In der Konzernzentrale der IKB in Düsseldorf hat künftig Michael Wiedmann das Sagen. Der amtierende IKB-Chef Hans Jörg Schüttler zieht sich zurück.

IKB

05.01.15
Banking & Berater

Michael Wiedmann wird neuer IKB-Chef

Chefwechsel bei der Mittelstandsbank IKB: Vertriebsvorstand Michael Wiedmann übernimmt die Leitung der Bank von Ex-Morgan-Stanley-Deutschlandchef Hans Jörg Schüttler. Ihm muss die Ertragswende gelingen, damit der PE-Investor Lone Star endlich auch sein wichtigstes Investment in der deutschen Finanzbranche verkaufen kann.

Die Mittelstandsbank IKB bekommt einen neuen Chef: Michael Wiedmann, zuletzt verantwortlich für die Ressorts Vertrieb, Kredit- und Beratungsprodukte, Industriegruppen und Volkswirtschaft, löst den seit November 2008 amtierenden Hans Jörg Schüttler ab. Schüttler – vor seinem Wechsel zur IKB unter anderem Deutschlandchef der Investmentbank Morgan Stanley – hatte die Bank durch die Spätfolgen der Finanzkrise geführt. Sein Abgang erfolgt der IKB zufolge „auf persönlichen Wunsch“. 

Dem 59-jährigen gelang es, die IKB, die 2007 als erste große deutsche Bank in den Strudel der US-Immobilienkrise geraten war und mit Milliardenhilfen der öffentlichen Hand und der Staatsbank KfW gerettet werden musste, zu stabilisieren. Allerdings ist die Bank nach wie vor nicht nachhaltig profitabel.

IKB wird noch "lange Zeit" keine großen Gewinne machen

Dies liegt auch an den noch immer hohen Altlasten: Weil die IKB aus ihren seit Jahren nur geringen Überschüssen noch frühere Ansprüche von Hybridkapitalgebern bedienen muss, geht die Bank selbst davon aus, noch für „einen langen Zeitraum“ keine Überschüsse ausweisen zu können. Im laufenden Geschäftsjahr 2014/15 (Ende: 31. März 2015) erwartet die IKB ein leicht positives Ergebnis nach Steuern.

Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2013/14 war der Bank die Rückkehr in die Gewinnzone geglückt. Allerdings fiel der Überschuss mit 32 Millionen Euro schwach aus und wird im laufenden Jahr noch niedriger erwartet. Wie viele andere Banken auch leidet die IKB unter sinkenden Zinserträgen, profitiert jedoch auch von einem Rückgang der Risikovorsorge. 

Michael Wiedmann muss die IKB verkaufsfertig machen

Die Bilanzrelationen hat Schüttler wieder in Ordnung gebracht: Aktuell weist die IKB eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 11,4 Prozent aus. Die Leverage Ratio – das Verhältnis des Eigenkapitals zur Bilanzsumme und außerbilanziellen Verbindlichkeiten – lag mit 8,2 Prozent deutlich über den 3 bis 5 Prozent, die viele Großbanken ausweisen. Auch die Liquiditätskennziffern der IKB weisen gute Werte aus, den Bilanzcheck durch die EZB im Herbst hat die IKB ohne Beanstandung bestanden.

Doch die fehlende Ertragsdynamik der IKB macht dem Eigentümer Lone Star zu schaffen. Der US-Finanzinvestor sucht seit Jahren vergeblich den Ausstieg aus der IKB, die Lone Star 2008 von dem damaligen Hauptgesellschafter KfW übernommen hatte. Im Jahr 2011 scheiterte dem Vernehmen nach ein geplanter Verkauf an die französische BNP Paribas. Presseberichten zufolge führte auch ein im vergangenen Jahr erneut eingeleiteter Verkaufsprozess zu keinem Abschluss.

Ihre anderen beiden großen Investments im deutschen Finanzsektor, die beiden Immobilienfinanzierer DüsselHyp und Corealcredit, hat Lone Star in den zurückliegenden zwölf Monaten verkauft: Die DüsselHyp ging im August an ein Konsortium von Finanzinvestoren, während es Lone Star gelang, die größere Corealcredit im Dezember 2013 an die im MDax notierte Aareal Bank zu verkaufen.   

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de