NORD/LB

29.11.18
Banking & Berater

Vier Interessenten für die NordLB

Für die NordLB liegen endlich verbindliche Angebote vor – allerdings sollen diese nur von Finanzinvestoren stammen. Einige hoffen deshalb noch auf das Comeback eines weiteren Interessenten.

Die NordLB ist bei ihrer Suche nach einem neuen Eigenkapitalgeber einen Schritt vorangekommen. Vier verbindliche Offerten für eine Minderheitsbeteiligung sollen nun vorliegen, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Am gestrigen Mittwoch ist die Angebotsfrist in dem Bieterverfahren abgelaufen. Unter den Interessenten soll keine andere Bank mehr sein, lediglich Finanzinvestoren hätten ihren Hut in den Ring geworfen. Die NordLB selbst kommentiert die Berichte nicht.

Zu den Bietern zählen laut einem Bericht der FAZ die Investoren Advent, Apollo, Cerberus und der Hedgefonds Christofferson, Robb & Company. Aufgrund ihrer Finanzkraft sollen Apollo und Cerberus als Favoriten gelten, schreibt die Zeitung weiter. In den vergangenen Tagen war bereits berichtet worden, dass die Commerzbank sich gegen die Abgabe eines Angebots entschieden habe.

Apollo und Cerberus mischen deutsche Bankenwelt auf

Apollo und Cerberus sind in der deutschen Bankenlandschaft alles andere als Unbekannte: Apollo ist bereits seit längerem dabei, den norddeutschen Bankenmarkt aufzurollen. Der Finanzinvestor hat bereits die Bremer Kreditbank, das Bankhaus Neelmeyer aus Bremen und die Oldenburgische Landesbank gekauft und zusammengelegt.

Cerberus ist zum einen an der Commerzbank und der Deutschen Bank beteiligt. Zudem übernahm die österreichische Bank Bawag, an der Cerberus Anteile hält, die Deutscher Ring Bausparkasse und die Südwestbank. Jüngster Coup für den US-Investor: Gemeinsam mit anderen Investoren übernimmt er die HSH Nordbank.

Hoffnungen auf Lösung mit der Helaba

Der Verkauf einer Landesbank an einen privaten Investor ist nicht ganz unproblematisch, wie man am Fall der HSH Nordbank sehen kann. Diese hat gerade nach schwierigen Verhandlungen ihren Weg in den Einlagensicherungsfonds der Privatbanken geebnet. Gerade in Sparkassenkreisen sollen deshalb einig einige nach wie vor auf eine Einigung zwischen den Eignern der NordLB – vor allem dem Land Niedersachsen und den niedersächsischen Sparkassen – mit der Hessischen Landesbank (Helaba) hoffen. Die Helaba soll jedoch kein Angebot abgegeben haben.

Allerdings wird berichtet, dass die hessische Landesbank offenbar offen für Gespräche über eine andere Lösung sei. Das könnte etwa der Zusammenschluss mehrerer Landesbanken sein. Über eine solche „Mega-Landesbank“ wird schon seit längerem spekuliert, eine solche Option wäre allerdings mit erheblichen Hürden verbunden.

NordLB kämpft mit sinkender Kernkapitalquote

Die aktuellen Neunmonatszahlen, die die NordLB am gestrigen Mittwoch vorgelegt hat, zeigen, wie dringend die Bank frisches Kapital benötigt. Die harte Kernkapitalquote sank von 12,4 Prozent Ende 2017 auf 11,8 Prozent zum Ende September. Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich nach den ersten neun Monaten auf 64 Millionen Euro, nach 265 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Bank betont jedoch, dass ein Vergleich dieser Zahlen durch die Einführung des neuen Rechnungslegungsstandards IRFS 9 nur eingeschränkt möglich sei. Für das Gesamtjahr rechnet die Bank mit einem noch nicht bezifferbaren Verlust.

Bei den faulen Schiffskrediten, die die Bank einst in Schieflage brachten, kann die NordLB dagegen weitere Fortschritte verkünden. Das Portfolio der notleidenden Kredite sank bis Ende September auf 7,3 Milliarden Euro, das sind über 2 Milliarden Euro weniger als noch Ende 2016. Bis spätestens Ende 2019 soll es auf unter 5 Milliarden Euro abgebaut werden, verspricht die Bank. Sie geht davon aus, dass sie dieses Ziel bereits deutlich früher erreichen können wird.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de