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Wegen Cum-Ex: Razzia bei KPMG

Am KPMG-Standort am Frankfurter Flughafen kam es zu einer Razzia. Foto: Markus Mainka –stock.adobe.com
Am KPMG-Standort am Frankfurter Flughafen kam es zu einer Razzia. Foto: Markus Mainka –stock.adobe.com

Ärger bei KPMG: Bei dem Big-Four-Haus kam es am Frankfurter Standort zu einer Durchsuchung der Staatsanwaltschaft. „KPMG bestätigt, dass die Niederlassung Frankfurt von der Staatsanwaltschaft aufgesucht wurde. Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden“, teilte die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft gegenüber FINANCE mit.

KPMG-Razzia wegen Cum-Ex-Methode

Grund für die Razzia seien laut dem „Handelsblatt“ mutmaßliche Dienstleistungen rund um Steuerhinterziehung nach der Cum-Ex-Methode. Zudem sollen Beamte auch die Wohnungen von (ehemaligen) KPMG-Mitarbeitern durchsuchen. KPMG soll in der Vergangenheit wohl eine zweistellige Zahl von Cum-Ex-Mandanten betreut haben, heißt es in dem Bericht.

Laut dem Handelsblatt, das auf „Kenner“ verweist, besteht der Verdacht, dass das Wirtschaftsprüfungshaus gefällige Gutachten verfasst und Kunden dazu beraten haben soll. Darunter sollen sich offenbar auch von KPMG testierte Jahresabschlüsse befinden, die Cum-Ex-Profite beinhalteten. Die Einbindung der Berater in die Geschäfte könnte sogar bis 2004 zurückreichen.

In einer Stellungnahme von KPMG zum Cum-Ex-Untersuchungsausschuss teilte das Big-Four-Haus mit, man habe sich „bei der steuerlichen Beratung ihrer Mandanten stets am geltenden Recht“ orientiert, so der Bericht weiter.

Razzia: KPMG und die Deutsche Börse

Ermittlungsakten würden ergeben, dass vor allem die Beziehung zur Deutschen Börse im Vordergrund steht, so das „Handelsblatt“. So soll KPMG 2004 in einem Gutachten für die Deutsche Börse mitgeteilt haben, dass geprüfte Geschäftsmodelle gefährlich sein. Trotz der Warnung arbeitete KPMG angeblich noch einige Jahre für die Deutsche Börse und beriet bei dem Thema. 

sarah.backhaus@finance-magazin.de | + posts

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalisten für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.

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