Die Deutsche Bank bekommt einen neuen Großaktionär aus China. Die HNA Group steigt ein.

Deutsche Bank

17.02.17
Banking & Berater

Chinesisches Konglomerat steigt bei Deutscher Bank ein

Die HNA Group ist bei der Deutschen Bank eingestiegen. Der chinesische Mischkonzern will sich langfristig bei der Bank engagieren und schließt nicht aus, seinen Anteil auch noch etwas aufzustocken.

Die Deutsche Bank bekommt einen neuen Großaktionär. Die chinesische HNA Group hält nun 3,04 Prozent an dem deutschen Geldinstitut. Die HNA Group hat sich von einem Luftfahrtunternehmen zu einem Konglomerat entwickelt, zu dem viele unterschiedliche Unternehmensgruppen und Finanzhäuser gehören. Dazu zählt auch der Asset Manager C-Quadrat. Über diese Beteiligung hat HNA die Deutsche-Bank-Aktien, die rund 750 Millionen Euro wert sind, gekauft hat.

Die HNA ist jetzt der drittgrößte Anteilseigner der Deutschen Bank. könnte ihren Anteil möglicherweise weiter erhöhen. „Wir schließen nicht aus, unsere Beteiligung in moderatem Umfang aufzustocken, werden aber auf jeden Fall unter 10 Prozent bleiben“, sagte ein Sprecher gegenüber FINANCE.

Die HNA Group sehe sich in jedem Fall als langfristiger Ankeraktionär und werde die künftigen Schritte des Instituts als Aktionär unterstützen. Der Investor habe vollstes Vertrauen in das Management der Bank. Die Verwaltung des Engagements, also die Wahrnehmung der Rechte und Pflichten als Aktionär, werde von dem Asset Manager C-Quadrat geleistet.

Deutsche Bank begrüßt neue Investoren

Aus der Deutschen Bank heißt es, dass man sich grundsätzlich über jeden langfristig orientierten Anteilseigner freue. Bei den Aktionären des Instituts selbst löst die Nachricht keine Reaktionen aus, der Kurs ist im Tagesverlauf leicht gesunken.

Insgesamt hat sich die Aktie des Branchenprimus in den vergangenen Monaten deutlich erholt. Im vergangenen Herbst war der Kurs auf unter 10 Euro eingebrochen. Sorgen um die dünne Kapitaldecke der Bank und hohe Rechtsrisiken drückten die Stimmung. Seitdem konnte die Bank wieder einige positive Nachrichten vermelden, zumindest wenn man bei Strafzahlungen überhaupt davon sprechen kann. Die befürchtete Strafe über 14 Milliarden US-Dollar fiel nur halb so groß aus. Auch in der Russland-Affäre kommt das Institut mit einer Strafzahlung bei der Aufarbeitung der Rechtsstreitigkeiten voran.

Die optimistischere Stimmung zeigt sich am Aktienkurs, der wieder bei rund 18 Euro liegt. Auch die Risikoprämien auf den Ausfall von Krediten des Geldhauses, die sogenannten Credit Default Swaps (kurz CDS), sinken weiter und liegen derzeit bei rund 149 Basispunkten. Das wiedererstarkte Vertrauen der Investoren hat die Deutsche Bank im Januar genutzt, um nach monatelanger Abwesenheit wieder an den Markt für unbesicherte Euro-Anleihen zurückzukehren.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de