Newsletter

Abonnements

Finanzchef Dixit Joshi verlässt Credit Suisse

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken
Er wurde geholt um den Turnaround zu schaffen: jetzt muss Dixit Joshi nach etwas mehr als 6 Monaten die Credit Suisse wieder verlassen. Foto: Credit Suisse AG
Er wurde geholt um den Turnaround zu schaffen: jetzt muss Dixit Joshi nach etwas mehr als 6 Monaten die Credit Suisse wieder verlassen. Foto: Credit Suisse AG

Nach der abgeschlossenen Übernahme durch die UBS bekommt die Credit Suisse eine neue Führung. Betroffen von dem Umbau ist auch CFO Dixit Joshi, der die Bank nach nicht einmal einem Jahr wieder verlassen muss. Joshis Nachfolger wird Simon Greenwood, der gegenwärtige Chef der Steuerabteilung. Die Credit Suisse bestätigte entsprechende Medienberichte gegenüber FINANCE.

Joshi war seit Oktober 2022 Finanzchef der Schweizer Großbank. Er kam von der Deutschen Bank. Für Deutschlands führendes Geldhaus war er insgesamt elf Jahre tätig gewesen, zuletzt als Group Treasurer. In dieser Funktion spielte er eine Schlüsselrolle bei der Restrukturierung der Bank und ihrer Bilanz. Eine ähnliche Rolle sollte der britische Manager auch bei der Credit Suisse einnehmen.

Joshis Restrukturierungserfahrung half nicht

Credit Suisse CEO Ulrich Körner verwies damals bei Dixits Ernennung zum Finanzchef auf dessen „eindrückliche Turnaround-Erfolgsbilanz mit einer breiten Erfahrung über verschiedene Geschäftsbereiche“. Doch auch Dixits Erfahrung half nicht. Der Turnaround gelang nicht, die seit Jahren kriselnde Bank fand nicht die Erfolgsspur zurück – wobei der Manager rückblickend nur wenige Monate Zeit gehabt hat, um Veränderungen zu bewirken. Die Veröffentlichung des Geschäftsberichts für das Jahr 2022 musste nach Intervention der US-Wertpapieraufsicht SEC verschoben werden.

Im Zuge des Bankenbebens geriet auch die Credit Suisse immer stärker unter Druck. Auch Hilfskredite der Schweizer Nationalbank (SNB) in Höhe von 50 Milliarden Schweizer Franken konnten die Credit Suisse am Ende nicht retten, die Zwangsfusion mit der UBS bewahrte die ehemals zweitgrößte Schweizer Bank schließlich vor der Pleite.

Credit-Suisse-Verwaltungsrat wird neu besetzt

Neben Dixit soll auch Chefjurist Markus Diethelm gehen. Der bisherige Chef der Vermögensverwaltung Francesco de Ferrari soll in der Bank bleiben, allerdings als , der der  Sonderberater von Iqbal Khan, dem Chef der UBS-Vermögensverwaltung. Neuer Chef der Vermögensverwaltung der Credit Suisse soll Yves-Alain Sommerhalder werden. Wie schon im Mai angekündigt, soll die Credit Suisse unter dem Dach der UBS zunächst als eigenständige Gesellschaft fortbestehen. Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung der UBS Group werden für den konsolidierten Bankkonzern zuständig sein.

Außerdem formiert die UBS den Verwaltungsrat der Credit Suisse neu. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen soll dieser künftig aus Lukas Gähwiler als Präsident, Jeremy Anderson und Christian Gellerstad als Vizepräsidenten sowie Michelle Bianci, Clare Brady, Mark Hughes, Amanda Norton und Stefan Seiler bestehen. Mirko Bianchi wird den Verwaltungsrat zum 30. Juni verlassen.

Falk Sinß ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Soziologie, Politologie und Neuere und Mittlere Geschichte in Frankfurt am Main sowie in Mainz Journalismus studiert, wo er auch einen Lehrauftrag inne hatte. Vor seiner Zeit bei FINANCE war Falk Sinß drei Jahre Redakteur der Zeitschrift Versicherungswirtschaft und zehn Jahre für verschiedene Medien des Universum Verlags tätig.