Die Deutsche Bank platziert seit vergangenem Frühjahr zum ersten Mal eine neue unbesicherte Euro-Anleihe.

Deutsche Bank

17.01.17
Banking & Berater

Deutsche Bank leiht sich 1,5 Milliarden Euro

Nach monatelanger Abwesenheit kehrt die Deutsche Bank an den Markt für unbesicherte Euro-Bonds zurück. Der Zeitpunkt dürfte kein Zufall sein.

Die Deutsche Bank hat zum ersten Mal seit dem Frühjahr vergangenen Jahres eine unbesicherte Euro-Anleihe begeben. Das Papier hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro und wird mit 1,5 Prozent verzinst. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre. Das Papier war laut einem Sprecher der Bank um das zweifache überzeichnet. Auch beim Pricing kamen die Investoren, die vor allem aus Deutschland, Irland und Großbritannien kommen, der Deutschen Bank entgegen. Das Papier war zunächst mit 165 Basispunkten angekündigt worden, der Preis konnte dann auf 150 Basispunkte reduziert werden, so der Sprecher der Bank.

CFO Marcus Schenck hatte sich in den letzten Monaten am unbesicherten Euro-Markt zurückgehalten. Die letzte Transaktion erfolgte im April vergangenen Jahres als die Bank einen unbesicherten Floater über 1,25 Milliarden Euro platzierte. Der letzte fixverzinste unbesicherte Bond ging im März 2016 an den Markt. 1,5 Milliarden Euro sammelte die Bank bei dieser Transaktion ein. Der Kupon des dreijährigen Bonds lag bei 1 Prozent.

Im Dollarmarkt war das Geldinstitut dagegen durchaus aktiv. Im Oktober sammelte die Deutsche Bank 3 Milliarden Dollar in einer Privatplatzierung ein und stockte die Transaktion wenige Tage später noch einmal um 1,5 Milliarden Dollar auf. Für dieses Papier muss die Bank 4,5 Prozent Zinsen zahlen.

Stimmung bei Deutsche-Bank-Investoren hellt sich auf

Im Euromarkt hielt sich die Bank wohl nicht zuletzt deshalb zurück, weil die Investoren die Bank mehr als kritisch sahen – kein Wunder, waren doch negative Schlagzeilen an der Tagesordnung. Neben den Investoren sorgten sich auch ausländische Zentralbanken um die dünne Kapitaldecke und die hohen Rechtsrisiken der Bank. Die britische Zentralbank hatte damals Berichten zufolge britische Banken aufgefordert, ihr Exposure gegenüber der Deutschen Bank offenzulegen. Im September berechnete ein Analyst einen frischen Eigenkapitalbedarf der Bank über 20 Milliarden Euro.

Die schlechte Stimmung ließ sich auch an den Risikoprämien auf den Ausfall von Krediten des Geldhauses, den sogenannte Credit Default Swaps (kurz CDS) ablesen, die im vergangenen Jahr deutlich über die 200er-Marke stiegen. Mittlerweile ist jedoch wieder ein Abwärtstrend zu erkennen, der Spread liegt bei rund 159 Basispunkten. Für die Deutsche Bank bedeutet das eine Entspannung der Lage, auch wenn der CDS-Spread im Vergleich zu anderen Instituten immer noch hoch ist.

Die aufgehellte Stimmung lässt sich auch am Aktienkurs der Deutschen Bank ablesen. Im letzten Quartal vergangenen Jahres begann sich der Kurs zu erholen und liegt nun wieder bei über 17 Euro. Im September 2016 waren es kurzzeitig nur rund 10 Euro.

Einigung mit US-Behörden sorgt für Entspannung

Einen nicht unwesentlichen Teil hat die im Dezember erzielte Einigung mit den US-Behörden zu der Entspannung beigetragen. 3,1 Milliarden Dollar (rund 2,96 Milliarden Euro) muss die Deutsche Bank wegen dubioser Hypothekengeschäfte zahlen. Hinzu kommen 4,1 Milliarden Dollar für Kreditnehmer in den USA. Damit kommt die Deutsche Bank deutlich besser weg als zunächst befürchtet. Eine Strafzahlung von 14 Milliarden Dollar stand im Raum.

Für Deutschlands größtes Geldhaus allerdings für die kommenden Monate schon ruhiges Fahrwasser zu prognostizieren, wäre verfrüht. Die Deutsche Bank steckt mitten in einem großen Konzernumbau. Im Dezember wurde zum Beispiel bekannt, dass das Institut im Investmentbanking abbaut. Auch das Problem der dünnen Kernkapitalquote besteht weiter. Diese lag zum Ende des dritten Quartals 2016 bei 11,1 Prozent. Bondholder und Aktionäre werden mit Spannung auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen für den letzten Jahresabschnitt schauen, welche die Bank am 2. Februar verkündet.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Die Deutsche Bank baut um und kürzt dabei im Investmentbanking. Wie sich andere Geldinstitute im Wettbewerb um deutsche Unternehmenskunden aufstellen, erfahren Sie auf unserer Themenseite zum Firmenkundengeschäft.