Viessmann steigt beim FC Bayern ein
Viessmann tütet den Einstieg beim FC Bayern München ein: Das Familienunternehmen erwirbt im Rahmen einer Kapitalerhöhung das letzte verfügbare Anteilspaket und hält danach knapp 6,7 Prozent an dem Fußballclub. Die satzungsgemäße 70-Prozent-Mehrheit verbleibt beim Mutterverein. Max Viessmann zieht in den Aufsichtsrat ein, der damit von neun auf zehn Mitglieder erweitert wird.
Damit liegt der Anteil aller vier Minderheitsaktionäre des FCB bei 30 Prozent. Die anderen drei Gesellschafter Adidas, Allianz und Audi kommen somit auf etwas weniger als 7,8 Prozent. Für den FC Bayern München schafft der Einstieg zusätzliche finanzielle Spielräume und stärkt die Eigenkapitalbasis. Die Zusammenarbeit umfasst die Bereiche Nachhaltigkeit, Internationalisierung und Digitalisierung.
Renk verkauft Gleitlagergeschäft an Miba
Renk trennt sich von seinem Gleitlagergeschäft: Der Augsburger Antriebsspezialist verkauft die Sparte Slide Bearings, die seit Oktober 2025 als eigenständige Einheit unter dem Namen Renk Bearings firmiert und am Standort Hannover angesiedelt ist, an den österreichischen Industrie- und Technologiekonzern Miba. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen.
Für Renk ist der Verkauf nach eigener Aussage ein konsequenter Schritt in der Ende 2025 angekündigten Sektorenstrategie. Bis 2030 will das Unternehmen den Anteil des Defense-Geschäfts am Gesamtumsatz auf rund 90 Prozent steigern. Das zivile Geschäft der Division Marine & Industry bleibt von der Transaktion unberührt, da es produktionsseitig eng mit dem Defense-Bereich verzahnt ist.
Für Miba bedeutet der Zukauf eine Stärkung des eigenen Gleitlagergeschäfts. Das Unternehmen will das eingekaufte Know-how nutzen, um Kunden in Märkten wie Windenergie, Solarkraft und Rechenzentren zu bedienen. Infolge der Transaktion weist Renk das Segment Slide Bearings ab dem vierten Quartal 2026 als nicht fortgeführten Geschäftsbereich aus und aktualisiert seine Jahres-Guidance auf einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Ebit zwischen 240 und 255 Millionen Euro.
Burda spaltet Medien- und Beteiligungsgesellschaft auf
Der Medienkonzern Hubert Burda Media trennt sein Medien- und Beteiligungsgeschäft in zwei rechtlich eigenständige Unternehmen. Daraus entstehen künftig die Burda Media und die Burda Equity. Unter Burda Media werden künftig alle Medien- und Publishing-Aktivitäten unter der Führung von Elisabeth Varn, Vorständin für den Medienbereich, und Lydia Rullkötter, Finanzvorständin des Gesamtkonzerns, gebündelt. Maximilian Preisser, Sprecher des Gesamtkonzerns, soll zukünftig die Burda Equity leiten.
Die Aufspaltung der Unternehmensbereiche ist Teil der Neuausrichtung des Offenburger Medienkonzerns. Damit entstehen im Rahmen der bereits 2025 begonnenen Schwerpunktsetzung zwei eigenständige Unternehmen mit klaren Profilen und Zielen sowie eigenständiger Führung und voller Handlungsfreiheit, wie es in der Mitteilung heißt.
Burda Equity kann dem „Handelsblatt“ zufolge künftig eigenständig Partnerschaften mit Investoren eingehen und externes Kapital mobilisieren. Das ist im Rahmen der Suche nach Käufern für das Urlaubsportal Holidaycheck relevant. Im Medienbereich könnte der Umbau auch personelle Konsequenzen haben, schreibt das „Handelsblatt“. Der Umsatz des Mediengeschäfts schrumpfte 2025 um 6,5 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro.
Die rechtliche Umsetzung soll bis spätestens 2028 abgeschlossen sein. An den Eigentumsverhältnissen ändert sich nichts. Die Gesellschafter Jacob Burda, Elisabeth Burda Furtwängler und Hubert Burda bleiben mit unveränderten Anteilen an beiden Unternehmen beteiligt.
Delivery Hero scheitert mit Foodpanda-Verkauf in Taiwan
Die taiwanesische Wettbewerbsbehörde TFTC hat die kartellrechtliche Freigabe für den Verkauf von Foodpanda Taiwan an Grab verweigert. Delivery Hero hatte die Transaktion im März 2026 angekündigt. Der Vollzug stand unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen. Delivery Hero kann Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen. Auf Basis der vereinbarten Transaktionsbedingungen greift zudem eine Break-Fee-Regelung. Die Höhe der Fee ist nicht bekannt.
Ursprünglich wollte Uber das Geschäft übernehmen, eine Offerte lancierte die Fahrdienst-Plattform im Mai 2024. Parallel stieg sie damals bei Delivery Hero ein. Diesen geplanten Deal untersagte die taiwanesische Wettbewerbsbehörde aber ebenfalls.
EQT will Qiagen für knapp 11 Milliarden Euro kaufen
Private Equity greift im Dax zu: EQT will das Biotech Qiagen kaufen und von der Börse nehmen. Dafür legt der Finanzinvestor 46,50 Euro je Qiagen-Aktie auf den Tisch, was einer Prämie von 40,3 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs entspricht. Der Deal bewertet das Life-Sciences-Unternehmen mit rund 10,8 Milliarden Euro. Co-Investoren sind der Staatsfonds von Abu Dhabi Adia und der kanadische Pensionsfonds CPP Investments. Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie. Der Vollzug der Transaktion ist für Mitte 2027 geplant.
Bookrunner und Lead Arranger der zugesagten Fremdfinanzierung sind Morgan Stanley, Jefferies, Deutsche Bank, SMBC, Crédit Agricole und Unicredit. Moelis & Company, Goldman Sachs, De Brauw Blackstone Westbroek, Linklaters und Davis Polk & Wardwell beraten Qiagen, Perella Weinberg Partners fungiert als Finanzberater des Aufsichtsrats. Morgan Stanley, Jefferies und Deutsche Bank sowie Milbank und Stibbe und Paul Weiss beraten EQT. Adia lässt sich von Clifford Chance beraten, CPP Investments von Freshfields.
Merck holt zum nächsten Milliarden-Deal aus
M&A-Deal im Biotech-Sektor: Merck übernimmt Silence Therapeutics für 1,1 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von 82 Prozent auf den 30-Tage-Durchschnittskurs. Nach den Zukäufen von Springworks und Bio-Techne baut der Darmstädter Konzern damit erneut das Portfolio an Spezialmedikamenten gegen seltene Erkrankungen aus. A&O Shearman beriet Merck rechtlich, Morgan Stanley, Centerview Partners, Joele Frank, Wilkinson Brimmer Katcher und Cooley standen Silence Therapeutics zur Seite.
Lufthansa erwägt Teilverkauf von IT-Tochter Systems
Die Lufthansa prüft offenbar den Verkauf von Teilen ihrer Software-Sparte Lufthansa Systems, die IT-Lösungen für Fluggesellschaften anbietet. Das Geschäft könnte einen Wert von knapp 1 Milliarde Euro erreichen, heißt es von der „Financial Times“, die sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft. Lufthansa habe bereits Banker mit der Prüfung des Verkaufs beauftragt. Zur Diskussion stehen demnach die Software-Angebote Lido und Netline sowie die Erlösbuchhalter-Sparte Sirax. Die Lufthansa hat sich bislang nicht zu einem möglichen Verkauf geäußert.
Red Cat lanciert Übernahmeangebot für Steyr Motors
Der US-Drohnenspezialist Red Cat will den österreichischen Motorenhersteller Steyr Motors übernehmen. Gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft Smot Acquisition hat Red Cat eine verbindliche Zusammenschlussvereinbarung mit Steyr Motors abgeschlossen. Bereits am 19. Oktober hatte Red Cat ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot angekündigt. Dieses sieht einen Barkaufpreis von 39 Euro je Steyr-Aktie vor.
Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie. Die Industrie-Holding B&C hat sich dazu verpflichtet, ihre Beteiligung über 15 Prozent anzudienen. Darüber hinaus muss die Übernahme von den zuständigen Behörden in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich genehmigt werden. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 enden. Der Bieter Smot Acquisition erwartet den Vollzug im ersten Halbjahr 2027. Freshfields begleitet Red Cat bei der Offerte.
M&A-Berater-News
Die US-Investmentbank Lazard hat David Krap zum neuen Managing Director und Co-Head of European Consumer, Retail & Leisure ernannt. Er sitzt in London, von wo aus er der europäischen Financial-Advisory-Praxis unter der Leitung von Jean-Louis Girodolle und Cyrus Kapadia angehört.
Krap wechselt von JP Morgan, wo er als Managing Director und Co-Head of Consumer & Retail EMEA tätig war. Vor seiner Tätigkeit bei JP Morgan war er in leitenden Positionen bei Credit Suisse, Centerview Partners und UBS tätig. Krap bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der M&A-Beratung mit, wobei sein Schwerpunkt in der Vergangenheit auf dem Lebensmittel- und Getränkesektor lag.
Weitere M&A-Deals
Grand City Properties hält nun 20,04 Prozent an LEG Immobilien: Der Immobilieninvestor bezeichnet den Einstieg als Finanzinvestition mit einem FFO-I-Yield von über 13 Prozent und erwartet eine FFO-Steigerung von rund 30 Prozent. Eine Aufstockung auf bis zu 29,9 Prozent behält sich Grand City ausdrücklich vor, ebenso wie eine Reduktion des Anteils oder den Komplettverkauf. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Citigroup Global Markets Europe beriet Grand City Properties.
BRED Banque Populaire baut ihre Präsenz in Deutschland aus und übernimmt die Geschäftsbereiche International Banking und Corporate Banking von Oddo BHF. Die französische Genossenschaftsbank will damit ihr Handels- und Exportfinanzierungsgeschäft im deutschen Markt stärken. Oddo BHF konzentriert sich künftig auf Private Wealth Management, Asset Management und Investment Banking. Der Abschluss ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. A&O Shearman hat BRED bei dem Deal begleitet.
Info
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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE sowie Chefin vom Dienst bei FINANCE-Online und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Private-Equity- und M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.
