DZ Bank

28.02.18
Banking & Berater

Fusionierte DZ Bank wächst im Firmenkundengeschäft

Die Fusion mit der WGZ Bank hat die DZ Bank im Firmenkundengeschäft beflügelt. Trotzdem bröckeln die Gewinne, da ein anderes Geschäftsfeld Probleme bereitet. Wird es bald verkauft?

Der scheidende Firmenkundenvorstand der DZ Bank, Stefan Zeidler, dürfte mit dem Abschneiden seiner Abteilung im abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden sein. Das Zentralinstitut der genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken ist den vorläufigen Geschäftszahlen zufolge nach der Fusion mit der WGZ Bank im Jahr 2017 im Firmenkundengeschäft gewachsen.

Der Vorsteuergewinn der DZ Bank AG, in der die Genossen ihr Firmenkundengeschäft angesiedelt haben, ist im vergangen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent auf 752 Millionen Euro gewachsen. Dabei konnte die Bank nach eigenen Angaben ihr Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft um 2 Prozent auf 50 Milliarden Euro steigern. Das mit den Genossenschaftsbanken gemeinsam betriebene Kreditgeschäft wuchs um 8 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro. Der Absatz strukturierter Produkte legte um 38 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu.

DZ Bank wächst bei Anleihen und Schuldscheinen

Auch das Kapitalmarktgeschäft, für das die Bank Firmenkunden Anlage- und Risikomanagementprodukte verkauft, habe sich insgesamt positiv entwickelt, berichtet die Bank. Dies gilt offenbar auch für das Geschäft mit Anleihe- und Schuldscheinplatzierungen. Besonders bei Schuldscheinen hat die DZ Bank lange Zeit wenig Aktivität gezeigt und dieses boomende Geschäftsfeld mehr oder weniger den Landes- und Auslandsbanken überlassen. Dies ist seit etwa einem Jahr anders, die Marktanteile der DZ Bank im Schuldscheingeschäft steigen. Konkrete Zahlen dazu wird die DZ Bank aber vermutlich erst mit der Veröffentlichung des finalen Geschäftsberichts Mitte April veröffentlichen.

Insgesamt sind aber sowohl der Zins- als auch der Provisionsüberschuss in der DZ-Bank-Gruppe angestiegen: Beim Zinsüberschuss ging es um 10,6 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro nach oben, die Provisionserträge kletterten um 9,8 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro. Zur DZ-Bank-Gruppe gehören aber nicht nur die klassischen Bankgeschäfte, sondern auch Verbundunternehmen wie die R+V-Versicherung, die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die VR Leasing.

DZ Bank prüft strategische Optionen bei der DVB Bank

Trotz der starken Zuwächse bei den Erlösen verbuchte die DZ Bank beim Vorsteuergewinn einen Rückgang von 17,6 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro. Das liegt nur zum Teil an den verbuchten Fusionskosten von rund 350 Millionen Euro. Auch die Krise im Geschäftsfeld Transportfinanzierung, das die Tochter DVB Bank betreibt, lastet auf der Profitabilität. 

Hier schlug ein Verlust von 774 Millionen Euro zu Buche. Hauptgrund sind höhere Abschreibungen in der Schifffahrtsfinanzierung. Die DZ Bank prüft deshalb strategische Optionen für die DVB Bank. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge peilt die Bank entweder einen Komplettverkauf oder eine Zerschlagung der DVB an.

Insgesamt weist die DZ-Bank-Gruppe aktuell faule Kredite im Wert von 5,6 Milliarden Euro aus, was einer NPL-Quote von lediglich 1,5 Prozent entspricht. Zum 30. Juni 2017 war das Kreditbuch der DZ-Bank-Gruppe 381 Milliarden Euro schwer, wovon Firmenkundenkredite mit 117,3 Milliarden rund ein Drittel ausgemacht haben.

DZ Bank macht mehr Gewinn als Deutsche Bank

Die harte Kernkapitalquote der Gruppe lag zum Jahresende bei soliden 13,9 Prozent, ist gegenüber dem Vorjahr aber leicht gesunken. Das Kosten-Ertragsverhältnis (Cost Income Ratio) lag 2017 wie im Vorjahr bei 59 Prozent und damit niedriger als bei den meisten anderen deutschen Banken. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank muss derzeit 93 Cent aufwenden, um 1 Euro zu verdienen.

Trotz der Fusionskosten und der Krise der DVB Bank bleibt die DZ Bank damit – gemessen am Vorsteuergewinn – die erfolgreichste deutsche Geschäftsbank. Während die Commerzbank zuletzt vor Steuern immerhin wieder 500 Millionen Euro verdiente, schrieb die Deutsche Bank das dritte Jahr in Folge rote Zahlen. Für das laufende Jahr erwartet die DZ-Bank-Gruppe einen Vorsteuergewinn am unteren Ende einer Ergebnisspanne von 1,5 bis 2 Milliarden Euro.

Wie die anderen Banken 2017 im deutschen Corporate und Investmentbanking abgeschlossen haben, zeigt die FINANCE-Themenseite zum Firmenkundengeschäft