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Commerzbank mit guten Zahlen und neuer Strategie

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Die Commerzbank hat ihre Strategie bis 2027 vorgestellt. Foto: Tobias Arhelger - stock.adobe.com
Die Commerzbank hat ihre Strategie bis 2027 vorgestellt. Foto: Tobias Arhelger - stock.adobe.com

Zufriedene Gesichter am Frankfurter Kaiserplatz: Die Commerzbank hat ihren Gewinn auch im dritten Quartal weiter steigern können und damit die Renditeziele ihrer mit dem Antritt von Bankchef Manfred Knof ausgerufenen „Strategie 2024“ bereits erreicht. In den ersten neun Monaten des Jahres lag die Netto RoTE bei 8,6 Prozent, für das Gesamtjahr rechnet CFO Bettina Orlopp mit einer Eigenkapitalrendite von 7,5 Prozent. Die Eigenkapitalquote (CET 1) der Bank liegt bei 14,6 Prozent.

Das Konzernergebnis für die ersten neun Monate dieses Jahres kletterte um 90 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro (9M 2022: 963 Millionen Euro). Damit hat Deutschlands zweitgrößte Privatbank bereits jetzt mehr verdient als im Gesamtjahr 2022. Die Commerzbank profitiert erneut vor allem vom anhaltenden Rückenwind durch die Zinswende, der Zinsüberschuss stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33,6 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro.

Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft wächst

Das kommt der Bank im Firmenkundengeschäft zugute, wo der Zinseffekt das leicht gesunkene Einlagenvolumen mehr als ausgleichen kann. Dieses ging um 1 Milliarde Euro auf 95 Milliarden zurück, wobei die sich die Verschiebung von Sichteinlagen zu Termin- und Tagesgeldern fortsetzt.

Erneut gestiegen ist derweil das Volumen der ausgereichten Kredite an Mittelständler und internationale Corporates, welches im dritten Quartal vor allem aufgrund einer starken Nachfrage von Investitions- und Betriebsmittelkrediten bei durchschnittlich 89 Milliarden Euro (Q2: 86 Milliarden Euro) lag.      

Insgesamt kann das von Michael Kotzbauer verantwortete Firmenkundensegment seine Erträge im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um knapp 15 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro verbessern, das operative Ergebnis legte um gut ein Fünftel auf 645 Millionen Euro (Q3 2022: 535 Millionen Euro) zu. Dazu trugen auch die niedrigen Kosten für die Risikovorsorge bei, die sich für die ersten neun Monate des Jahres mit 119 Millionen Euro mehr als halbiert haben (Vorjahreszeitraum: 325 Millionen Euro).

Darüber hinaus hat das Segment von Firmenkundenchef Kotzbauer weitere Fortschritte auf der Kostenseite gemacht. Die Cost-Income-Ratio (CIR) ohne Pflichtbeiträge im Firmenkundengeschäft rangiert mit 45,9 Prozent deutlich unter dem Konzernwert von 60,4 Prozent.

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Commerzbank präsentiert Strategie bis 2027

Für künftiges Wachstum in allen Segmenten soll die neue Strategie sorgen, zu der die Bank am heutigen Dienstag erste Details veröffentlichte. So soll der Gewinn der Commerzbank nach den Plänen von Bankchef Knof und seiner CFO Orlopp bis 2027 auf 3,4 Milliarden Euro steigen. „Wir wollen die Ertragsbasis vergrößern, die Aufwandsquote weiter verbessern und unsere Eigenkapitalrendite steigern“, kündigte Knof an.

Besonders im Fokus: der Provisionsüberschuss, der mit Hilfe der neuen Strategie um jährlich 4 Prozent auf 4 Milliarden Euro im Jahr 2027 wachsen soll. Um diesen zu verbessern, will die Bank im Firmenkundensegment vor allem im Fremdkapitalgeschäft bei der Begleitung von Kunden bei der Anleiheplatzierung sowie im digitalen Währungsgeschäft zulegen.

Auch das Kreditgeschäft mit Schwerpunkt auf Deutschland wollen die Frankfurter weiter ausbauen und Kunden aus Zukunftsbranchen bei der Transformation begleiten. Dafür setze die Commerzbank auf ihre Kompetenzzentren für erneuerbare Energien in Hamburg, Singapur und New York.

Commerzbank will in digitale Plattformen investieren

Ebenfalls vorantreiben wolle die Bank ihre Investitionen in die Digitalisierung, so Knof. Für das Firmenkundengeschäft betrifft dies vor allem neue Cash-Management- und Cash-Service-Systeme, die Einführung einer neue Handelsfinanzierungsplattform sowie die Verbesserung der bestehenden Kapitalmarktplattformen sowie der digitalen Self-Services und Produktangebote für CFOs und Treasurer.

Mit dem Update ihrer Strategie gibt sich die Commerzbank nach der harten Transformation der vergangenen drei Jahre für die Zukunft selbstsicher. „Die Transformationsarbeit der vergangenen Jahre zahlt sich zunehmend aus“, betonte Orlopp. Dabei hat die Commerzbank ihr Standing im heimischen Firmenkundengeschäft behauptet, wie die Ergebnisse des diesjährigen FINANCE-Banken-Survey beweisen. Nun muss die Bank zeigen, dass sie diesen Rückenwind nutzen und die starken Ergebnisse im Firmenkundengeschäft auch in den kommenden drei Jahren tatsächlich ausbauen kann.

Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE sowie Chef vom Dienst bei FINANCE-Online und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.