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Wirtschaftsprüfer

Wirtschaftsprüfer haben eine verantwortungsvollen Job, der eine lange Ausbildung erfordert und gut bezahlt ist. Skandale wie Wirecard rütteln die Branche aber derzeit durch. Alles über den Beruf, Herausforderungen und Trends gibt es auf dieser Themenseite.

Quelle: Vitalii Vodolazskyi – adobe.stock.com

Jobprofil: Was macht ein Wirtschaftsprüfer?

Wirtschaftsprüfer blicken tief in die Zahlen von Unternehmen. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Jahresabschlüsse von Unternehmen auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Doch sie werden in einigen Fällen auch dafür mandatiert, die Quartals- und Halbjahreszahlen der Unternehmen unter die Lupe zu nehmen oder Sonderprüfungen mit forensischer Vertiefung durchzuführen, so wie es zum Beispiel KPMG im Wirecard-Skandal gemacht hat. Wirtschaftsprüfer müssen sich bei ihrer Prüfung an die national und international geltenden Bilanzierungsregeln halten, wie HGB oder IFRS.

Wirtschaftsprüfer blicken allerdings nicht nur auf die nackten Zahlen des Unternehmens, sondern prüfen auch bestimmte Geschäftsprozesse darauf, ob sie Fehler im Unternehmen begünstigen könnten. Wirtschaftsprüfer nehmen daher auch interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme unter die Lupe. Sie beraten Unternehmen zudem auch häufig steuerlich und rechtlich sowie in anderen Beratungsfragen, sofern sie dabei ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer wahren können.

Je nachdem, zu welchem Ergebnis sie nach der Prüfung gelangen, stellen sie dem Unternehmen ein uneingeschränktes oder ein eingeschränktes Testat aus. Ist eine Prüfung zum Beispiel wegen mangelnder Unterlagen nicht möglich oder entdecken die Prüfer gravierende Fehler im Zahlenwerk, verweigern sie das Testat, wie beispielsweise EY das bei dem Skandalunternehmen Wirecard getan hat. Das kommt allerdings äußerst selten vor. Das Testat ist ein wichtiges Signal an Aktionäre und Anleger, denn es suggeriert ihnen, dass sie guten Gewissens in das Unternehmen investieren können.

Big-Four-Analyse Audit: EY überholt KPMG (FINANCE+)

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Attackierte S&T tauscht Wirtschaftsprüfer aus

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Das wird 2022 wichtig – in der Wirtschaftsprüfung

Neue Kontrollverfahren, veränderte Aufsicht, aktuelle Prüfschwerpunkte – das neue Jahr bringt in der Wirtschaftsprüfung einige Veränderungen mit sich. Die wichtigsten hier im Überblick.

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Berufseinstieg: Wie wird man Wirtschaftsprüfer?

Neben einem hohen Verantwortungsbewusstsein, Ehrlichkeit und absoluter Verschwiegenheit muss ein Wirtschaftsprüfer eine hohe Affinität für Zahlen und Detailverliebtheit mitbringen. Daneben müssen Wirtschaftsprüfer aber auch sehr belastbar sein und unter hohem Druck arbeiten können.

Wer Wirtschaftsprüfer werden will, muss sich auf einen langwierigen Prozess einstellen – denn bis zum Bestehen des WP-Examens dauert es lange. Viele angehende Wirtschaftsprüfer starten zunächst mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium. Vereinzelt gibt es aber auch an Hochschulen spezifische Studiengänge zu Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung. Danach sammelt man mehrere Jahre lang Berufserfahrung, bis man das Examen ablegen kann. Das Examen gilt als eines der schwersten und hat eine hohe Durchfallquote.

KPMG wächst überraschend stark im Consulting (FINANCE+)

Die Prüferrotation hinterlässt ihre Spuren bei KPMG: Auch in diesem Jahr sind die Umsätze im Audit geschrumpft. Doch die freigewordenen Kapazitäten hat KPMG wohl ins Beratungsgeschäft gesteckt, denn das wächst trotz Corona ordentlich.

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Karrierewege als Wirtschaftsprüfer

Die Karriereleiter ist meist genau definiert: Zunächst startet man als Wirtschaftsprüfungsassistent in einer WP-Gesellschaft und erhält so bereits tiefe Einblicke in die konkrete Abschlussprüfung. Nach zwei bis drei Jahren Berufserfahrung wird man Senior und erhält im Prüfungsteam vermehrt leitende Aufgaben. In dieser Position meldet an sich schließlich zum WP-Examen an. Hat man das Examen in der Tasche, wird man zum Manager befördert. Am Ziel angekommen ist man schließlich als Partner – in dieser Rolle verantwortet man auch Testate oder ist für die Gewinnung neuer Kunden zuständig.

Durchstarten bei den Big Four

Supply Chain Finance bietet Unternehmen viele Vorteile. Die Lieferkette und Lieferantenanbindung wird durch SCF stabilisiert. Fällt beispielsweise ein Lieferant wegen Liquiditätsengpässen aus, kann dieser vom Unternehmen mit Liquidität unterstützt werden. Das soll auch die Loyalität der Lieferanten fördern. Ein weiterer Vorteil ist, dass in der Regel Zahlungsziele verlängert werden können, die das Working Capital verbessern. Die Lieferanten akzeptieren das, weil sie das Geld vorher von den Zwischenfinanzierern erhalten. Das wiederum führt auch dazu, dass einige Finanzkennzahlen im Bereich Working Capital verbessert werden können, zum Beispiel Days Payables Outstanding (DPO) oder Cash Conversion Cycle (CCC). Ebenfalls profitieren Unternehmen bei der Supply Chain Finance davon, dass viele Geschäftsprozesse automatisiert werden. Die Einführung eines SCF-Programms geht oft mit der Implementierung einer digitalen Plattform einher. Dadurch können Unternehmen ihren Purchase-to-Pay-Prozess automatisieren.

Spannende Jobs bei den Next Six

Hinter den Big Four hat sich inzwischen ein Verfolgerfeld gebildet – die sechs nächstgrößten WP-Gesellschaften (“Next Six“) BDO, Rödl & Partner, Ebner Stolz, Baker Tilly, Mazars und Warth & Klein. Sie sind allerdings deutlich kleiner als die Big Four und haben mittelständische Strukturen. Auch wenn sie zum Teil große börsennotierte Unternehmen betreuen – BDO prüft künftig etwa SAP – , sind ihre Kunden vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Hinter den Next Six gibt es noch eine Vielzahl anderer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, deren Umsatz von wenigen Millionen Euro bis knapp 100 Millionen Euro reicht, wie zum Beispiel RSM.

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Gehalt: So viel verdient ein Wirtschaftsprüfer

Es lohnt sich finanziell, Wirtschaftsprüfer zu sein: Als Berufsanfänger verdient man zwischen 59.000 bis 70.000 Euro im Jahr, mit den Jahren steigt das Gehalt deutlich an und kann durchaus sechsstellige Summen betragen. Wer allerdings auf das Examen verzichtet, verdient deutlich weniger: Berufsanfänger ohne Examen verdienen im Mittel rund 43.000 Euro und selbst nach neun Jahren kommen sie nur auf rund 57.000 Euro. Die Details gibt es hier.

Wirecard, FISG, Digitalisierung: Neue Entwicklungen im Prüfermarkt

Wirtschaftsprüfer sollen Unternehmen streng prüfen – doch wie unabhängig und streng ist ein Wirtschaftsprüfer noch, wenn er seinen Mandanten schon 20, 50 oder gar 100 Jahre betreut? Bis vor Kurzem waren solche Laufzeiten die Regel. Doch um die Unabhängigkeit zu stärken, hat der Gesetzgeber kapitalmarktorientierten Unternehmen seit dem Jahr 2016 die Pflicht aufgelegt, ihren Prüfer nach einer gewissen Zeit zu wechseln. Das hat zu massiven Verwerfungen im Markt geführt, vor allem innerhalb der Big Four. Platzhirsche wie KPMG und PwC mussten Mandate abgeben, EY und Deloitte hingegen hatten die Chance, neue Kunden zu gewinnen.

Ein Zäsur war allerdings der Bilanzskandal bei Wirecard, der die Branche in Verruf gebracht hat – denn Wirecards Prüfer EY hat jahrelang die Bilanzen abgesegnet, ohne die Manipulationen aufzudecken. Die Folgen daraus spürte nicht nur der Prüfer EY, der im Zuge des Skandals viele Kunden verloren hat. Die ganze Branche wurde an die Kandare genommen, denn der Gesetzgeber hat mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) neue Reformen durchgedrückt. So müssen Unternehmen ihre Wirtschaftsprüfer jetzt noch öfter – alle zehn Jahre – wechseln, die Beratung bei einem Prüfkunden ist kaum noch möglich und die Haftung des Prüfers bei Fehlern steigt deutlich an. All diese Neuerungen werden den Markt noch einmal stark durchrütteln, bieten für die Big Four und Next Six aber auch neue Chancen.

Damit einhergehend arbeiten die WP-Gesellschaften auch an ihren Prüfmethoden, um die Qualität der Abschlussprüfung zu stärken. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Digitalisierung. Neue Prüfungstools ermöglichen es, noch tiefer in Zahlen und Prozesse zu blicken und Vollprüfungen statt Stichprobenprüfungen durchzuführen.

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