Der ehemalige Risikovorstand der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, ist Anfang Oktober im Alter von 68 Jahren bei einem Motorradunfall bei Schwarzau im Gebirge verstorben. Der Bankmanager gehörte dem Leitungsgremium der Münchener Landesbank von 2003 bis April 2008 an, musste das Geldhaus aber in der Folge des Skandals um dessen Investment in die österreichische Pleitebank Hypo Alpe Adria verlassen.
Für die Bank resultierte aus dem fehlgeschlagenen Engagement ein Verlust von rund 3,7 Milliarden Euro, Gribkowsky galt als einer der mitverantwortlichen Manager. Später benötigte die Landesbank eine Finanzspritze des Freistaats in Höhe von 10 Milliarden Euro.
Im Jahr 2012 verurteilte das Landgericht München I den früheren Bankvorstand unter anderem wegen Bestechlichkeit und Untreue zu einer Freiheitsstrafe von 8,5 Jahren. In der Sache ging es um den Korruptionsskandal rund um den Verkauf der BayernLB-Anteile an der „Formel 1“, bei der es zwischen 2003 und 2008 zu Unregelmäßigkeiten gekommen war.
Mit Bernie Ecclestone auf der Anklagebank
Zu den damals Beschuldigten gehörte auch der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Die Staatsanwaltschaft warf dem inzwischen 95-Jährigen unter anderem vor, an Gribkowsky Bestechungsgeld in Höhe von 44 Millionen US-Dollar (umgerechnet 39 Millionen Euro) gezahlt zu haben. Die Haftstrafe büßte Gribkowsky bis März 2016 ab.
Im Zuge seiner Laufbahn war Gribkowsky zunächst bei der Deutschen Bank tätig. Dort war er bis 2001 unter anderem Mitglied der Geschäftsleitung für die Region Bayern. Zuvor hatte der Jurist in Freiburg mit einer Arbeit über strafbare Werbung promoviert.
Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.
