FINANCE Wrap-up

Abonnements

BayernLB und LBBW stärken Firmenkundengeschäft in Hamburg

Die beiden großen süddeutschen Landesbanken BayernLB und LBBW rücken im Kampf um Firmenkunden weiter in den Norden vor.
BayernLB und LBBW

Im Kampf um das wichtige Firmenkundengeschäft rücken die BayernLB und die LBBW weiter nach Norden vor. Wie die süddeutschen Landesbanken mitteilten, eröffnen sie neue Filialen in Hamburg. Damit erhöhen sie den Druck auf die dort stark verwurzelte HSH Nordbank, die gerade erst selbst zur Firmenkundenoffensive ausgerufen hat.

Die LBBW formiert ihre Firmenkundentruppen unter dem Dach der „LBBW Rheinland-Pfalz Bank“ und will in Norddeutschland vor allem um Mittelständler werben. Dazu schickt sie zwei Kundenberater nach Hamburg, die sich dort explizit um bereits bestehendes Firmenkundengeschäft kümmern und Neugeschäft an Land ziehen sollen. Bisher sind die Stuttgarter vor allem im Einlagen- und Immobiliengeschäft sowie über die Leasinggesellschaft SüdLeasing präsent. Laut LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter soll das Engagement durch die neuen Räumlichkeiten „auf andere Geschäftsfelder“ ausgeweitet werden.

Die BayernLB verstärkt die Firmenkundenfront nach eigenen Angaben sogar mit 13 Mitarbeitern, die vor allem mittelständische Firmenkunden und Immobilienkunden betreuen und mit Finanzdienstleistungen versorgen sollen. An die Spitze des Teams setzt die BayernLB mit Jan Bewarder einen gebürtigen Kieler.

BayernLB macht bei Wachstumsoffensive ernst

Mit der Eröffnung des neuen Hamburger Standorts macht Michael Bücker, seit Februar 2013 Firmenkundenvorstand der BayernLB, mit der ausgerufenen Wachstumsoffensive ernst. Bereits Ende 2014 kündigte Bücker an, über die bayerischen Landesgrenzen hinaus wachsen zu wollen und neben Hamburg auch Filialen in Stuttgart, Frankfurt und Berlin geplant seien. Noch in diesem Herbst sollen die restlichen Standorte eröffnet werden und dem Vorbild des „Düsseldorfer Modells“ folgen, mit dem sich die BayernLB bisher zufrieden zeigt.

In der Rheinmetropole eröffneten die Bayern 2010 eine Niederlassung. Seither haben sich die Erträge laut eigenen Angaben vervierfacht, konkrete Zahlen wollte die Bank auf FINANCE-Anfrage jedoch nicht nennen. Das Ergebnis vor Steuern des gesamten Segments „Corporates & Mittelstand“ betrug laut eines Unternehmenssprechers im Vorjahr 266 Millionen Euro und lag damit um 28 Millionen Euro über dem Wert aus dem Jahr 2013. Zum Halbjahr 2015 steht die Bank bereits bei 175 Millionen Euro.

Margen-Druck treibt Landesbanken über die Grenzen

Die neuen Standorte verdeutlichen die zugespitzte Lage am Markt mit den deutschen Mittelständlern. Um in Zeiten niedriger Margen noch Gewinne erzielen zu können, drängen die Landesbanken wieder stärker in andere Bundesländer. Ganz neu ist diese Entwicklung allerdings nicht, da die Landesbanken nicht auf ihren Heimatmarkt beschränkt sind – allerdings steigt der Druck, in Deutschland erfolgreich zu sein, da viele ihre Aktivitäten im Ausland nach der Finanzkrise zurückfahren mussten.

Das Modell der regionalen Präsenz erfreut sich bei Geldhäusern außerhalb des Landesbankensektors derzeit großer Beliebtheit. Auch die französische BNP Paribas oder die HSBC setzen bei ihren Wachstumsinitiativen inzwischen verstärkt auf die lokale Nähe.

Für CFOs wird die Lage dadurch immer komfortabler. Nicht nur weil das Unternehmen dann in nahezu jedem Bundesland einen direkten Ansprechpartner hat und sich Informationswege erheblich verkürzen, sondern vor allem weil sich durch die Grenzüberschreitungen der Wettbewerb der Banken nochmal verschärfen dürfte.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

Info

Wie sich die anderen Banken im Firmenkundengeschäft schlagen und was den Markt derzeit beschäftigt, erfahren Sie auf unserer FINANCE-Themenseite.

FINANCE Daily Newsletter
Das Wichtigste aus der FINANCE-Welt – täglich direkt in Ihr Postfach.
Jetzt abonnieren »
Jetzt abonnieren »
FINANCE Daily Newsletter