Für das IT-Großprojekt Kopernikus hat die BayernLB ihren Vorstand neu strukturiert. Der bisherige CFO und COO Markus Wiegelmann konzentriert sich seit 1. Dezember auf die IT und das operative Geschäft. Seine Aufgaben als Finanzverantwortlicher gingen auf den Vorstandsvorsitzenden Stephan Winkelmeier über. Den Zeitpunkt bestätigte die Bank gegenüber FINANCE, zuerst hatte der Branchendienst „Finanz-Szene“ darüber berichtet.
Die BayernLB beschreibt Kopernikus als „das größte Projekt“ des Hauses. An diesem arbeiten ressortübergreifend mehr als 200 Beschäftigte, unter anderem aus den Bereichen Finanzen, Group Risk Control und IT. Laut „Finanz-Szene“ habe die Bank den zu Beginn festgelegten Zeitplan des Vorhabens aus verschiedenen Gründen überarbeitet. Ursprünglich sollte das Projekt Ende 2026 abgeschlossen sein, es startete im Sommer 2021.
BayernLB will integrierte Banksteuerung
In einer Stellenanzeige vom Herbst 2024 skizzierte die BayernLB das Vorhaben als eine „integrierte Banksteuerung“, die auf moderne Technologien und „auf wenige Standardanwendungen fokussiert ist“. Alle Funktionen der Banksteuerung seien Teil von Kopernikus, insbesondere das Datenmanagement, Accounting, Controlling, Meldewesen und Risikocontrolling mit allen banktypischen Risikoarten.
Mit den IT-Projekten bei der BayernLB und der Tochter Deutsche Kreditbank (DKB) sind erhebliche Kosten verbunden. Im Zuge des Geschäftsberichts 2023 bezifferte die Bank die Kosten für die IT-Modernisierung im Rahmen ihres Transformationsprogramms „Fokus 2024“ auf 730 Millionen Euro. Diese Ausgaben beziehen sich auf beide Institute.
Das Plus beim Verwaltungsaufwand im Jahr 2023 belief sich auf rund 3 Prozent oder 48 Millionen Euro. Den Anstieg führte die Bank „hauptsächlich auf den Aufbau zusätzlicher IT-Kompetenz bei der DKB“ zurück.
Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.
