Die Deutsche Bank kommt bei der Aufarbeitung des Libor-Skandals voran.

Mario Andreya/Deutsche Bank

28.02.18
Banking & Berater

Deutsche Bank einigt sich im Libor-Streit

Die Deutsche Bank kommt bei der Aufarbeitung des Libor-Skandals voran und räumt mit einer Zahlung von 240 Millionen Dollar ein weiteres Prozessrisiko ab. An anderer Stelle bahnen sich dafür neue Querelen an.

Stück für Stück kommt die Deutsche Bank bei der Vergangenheitsbewältigung voran. Nun hat sie sich im Rechtsstreit um die Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor mit den Klägern auf die Zahlung von 240 Millionen US-Dollar geeinigt, wie Reuters berichtet. Das Bezirksgericht in Manhattan muss der Einigung allerdings noch zustimmen.

Die Bank weist zwar nach wie vor jegliches Fehlverhalten zurück, heißt es in dem Bericht. Trotzdem habe sie sich mit betroffenen Investoren geeinigt, um weiteren Kosten und Risiken aus dem Weg zu gehen. Die Deutsche Bank hat bereits Milliarden zur Aufarbeitung des Skandals aufgewendet. Laut eine Bericht des „Handelsblatts“ beläuft sich der Schaden aus den mutmaßlichen Libor-Manipulationen inzwischen auf rund 4 Milliarden Dollar.

Der Streit mit den Investoren, zu denen die Stadt Baltimore und die Universität Yale gehören, begann 2011. Neben dem größten deutschen Geldhaus war auch eine Reihe weiterer Institute von den Vorwürfen betroffen, darunter Barclays und Citigroup. Auch diese haben inzwischen einen Vergleich geschlossen. Mit Zahlungen von 120 beziehungsweise 130 Millionen Dollar kamen sie aber günstiger davon als die Deutsche Bank. Die Banken werden beschuldigt, den Libor zum eigenen Vorteil manipuliert zu haben.

IT-Chefin der Deutschen Bank in der Kritik

Während die Bank an der Libor-Front damit der Abarbeitung ihrer Altlasten immer näher kommt, scheint es an einer anderen wieder zu rumoren. Einem Bericht des Wirtschaftsmagazins „Bilanz“ zufolge soll die Position von IT-Chefin Kim Hammonds wackeln.

Die US-Amerikanerin kam im Sommer 2016 von Boeing zur Deutschen Bank und sollte die komplexe IT-Struktur auf Vordermann bringen. Zu lange hätten viele Abteilungen eigene Strukturen aufgebaut, sodass am Ende viel zu viele Betriebssysteme parallel liefen, so Hammonds damalige Bestandsaufnahme.

Der Aufbau einer schlagkräftigen und einheitlichen IT scheint allerdings nur langsam voran zu kommen. Zumindest berichtet „Bilanz“, dass im Vorstand und im Aufsichtsrat die Zweifel wachsen, ob Hammonds der Aufgabe gewachsen sei. Der Vertrag der IT-Chefin läuft im kommenden Jahr aus, eine Verlängerung zeichnet sich anscheinend nicht ab. Der „Bilanz“ zufolge hat Hammonds nicht mehr viele Anhänger im Aufsichtsrat, der über ihre Vertragsverlängerung entscheiden muss. Beim Großaktionär Katar gelte die Managerin inzwischen sogar als Fehlbesetzung, heißt es weiter.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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