Silke Gantzckow wechselt in das Corporate/M&A-Team von Baker McKenzie.

Baker McKenzie

27.06.19
Banking & Berater

Kanzleiticker: Baker McKenzie, Ashurst, Herbert Smith Freehills

Baker McKenzie holt Silke Gantzckow von DLA Piper, Ashurst und Bernd Egbers gehen getrennte Wege, und Herbert Smith Freehills schließt den Standort Berlin: Die wichtigsten News aus den großen Wirtschaftskanzleien.

Silke Gantzckow geht zu Baker McKenzie

DLA Piper verliert die auf M&A-Deals spezialisierte Juristin Silke Gantzckow (Bild oben) an das Frankfurter Corporate/M&A-Team von Baker McKenzie, wo sie als Partnerin einsteigt. Gantzckow war seit 2010 Partnerin bei DLA Piper. Mit Gantzckow wechselt ein Team, zu dem auch Associate Kathrin Weber gehört. Gantzckow betreut nicht nur Industrieunternehmen und Private-Equity Investoren bei Transaktionen, sondern ist auch Notarin mit Schwerpunkt im Gesellschafts- und Immobilienrecht.

Ashurst und Egbers gehen getrennte Wege

Die Kanzlei Ashurst und der auf Finanzierungen spezialisierte Partner Bernd Egbers gehen getrennte Wege. Egbers, der von München aus arbeitete, war seit 2006 für die Kanzlei tätig und gehörte auch dem Global Board der Kanzlei an. Egbers, einer der bekanntesten Private-Equity-Anwälte Deutschlands, soll gebeten worden sein, die Kanzlei zu verlassen. Grund sei ein Verhalten, das den Werten der Kanzlei widerspreche, zitieren mehrere Fachportale aus einem Statement des Kanzlei-Managements. Einen Zusammenhang mit einem Mandanten oder einem Mandat gebe es dabei nicht.

Herbert Smith Freehills schließt Berliner Büro

Spätestens zum Jahresende will die Kanzlei Herbert Smith Freehills ihr Büro in Berlin schließen. Dem Fachmagazin Juve zufolge soll der Standort nicht profitabel genug gewirtschaftet haben. Der Fokus der Kanzlei wird künftig auf den beiden verbleibenden Deutschlandbüros in Frankfurt und Düsseldorf liegen. In Berlin arbeiten zehn Anwälte, denen Wechselangebote an die beiden anderen Standorte unterbreitet werden sollen.

Dentons holt zwei Corporate- und M&A-Partner

Die Kanzlei Dentons erweitert ihr im Februar eröffnetes Büro in Düsseldorf um zwei Partner. Predrag Maksimovic und Frank Tepper-Sawicki kommen als Partner an Bord und sollen das Angebot in Düsseldorf um M&A, Private Equity und Venture Capital erweitern. Maksimovic kommt von der IKB, wo er gut acht Jahre lang als Legal Counsel den Bereich Gesellschaftsrecht und M&A verantwortete. Dortberiet er beim Verkauf von Private-Equity-Beteiligungen, bei M&A-Deals sowie Unternehmensrestrukturierungen und begleitete das Delisting der IKB von der Börse. Tepper-Sawicki kommt von PwC Legal und hat einen Fokus auf Venture-Capital-Investments und der Strukturierung von Joint Ventures. Die Corporate-Praxis von Dentons umfasst der Kanzlei zufolge in Deutschland nun mehr als 70 Berufsträger, davon 26 Partner. Im Düsseldorfer Büro arbeiten acht Partner.

Baker Tilly trauert um Partner Matthias Götz

Der Baker-Tilly-Partner Matthias Götz ist tot. Der auf M&A-Deals und Restrukturierungen spezialisierte Jurist starb im Alter von 60 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit, teilte die Kanzlei mit. Götz war erst Anfang 2018 von Luther zu Baker Tilly gewechselt, wo er im Frankfurter Büro tätig war.

Sanierer Sebastian Laboga geht zu Pluta

Die auf Restrukturierung spezialisierte Kanzlei Pluta bekommt Zuwachs: Ende 2019 wird sich der auf Insolvenzrecht spezialisierte Rechtsanwalt Sebastian Laboga mit einem Team der Gesellschaft anschließen. Er wird als geschäftsführender Gesellschafter für Pluta arbeiten und verstärkt insbesondere die Präsenz im Ruhrgebiet und in Berlin. Mit Laboga wechseln unter anderem die Insolvenzverwalter Frank Brachwitz und Michael Bohnhoff. Der Beratungszweig bekommt Zuwachs durch den Sanierungsberater Tillman de Vries. Laboga war seit 2009 geschäftsführender Partner der Sozietät Kübler, deren drei geschäftsführende Partner die Aufspaltung zum Jahresende beschlossen haben. Zwischen der Kanzlei Kübler und Pluta hatte es kurz nach der Jahrtausendwende bereits eine Kooperation gegeben, die jedoch bereits nach einem Jahr aufgrund strategischer Differenzen wieder gelöst wurde.

Oppenhoff benennt zwei Partner in Frankfurt

Die Kanzlei Oppenhoff & Partner erweitert erneut das Frankfurter Büro. Spätestens im September sollen die Rechtsanwälte und Notare Rainer Jacob und Anne Vins-Niethammer dort beginnen. Jacob ist auf Übernahmen und Umstrukturierungen spezialisiert, Vins-Niethammer auf gesellschaftsrechtliche Neuordnungen. Beide wechseln von DLA Piper. Jacob war dort Partner und wechselte nach Erreichen der internen Altersgrenze im vergangenen Jahr in den Of-Counsel-Status, Vins-Niethammer ist derzeit noch Senior Associate. Oppenhoff & Partner hatte im vergangenen Jahr bereits die Private-Equity-Partnerin Gabriele Fontane in das Frankfurter Büro geholt.

DLA Piper künftig ohne Notariat

Mit den Abgängen von Silke Gantzckow zu Baker McKenzie sowie von Rainer Jacob und Anne Vins-Niethammer zu Oppenhoff wird DLA Piper künftig in Deutschland ohne Notariat agieren. Dies bestätigte die Kanzlei auf FINANCE-Anfrage. Der Anwaltsnotarbereich habe immer „relativ selbständig von der Corporate-Praxis“ agiert. Die Schnittstellen zwischen dem Anwaltsnotarbereich und der Corporate/M&A-Praxis seien „überschaubar“ gewesen. Neuzugänge im Notariat sind vorerst nicht geplant. Nach dem Abgang von Gantzckow, Jacob und Vins-Niethammer werden am Frankfurter DLA-Standort im Bereich Corporate fünf Partner und acht Associates tätig sein.

Weitere Personalien

Noerr holt im August Sebastian de Schmidt, zuletzt Leiter des Referats Insiderüberwachung bei der BaFin, als Counsel in das Frankfurter Büro. Er soll börsennotierte Unternehmen zu regulativen Fragen beraten. De Schmidt arbeitet seit 14 Jahren für die BaFin und leitete in der Vergangenheit auch bereits das Referat für Handelsaussetzung, Leerverkaufsüberwachung und Directors' Dealings. Bei Noerr wird er Mitglied der Praxisgruppen Aktien- und Kapitalmarktrecht sowie Compliance & Internal Investigations.

Freshfields Bruckhaus Deringer hat in Berlin ein erstes Lab eröffnet, in dem die Kanzlei mit Mandanten technologiebasierte Lösungen entwickeln will. Der Standort in Berlin soll den Kern einer global angelegten Initiative bilden, die schrittweise um weitere Standorte ergänzt werden soll. Mit Hilfe von Legal Tech lassen sich beispielsweise bestimmte Prozesse automatisieren, aber auch individualisierte Lösungsansätze kreieren. Erste Projekte im Berliner Lab sollen zu Anwendungen führen, die die Resultate bei großen und komplexen Fällen verbessern. Das Lab leiten die beiden Counsel Gerrit Beckhaus und Felix Netzer sowie Chief Legal Innovation Officer Isabel Parker.

Die Kanzlei Osborne Clarke hat ihr deutsches Management Board für die kommenden drei Jahre gewählt: Carsten Schneider und Uwe Brossette werden im August in ihre jeweils dritte Amtszeit gehen. Neu in der Geschäftsführung ist der Kölner IT-Partner Gereon Abendroth. Er löst Joachim Breithaupt ab, der sich künftig wieder voll der Mandatsarbeit widmen möchte.

Die Fachanwältin für Insolvenzrecht Saskia Streicher verstärkt seit Anfang Juni die Insolvenzverwalter-Kanzlei Hoefer Schmidt-Thieme. Die auf Restrukturierung, Sanierung und Insolvenzverwaltung spezialisierte Juristin betreut für die Kanzlei eine neue Dependance in Frankfurt. Streicher sammelte ihre ersten beruflichen Erfahrungen als Rechtsanwältin bei Hoefer Schmidt-Thieme und ist seit 2010 selbst als Insolvenzverwalterin tätig. Nach Stationen bei Buchalik Brömmekamp und Depré Rechtsanwälte kehrt sie nun zu ihrem ersten Arbeitgeber zurück.

Die Kanzlei hat Pierre-Sébastien Thill für die kommenden vier Jahre zum neuen Chairman ernannt. Er übernimmt die Nachfolge von Cornelius Brandi. Thill ist auf internationales Steuerrecht spezialisiert und berät im Zusammenhang mit M&A-Deals und Umstrukturierungen. Brandi wird weiterhin als Senior Partner bei CMS Deutschland tätig sein und dem CMS Executive Committee angehören. Gemeinsam mit Thill bilden künftig Duncan Weston und Matthias Lichtblau das neue Executive Team.

Die Kanzlei Bird & Bird ist von Juli an auch in Berlin vertreten. Im Gegensatz zu den vier Deutschland-Standorten in Düsseldorf, München, Frankfurt und Hamburg soll die Präsenz in der Hauptstadt eine „ergänzende Plattform“ sein. Die Räume sollen als flexible Büros für Anwälte und für Besprechungen genutzt werden. 

Die vormaligen Counsel Tonio Sadoni und Dominik Weiß sind zu Partnern der Kanzlei Bryan Cave Leighton Paisner ernannt worden. Beide sind im Hamburger Büro tätig. Sadoni berät im Schwerpunkt zu M&A-Deals, Joint Ventures und Private-Equity-Transaktionen. Dominik Weiß ist spezialisiert auf gewerblichen Rechtsschutz.

Eversheds Sutherland hat seine Präsenz in den USA um ein Büro in Chicago erweitert. Es ist der erste neue Standort in den USA seit dem Zusammenschluss von Eversheds und Sutherland Asbill & Brennan zur heutigen Kanzlei im Februar 2017. Insgesamt verfügt Eversheds Sutherland weltweit über 68 Büros in 34 Ländern.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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