Nach einem durchwachsenen Jahr 2013 rechnet die Bayern LB, die zu den führenden Arrangeuren von Schuldscheindarlehen gehört, auch für dieses Jahr nicht mit einer Marktbelebung. „Das Neuemissionsvolumen dürfte in etwa auf dem Bereich von 2013 liegen, als wir 9,1 Milliarden Euro gezählt haben“, sagte Paul Kuhn, der das DCM-Origination-Geschäft der Bayern LB mit Firmenkunden leitet und damit auch für das Schuldscheingeschäft der Landesbank verantwortlich ist, in einem Interview mit FINANCE-TV. 2012 lag das Neuemissionsvolumen noch bei 12,5, im Rekordjahr 2008 sogar bei 19 Milliarden Euro.
Der Schuldscheinmarkt kommt nicht voran
Neuemissionen von Corporate-Schuldscheinen in Mrd. €
Quelle: Bayern LB DCM
Investoren sind hungrig auf Schuldscheine
Doch eine schlechte Nachricht für CFOs sei dies nicht, betont Kuhn. Denn die eher schwache Emissionstätigkeit läge nicht an einer Zurückhaltung der Investoren, sondern an dem fehlenden Finanzierungsbedarf vieler Unternehmen, die sich zurzeit über volle Kassen und starke Cashflows freuen können. Auch außergewöhnliche Finanzierungsanlässe wie zum Beispiel M&A-Transaktionen sind aktuell Mangelware. Hinzu kommt laut Kuhn, dass viele Großkonzerne, die traditionell die größte Emittentengruppe am Schuldscheinmarkt stellen, aktuell den Bondmarkt bevorzugen.
CFOs von Familienunternehmen oder waschechten Mittelständlern könnte die aktuelle Entwicklung in die Karten spielen: „Die Investoren sind hungrig nach Emissionen, zum Teil schon desperate“, meint Kuhn. Dass die Kupons im laufenden Jahr für CFOs teurer werden, kann er sich daher nicht vorstellen.
