Traton gibt grünes Debüt
Der Nutzfahrzeughersteller Traton hat gleich zwei neue grüne Finanzierungen begeben. Die Münchener haben sowohl ihre erste grüne Anleihe am Kapitalmarkt platziert als auch einen grünen bilateralen Kredit abgeschlossen. Beide Transaktionen haben ein Gesamtvolumen von 850 Millionen Euro.
Der Debüt-Green-Bond hat ein Volumen von 500 Millionen Euro und wird bei einer Laufzeit von fünfeinhalb Jahren mit 3,875 Prozent verzinst. Nach Angaben von Traton stieß die Anleihe auf hohe Nachfrage, sodass das Orderbuch rund 5,4-fach überzeichnet war. Der bilaterale grüne Kredit hat ein Volumen von 350 Millionen Euro. Bei dieser Finanzierung sind keine Details zu den Konditionen bekannt.
Schaeffler platziert Anleihen in Höhe von 1 Milliarde Euro
Schaeffler hat neue Anleihen im Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro platziert. Die Transaktion setzt sich aus zwei Tranchen zusammen. Die erste in Höhe von 500 Millionen Euro wird mit 4,125 Prozent verzinst und ist im Mai 2029 fällig. Die zweite Tranche, ebenfalls im Volumen von 500 Millionen Euro, hat einen Kupon von 5 Prozent und läuft bis Mai 2033.
Aufgrund der hohen Investorennachfrage seien die Anleihen mehrfach überzeichnet gewesen, heißt es von Schaeffler in einer Mitteilung zur Transaktion. Die Emissionserlöse sollen für allgemeine Unternehmens- und Finanzierungszwecke verwendet werden. Christophe Hannequin, Vorstand Finanzen und IT von Schaeffler, teilte mit: „Mit der erfolgreichen Platzierung der Anleihen konnten wir frühzeitig anstehende Fälligkeiten zu vorteilhaften Konditionen refinanzieren.“
Bank of America, BNP Paribas, Citi und Deutsche Bank waren als Global Coordinators an der Transaktion beteiligt. Bayern LB und Standard Chartered als Active Joint Bookrunner.
Waterdrop sammelt mehr als 100 Millionen Euro ein
Das Wiener Scale-up Waterdrop hat in einer Finanzierungsrunde mehr als 100 Millionen Euro eingesammelt. Für das Unternehmen ist es die bislang größte Kapitalaufnahme. Als Investoren beteiligten sich Aspeya, ein Unternehmen im Besitz von Philip Morris International, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Die drei neuen Partner schließen sich der bestehenden Gesellschafterbasis an, zu der Temasek, Döhler und Bitburger sowie eine Reihe internationaler Athleten gehören.
Die Investition soll nach Angaben von Waterdrop gezielt für die Expansion in Europa eingesetzt werden. Geplant sind der Ausbau des Retail-Geschäfts, die Stärkung lokaler Teams und die Skalierung der Direct-to-Consumer-Aktivitäten in zentralen Märkten. Parallel dazu werde die Produktentwicklung vorangetrieben.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Der Life-Science-Konzern Sartorius hat über seine niederländische Tochtergesellschaft Sartorius Finance B.V. eine Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Diese stieß nach Angaben des Unternehmens auf starke Nachfrage und war vierfach überzeichnet. Verzinst wird die Anleihe jährlich mit einem Kupon von 3,75 Prozent. Das Unternehmen plant, den Nettoerlös aus der Emission für allgemeine Unternehmenszwecke zu verwenden. Dazu gehören die Refinanzierung anstehender Fälligkeiten, insbesondere die Rückzahlung einer Anleihe über 650 Millionen Euro mit einem Kupon von 4,25 Prozent, die im September 2026 ausläuft.
Der Bremer Satellitenkonzern OHB prüft eine milliardenschwere Aktienplatzierung samt Kapitalerhöhung, um Investitionen für Bundeswehraufträge zu finanzieren. Das berichtete die „Börsen-Zeitung“ in der vergangenen Woche. Vorstandschef Marco Fuchs bestätigte dem Blatt, dass der Konzern verschiedene Finanzierungsoptionen erwäge – darunter ausdrücklich eine Kapitalerhöhung in den kommenden Monaten. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg könnten durch diese und eine parallele Aktienplatzierung des Investors KKR bis zu 20 Prozent des Unternehmens verkauft und so an die 2 Milliarden Euro erlöst werden. Insidern zufolge wird OHB bei dem Vorhaben von Rothschild beraten. Die Transaktion soll demnach federführend von der Deutschen Bank, Goldman Sachs und JP Morgan organisiert werden.
Der bayerische Batteriespeicherspezialist CMBlu hat sich den Status als Einhorn gesichert. Bei Investoren sammelte das Unternehmen 50 Millionen Euro an frischem Kapital ein und erreichte damit die Bewertungsschwelle von 1 Milliarde Euro, wie CMBlu mitteilte. An der Serie-C-Finanzierungsrunde beteiligten sich Samsung Ventures sowie alle bestehenden Investoren, darunter auch Strabag. CMBlu ist der Erfinder einer neuen Klasse von lithiumfreien Langzeit-Energiespeichern, die für Anwendungen mit hohem Energiebedarf über mehrere Stunden hinweg entwickelt wurden. Geschlossen sei die Finanzierungsrunde noch nicht, man stehe im Kontakt mit weiteren Investoren, teilte das Unternehmen gegenüber dem „Handelsblatt“ mit. Der erste Abschluss der Serie-C-Finanzierungsrunde wird nun zunächst die Ausweitung der Produktion unterstützen und die ersten kommerziellen Einsätze in Europa und den Vereinigten Staaten beschleunigen.
VGreens, ein Deeptech-Unternehmen aus Essen, hat Kapital in Höhe von rund 2 Millionen Euro eingesammelt. Die Finanzierung wird von einem Konsortium bestehend aus Frutania, Dürr, Christ Capital sowie Vornvc getragen. VGreens ist ein Vertical-Farming-Start-up, das eine Technologiebasis entwickelt, die es Produzenten ermöglichen soll, Obst und Gemüse lokal, vorhersehbar und mit bis zu 30 Prozent höherer Effizienz datenbasiert anzubauen.
Rating-Meldungen
Moody’s hat das Rating von Peri von „Baa2“ auf „Baa3“ herabgesetzt. Der Ausblick wurde von negativ auf stabil geändert.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
