehmen. Dabei setzt Moss auf KI-Werkzeuge, die Finanzteams kontrollieren und steuern können. Nach eigenen Angaben nutzen mittlerweile mehr als 5.000 europäische Unternehmen die Plattform.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Navvis hat in einer Series-D-Finanzierungsrunde 85 Millionen US-Dollar eingesammelt, umgerechnet rund 74 Millionen Euro. Das Münchener Unternehmen entwickelt Lösungen für räumliche Daten von Gebäuden, Industrieanlagen und Baustellen. Die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft The Jordan Company führte die Finanzierungsrunde an. Außerdem beteiligten sich bestehende Anteilseigner, darunter Yttrium, Kozo Keikaku Engineering und Cipio Partners. Mit dem Kapital will Navvis seine Technologieplattform weiterentwickeln und vor allem die Marktpräsenz in den USA ausbauen. Die Wirtschaftskanzlei Milbank beriet das Unternehmen bei der Finanzierungsrunde.
SWN Glasfaser Beteiligungen hat sich weitere Finanzierungsmittel für den Glasfaserausbau gesichert. Die Glasfasergesellschaft aus dem Umfeld der Stadtwerke Neumünster erhält dafür von der Helaba ein Kreditvolumen von bis zu 32 Millionen Euro. Mit den Mitteln will die Unternehmensgruppe ab 2026 weitere FTTH-Projekte umsetzen, also Glasfaseranschlüsse bis in Gebäude oder Wohnungen legen. SWN Glasfaser Beteiligungen verbindet Infrastrukturkapital des Investors Palladio Partners mit dem Glasfaser- und Betriebs-Know-how von SWN und Nordconnect.
Das Würzburger Deep-Tech-Start-up Wesort.Ai hat in einer Finanzierungsrunde 10 Millionen Euro eingesammelt. Das Unternehmen entwickelt eine KI-basierte Sortiertechnologie, mit der Batterien und elektronische Komponenten in gemischten Abfallströmen erkannt und dem Recycling zugeführt werden sollen. An der Runde beteiligten sich unter anderem Infinity Recycling, Green Generation Fund, Vent.io und Sprind. Mit dem Kapital will Wesort.Ai seine Technologie weiter skalieren und die Marktpräsenz in Europa ausbauen.
Rating-Meldungen
Moody’s hat das langfristige Unternehmensrating von Takko mit „B3“ bestätigt. Der Ausblick ist stabil.
Katharina Kleint ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen. Sie hat Politikwissenschaften und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität studiert. Parallel arbeitete sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau sowie die Mediengruppe Offenbach-Post. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei F.A.Z. Business Media.
